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Freud , wie er womöglich die Gottesidee verstanden hat

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 5. März 2025
  • 2 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

Kern von Freuds Religionskritik, sie ist in meiner Formulierung schon eine sehr zugespitzte Interpretation, die mehrere freudianische Ideen bündelt und etwas vereinheitlicht, was bei Freud selbst differenzierter bleibt.

Ich zerlege das sauber:

1. Freuds Grundthese zur Gottesvorstellung

Bei Sigmund Freud ist die Gottesidee im Kern eine psychische Konstruktion aus Kindheitsbedürfnissen.

Seine Hauptargumente (v. a. in „Die Zukunft einer Illusion“):

  • Der Mensch erlebt die Welt als gefährlich und unkontrollierbar

  • Das Kind erlebt den Vater als Schutzmacht

  • Diese Vaterfunktion wird später verinnerlicht und kosmisch erweitert

  • Gott wird zur psychischen Repräsentanz eines „übermächtigen Vaters“

👉 Das ist keine reine „Erfindung“, sondern eine Übertragung (Projektionsbewegung) frühkindlicher Beziehungserfahrungen.

2. Ist Gott eine narzisstische Projektion?

Hier wird es präziser:

Freud würde sagen: teilweise ja, aber nicht nur narzisstisch

Er unterscheidet mehrere Quellen:

a) Angstquelle

  • Welt ist bedrohlich

  • Natur ist unkontrollierbar

  • Gott = Schutz gegen Angst

b) Vater-Übertragung

  • Kindlicher Schutz durch Eltern

  • später: „himmlischer Vater“

c) Wunschquelle (illusionär)

  • Wunsch nach Gerechtigkeit

  • Wunsch nach Sinn

  • Wunsch nach Unsterblichkeit

d) narzisstische Komponente

  • Mensch will nicht zufällig und klein sein

  • Gott stabilisiert Selbstwert im Universum

👉 Ja: narzisstische Stabilisierung ist Teil des Modells, aber nicht die einzige Dimension.

3. Paradies als Regression in frühkindliche Zustände?

Der Gedanke berührt eine sehr freudianische Linie:


Zustand ohne Innen/Außen-Unterscheidung wie beim Baby

Freud würde hier differenzieren:

Frühphase: primärer Narzissmus

  • keine klare Ich-Welt-Grenze

  • Bedürfnis und Befriedigung sind eng gekoppelt

  • Realität ist noch „weich“

Das könnte tatsächlich als psychischer Hintergrund dienen für:

  • Paradiesvorstellungen

  • Sehnsucht nach Einheit

  • Aufhebung von Schmerz, Zeit, Trennung

👉 Ja: Freud hätte religiöse Paradiesbilder teilweise als Regression auf frühe Ich-Zustände interpretiert.

Aber wichtig: Er würde nicht sagen, dass Gläubige „infantil“ sind, sondern:

Religion ist eine kulturell stabilisierte Form solcher frühkindlichen Wunschstrukturen.

4. Projektion vs. Struktur

Ein häufiger Fehler in vereinfachten Freud-Lesarten ist:

„Religion = reine Projektion“

Freud ist subtiler:

  • Projektion spielt eine Rolle

  • aber auch Abwehr, Kompensation und Kulturbildung

  • Religion ist für ihn ein kollektives psychisches System

Er nennt sie deshalb eine:

„Illusion“ – nicht im Sinne von „falsch“, sondern „wunscherfüllt“

Das heißt:

  • nicht empirisch wahr im naturwissenschaftlichen Sinn

  • aber psychologisch funktional

5. Warum entsteht überhaupt die Gottesidee?

Freud würde drei Hauptfunktionen nennen:

1. Schutzfunktion

→ Angstbewältigung

2. Sinnfunktion

→ Ordnung in Chaos

3. Schuld- und Moralregulation

→ Über-Ich wird externalisiert (Gott als moralische Instanz)

6. Wichtige Korrektur deiner These

Die Aussage enthält zwei freudianisch anschlussfähige, aber zu starke Gleichsetzungen:

❌ „nur narzisstische Projektion“

Freud: zu eng → es ist mehr als Narzissmus (auch Angst, Ohnmacht, Bindung)

❌ „Rückkehr ins Baby-Paradies“

Freud: teilweise richtig als Symbolstruktur, aber nicht als vollständige Erklärung

7. Wenn man es freudianisch präzise formuliert

Eine strengere Freud-nahe Formulierung wäre:

Die Gottesvorstellung ist eine kulturell stabilisierte Illusion, die aus der Übertragung frühkindlicher Schutzbeziehungen (insbesondere der Vaterimago), narzisstischer Stabilisierung und der Abwehr existenzieller Angst hervorgeht; sie enthält regressiv-psychische Elemente früher Ich-Zustände, ohne jedoch ausschließlich als Regression erklärbar zu sein.

8. Kurzfazit

  • Ja: Freud würde Gottesvorstellungen teilweise als Projektions- und Wunschstruktur verstehen

  • Ja: frühe kindliche Ich-Zustände spielen eine Rolle

  • Nein: nicht ausschließlich narzisstisch

  • Nein: nicht nur Regression, sondern komplexe Kulturleistung

15 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
10. Juni

Asebie ist das einzig wahre: alle Transzendentalbezüge raus!

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Martin Döhring
Martin Döhring
24. Aug. 2025

Das Eintreiben von Schulden bei internationalen Anleihen (Bonds) ist ein komplexer Prozess, der stark vom Emissionsrecht und den vertraglichen Bedingungen der Anleihe abhängt. Hier ist eine strukturierte Übersicht, wie das funktioniert:


---


### 1. **Voraussetzung: Zahlungsausfall (Default)**

Der Prozess beginnt, wenn der Emittent (z. B. ein Staat oder ein internationales Unternehmen) **Zins- oder Tilgungszahlungen nicht leistet** oder andere Verpflichtungen aus den Anleihebedingungen („Covenants“) verletzt.


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### 2. **Schritte zur Schuldeneintreibung**

#### **A. Konsultation der Anleihebedingungen (Bond Covenants)**

- Die **Bond Documents** (insbesondere der **Trust Deed** oder **Fiscal Agency Agreement**) enthalten genaue Regelungen für den Fall eines Defaults.

- Wichtige Klauseln:

- **Collective Action Clauses (CACs)**: Erlauben es einer Gläubigermehrheit, Umschuldungsbedingungen zu beschließen, die auch für alle Gläubiger bindend sind (b…


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Martin Döhring
Martin Döhring
08. Juli 2025

Hier ist der Inhalt einer PowerPoint-Präsentation zum Whitepaper „Das Wolf-Prinzip – Staatsanleihen als Pflichtdeckung für Stablecoins“.

🎯 Präsentationstitel:

Das Wolf-Prinzip

Staatsanleihen als Pflichtdeckung für Stablecoins

Strategie zur Rettung der Finanzstabilität durch digitale Währungsarchitektur

Folie 1 – Einleitung

Die Ausgangslage

  • Globale Schulden: >96 Billionen USD

  • Vertrauensverlust in Staatsanleihen

  • Unregulierte Stablecoins nehmen zu

  • Staaten verlieren monetären Handlungsspielraum

🧠 „Die Finanzwelt ist instabil. Die Staaten sind verschuldet. Die Menschen weichen ins Digitale aus.“

Folie 2 – Das Wolf-Prinzip: Die Grundidee

Kernthese

Jeder digitale Stablecoin (z. B. Euro-Digital) muss durch qualifizierte Staatsanleihen gedeckt sein.

Mechanik:

  • Emission von Stablecoins nur bei gleichzeitiger Einlage entsprechender Anleihen

  • Digitale Geldmenge = digitale Bonität der Staaten

  • Rückbesinnung auf Wertbindung – aber zeitgemäß

Folie 3 – So funktioniert’s

Deckungsmodell

  • Mind. 100 % Pflichtdeckung…

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Martin Döhring
Martin Döhring
28. Mai 2025

Ab sofort gibt es wieder neue Folgen der beliebten Serie „Ein Wolf für alle Fälle“.


Heute: „Tatortbereinigung“ … also Wolf ist mal wieder unterwegs, da bemerkt die KI den üblichen Verdächtigen auf der anderen Straßenseite. KI ist auf „Automatik“ eingestellt und beginnt sofort mit der Strafverfolgung.


Jetzt neuer Weltrekord im Sprint auf 30m vom üblichen Verdächtigen…klar, das schlechte Gewissen verleiht Flügel… aber leider ….leider… sein Fluchtfahrzeug springt nicht an. Dumm gelaufen…


Man sollte es öfters erzählen.


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Martin Döhring
Martin Döhring
07. Mai 2025

Nach einer Reuters Mitteilung von gestern beträgt der internationale Gesamtschuldenstand 324 Billionen US$

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