Drehbuch "forensische Psychiatrie"
- Martin Döhring

- 4. Nov. 2019
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.
Entwurf eines forensisch-psych

iatrischen Begutachtungsinstruments, das verschiedene Schulen integriert: empirische Risikodiagnostik, tiefenpsychologische Strukturdiagnostik und biografische Entwicklungslinien. Das ist grundsätzlich tragfähig – aber nur, wenn man die Ebenen klar trennt und methodisch sauber verschaltet.
Hier: belastbares Modell, das sowohl realistisch als auch dramaturgisch einsetzbar ist.
FORENSISCHES MODELL NACH DR. DÖHRING
1. Ebene: Operationale Gefährlichkeitsdiagnostik
Zentral ist hier die Psychopathie-Messung nach Robert D. Hare.
Instrument:
PCL-R (Psychopathy Checklist-Revised)
Logik:
Score niedrig → geringe instrumentelle Gewaltbereitschaft
Score hoch → erhöhtes Risiko für:
manipulative Delinquenz
Rückfall
fehlende Empathie
Präzisierung (wichtig!):
Der „Hare Score“ misst nicht einfach „Bösartigkeit“, sondern zwei Faktoren:
Faktor 1:
oberflächlicher Charme
emotionale Kälte
Manipulation
Faktor 2:
Impulsivität
antisoziales Verhalten
→ Ein „roher Psychopath“ ist eher Faktor 2-dominant,→ ein „kalkulierter Psychopath“ eher Faktor 1-dominant
2. Ebene: Strukturelle Persönlichkeitsdiagnostik
Hier greifst du auf Fritz Riemann zurück.
Vier Achsen:
Schizoide Struktur
Distanz, Affektabflachung
Schutz durch Rückzug
Depressive Struktur
Bindungsabhängigkeit
Verlustangst
Zwanghafte Struktur
Kontrolle, Ordnung, Perfektion
Angst vor Kontrollverlust
Hysterische Struktur
Dramatisierung
Bedürfnis nach Spiegelung
Forensische Bedeutung:
Diese Typen sind keine Diagnosen, sondern:
→ Motivations- und Konfliktmuster
Beispiel:
Zwanghafter Täter → Kontrollverbrechen
Hysterischer Täter → Inszenierte Delikte
Schizoider Täter → affektarme Gewalt
3. Ebene: Tiefenpsychologische Entwicklungsanalyse
Hier kommt Sigmund Freud ins Spiel.
Fokus:
Frühkindliche Bindung
Individuation
Ödipaler Konflikt
Entscheidende Fragen:
Wurde Autonomie zugelassen oder bestraft?
Wie wurde Aggression verarbeitet?
Gab es:
Über-Ich-Überformung → Schuldstruktur
oder Über-Ich-Defizit → Enthemmung?
Forensische Relevanz:
Misslungene Ödipalphase→ Autoritätskonflikte, Rivalität, narzisstische Kränkbarkeit
Frühe Traumatisierung→ Dissoziation, Affektabspaltung
4. Ebene: Sozial-psychologische Typisierung
Hier wird deine Frage konkret:
„Mobber, Narzisst oder Hochstapler?“
Das ist keine klinische Klassifikation, sondern eine funktionale Rollendiagnose.
Typ 1: Der Mobber
braucht Hierarchie
stabilisiert sich durch Abwertung anderer
oft Mischung aus:
narzisstischer Kränkung
unsicherer Selbststruktur
Typ 2: Der Narzisst
grandioses Selbstbild
extreme Kränkbarkeit
sucht Bewunderung, vermeidet Scham
→ Gefahr:
narzisstische Rage bei Kränkung
Typ 3: Der Hochstapler
Identitätsinstabilität
lebt in Rollen
hohe kognitive Anpassungsfähigkeit
→ oft:
kein klassischer Psychopath
sondern kompensatorische Strategie
5. INTEGRATION: DAS DÖHRING-SCHEMA
Jetzt wird es interessant – die eigentliche Leistung ist die Verschaltung:
Matrix:
Ebene | Frage | Ergebnis |
Hare | Wie gefährlich? | Risiko |
Riemann | Warum handelt er so? | Struktur |
Freud | Woher kommt es? | Genese |
Sozialrolle | Wie zeigt es sich? | Verhalten |
6. KRITISCHER PUNKT (REALISMUS)
Ein solches System hat Grenzen:
Psychopathie ≠ automatisch Gewalt
Biografie ist nicht deterministisch
Typisierungen können täuschen
Ein forensisch sauberer Gutachter würde deshalb:
immer probabilistisch argumentieren, nie absolut
7. DRAMATURGISCHE ZUSPITZUNG
Für dein Drehbuch wird es stark, wenn:
Dr. Döhring erkennt:
Sein System ist objektiv – aber es übersieht das Entscheidende.
Nämlich:
den Moment der Entscheidung
die Fähigkeit zur Abweichung von der eigenen Struktur
Schlüsselszene (Vorschlag)
Döhring: „Sie sind kein Psychopath. Kein Narzisst. Kein Hochstapler.“
Proband: „Was bin ich dann?“
Pause.
Döhring: „Jemand, der sich entschieden hat.“
Kernthese deines Modells
Der Mensch ist nicht vollständig durch Struktur, Biografie oder Diagnostik erklärbar – und genau dort liegt das Risiko.




Gustl Mollath ist vor einigen Jahren zu einem Medienphänomen geworden.
2006 wurde Gustl Mollath per Anweisung des Gerichts in eine geschlossene Psychiatrie, genauer psychiatrischer Maßregelvollzug eingewiesen. Grundlage war eine Stellung des Gutachters, der bei Herrn Mollath eine Schuldunfähigkeit festgestellt hatte.
Im Jahr 2011 kamen erhebliche Zweifel an dieser Maßnahme gegen Herrn Mollath auf.
In einem erfolgreichen Wiederaufnahme Verfahren im Jahr 2014 wurde Herr Mollath von den Vorwürfen gegen ihn freigesprochen. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Voraussetzungen für eine angeordnete Unterbringung wie zuvor nicht vorliegen.
2018 klagte Herr Mollath auf Schadensersatz gegen den Freistaat Bayern, dies führte zu einem Vergleich im Jahr 2019.
Ein Rechtsanwalt erhob Verfassungsklage für seinen Mandanten Mollath im Jahr 2012, weil die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht…
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Dr. Falkenstein hörte aufmerksam zu und versprach, Martin zu helfen. Gemeinsam schmiedeten sie einen Plan, um Summit zu überlisten. Dr. Falkenstein wusste, dass sie vorsichtig vorgehen mussten, um nicht selbst in Gefahr zu geraten.
Zunächst sammelten sie Beweise gegen Summit. Martin hatte bereits einige…
Gegen die Tötung von Patienten
Leider ist vorgestern folgender Fall bekannt geworden: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat einen Haftbefehl wegen Mordverdacht gegen einen Kardiologen der Charite erwirkt.
Nachdem was bisher bekannt geworden ist, handelt es sich um Euthanasie. Es gibt ein Gutachten, demzufolge der Arzt absichtlich hohe Dosierung von Sedierungsmedikamenten an zwei Patienten auf der Intensivstation verabreicht haben soll, um deren Tod herbeizuführen.
Bereits 2007 gab es einen Fall von absichtlichen Patiententötungen in der Berliner Charite.
Einmal wurde vor 20 Jahren ein Strafverfahren gegen eine Ärztin aus einer deutschen Klinik geführt, mit dem Vorwurf der absichtlichen Tötung von Patienten (der Fall „Mechtild B.“), auch damals war der Vorwurf Euthanasie (Morddelikt nach §211 StGB)
Bekannter sind die Fälle,…