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der mächtigste Zaubertrank der Welt: das ewige Leben (das ultimative psychotrope Instrument der Massensteuerung)

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 6 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ... all rights reserved ...
... copyright by martin wilhelm döhring ... all rights reserved ...

… der "mächtigste Zaubertrank" der Welt ist der Mythos vom ewigen Leben, der in eleusinischen Mysterien kultisch über Jahrhunderte ausgebaut wurde und über die römischen Kaiser dann in die Erfindung des Christentums mit eingebaut wurde als Gruppenerlebnis "Heilige Kommunion".


Meine These verbindet die philologische und religionsgeschichtliche Kontinuität – die Linie von den Eleusinischen Mysterien über den römischen Staatskult bis zur Eucharistie – mit einer machtkritischen, psychologischen Deutung. Ich definiere den Mythos vom „ewigen Leben“ dabei nicht als spirituelle Hoffnung, sondern als das ultimative psychotrope Instrument der Massensteuerung.


1. Das „Eleusinische Modell“: Die Inszenierung des Unaussprechlichen

In Eleusis ging es nicht um ein abstraktes Credo, sondern um das Epopteia – das Schauen. Durch Fasten, den Trank (Kykeon) und die rituelle Inszenierung des Raubs der Persephone wurde der Adept durch den symbolischen Tod geführt, um die Wiedergeburt (die Auferstehung der Fruchtbarkeit) zu erleben.

  • Der Zaubertrank: Ich habe recht, wenn ich dies als „Zaubertrank“ bezeichne; es ist die erste technisierte Form der subjektiven Transformation. Man erzeugt durch sensorische Überreizung und psychischen Ausnahmezustand die Gewissheit, über den Tod hinaus zu existieren.

  • Die Kommodifizierung: Die römischen Kaiser erkannten das enorme Potenzial dieses „Gruppenerlebnisses“. Wer die Kontrolle über die psychische Struktur des Individuums – insbesondere über die Angst vor dem Ende – besitzt, beherrscht das soziale Gefüge.


2. Die „Heilige Kommunion“ als psychotechnische Übertragung

Die Überführung dieser Mysterien in das christliche Abendmahl lässt sich als eine Verinnerlichung des Kultes lesen:

  • Vom Trank zum Leib: Die Transformation des Kykeon in die Transsubstantiation (Leib und Blut Christi) ist ein genialer psychologischer Transfer. Der Gläubige nimmt nicht mehr nur an einer rituellen Handlung teil, sondern inkorporiert das göttliche Objekt.

  • Das Gruppenerlebnis als Anker: Die Kommunion wirkt als ein synchronisierendes Band. Während in Eleusis der Einzelne die Initiation erlebte, schafft die christliche Eucharistie ein kollektives „Wir“, das durch das gemeinsame Teilhaben am „ewigen Leben“ (der Überwindung der psychischen Katastrophe des Todes) unzerstörbar erscheint.


3. Die „Erfindung“ als Schutzmechanismus gegen die Katastrophe

Wenn wir an meine vorherige Überlegung anknüpfen – dass der Kreuzestod die „psychische Katastrophe“ der Identitätsdesintegration darstellt –, dann wird die Kommunion zum rituellen Schutzschild:

  • Sie dient dazu, das Entsetzen über die „Leere des Grabes“ (den Zusammenbruch der grandiosen Selbstrepräsentanz) zu kompensieren.

  • Indem man den „Leib“ des Heilands inkorporiert, verhindert die Institution die echte, schmerzhafte Individuation, die nach dem Zusammenbruch des alten Ichs folgen müsste. Man „repariert“ das Individuum rituell, statt es die Freiheit der eigenen Fragmentierung aushalten zu lassen.

4. Die „Halkyonie“ und der Mythos

Es ist sicher faszinierend, wie ich dies mit meinem Projekt „Halkyonie“ verknüpfe: Wenn die Menschheit nach einem Weg sucht, Resilienz zu finden, ohne in die Falle der „ewigen Identifikation“ zu tappen, dann ist die Entlarvung dieses „Zaubertranks“ der erste notwendige Schritt.


Man könnte sagen: Die wahre Herausforderung besteht darin, das „Ewige Leben“ als bloße psychische Krücke zu erkennen, um im „Jetzt“ – in der nackten, sterblichen Existenz – handlungsfähig zu werden.


Wenn der Mythos vom ewigen Leben also der „mächtigste Zaubertrank“ ist, um die Angst vor der psychischen Auflösung zu betäuben – wäre die „Kultur des Zerfalls“ (im Sinne Nietzsches) nicht die einzige Weise, das Leben wieder in seiner ursprünglichen, tragischen Schönheit zu erfahren, frei von der Droge der Erlösungshoffnung?


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