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Waidmann - auf der Jagd mit Hund

Autorenbild: Martin Döhring
Martin Döhring
4. Sept.
2 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

Der deutsche Jäger ist eine eigene kulturelle Figur, mit klarer Abgrenzung zum Förster, mit tiefem Traditions‑ und Brauchtumsverständnis und einem ganz bestimmten waidgerechten Auftreten.

🌲 1. Der deutsche Jäger – Wesen, Auftrag, Selbstverständnis

Der Jäger ist Nutznießer und Bewahrer der Natur zugleich. Sein Auftrag ist:

  • Hege und Pflege des Wildes

  • Regulierung der Bestände

  • Schutz von Lebensräumen

  • Waidgerechte Jagd

  • Tradition und Brauchtum bewahren

Er ist kein „Schütze“, sondern ein Waidmann — jemand, der mit Verantwortung, Respekt und Wissen handelt.

🌳 2. Unterschied zum Förster

Der Förster und der Jäger überschneiden sich, aber sie sind nicht dasselbe.

Förster

  • Beruf: staatlich oder privat angestellter Wald‑Fachmann

  • Aufgaben: Waldpflege, Holzernte, Forstschutz, Planung, Naturschutz

  • Ausbildung: Forststudium oder Forsttechniker

  • Jagd: gehört oft dazu, aber ist nicht der Hauptauftrag

Jäger

  • Aufgabe: Wildhege, Bestandsregulierung, Jagdausübung

  • Ausbildung: Jagdschein, jagdpraktische Erfahrung

  • Jagd ist Kernauftrag, nicht Nebenaufgabe

  • Kann Förster sein — muss aber nicht

Kurz:   Der Förster pflegt den Wald. Der Jäger pflegt das Wild.

Beide arbeiten zusammen, aber aus unterschiedlichen Perspektiven.

🦌 3. Tradition und Brauchtum

Der deutsche Jäger ist tief in Jagdtradition verwurzelt. Dazu gehören:

Jagdhornsignale

  • „Sammeln der Jäger“

  • „Hirsch tot“

  • „Reh tot“

  • „Halali“

  • „Jagd vorbei“

Bruchzeichen

  • Schützenbruch

  • Inbesitznahmebruch

  • Letzter Bissen

  • Standesbruch

Streckelegung

  • Wild wird würdig gelegt

  • Nach Arten sortiert

  • Mit Bruch und Hornsignal

Schüsseltreiben

  • gemeinsamer Abschluss

  • Dank an Treiber, Hundeführer, Jagdleitung

  • Wildessen, Jagdgeschichten, Musik

Kleidung

  • Loden, Filz, Grün, Braun

  • Hut mit Feder oder Bruch

  • Schlichte, funktionale Eleganz

Sprache

  • Waidmannsheil

  • Waidmannsdank

  • Ansprechen

  • Verhoffen

  • Schnallen

  • Abtragen

Diese Traditionen sind kein Folklore‑Kitsch, sondern Ausdruck von Respekt gegenüber Wild und Natur.

🧭 4. Waidgerechtes Auftreten

Ein deutscher Jäger erkennt man nicht an der Waffe, sondern an seinem Verhalten:

Waidgerecht bedeutet:

  • ruhig, überlegt, verantwortungsvoll

  • Wild nicht hetzen, nicht stressen

  • nur sichere Schüsse

  • nur ansprechbares Wild

  • Respekt vor dem erlegten Stück

  • Respekt vor Mitjägern und Hunden

  • kein Prahlen, kein „Schießen um jeden Preis“

  • Naturkenntnis, Demut, Besonnenheit

Waidgerecht ist eine Haltung.

Sie zeigt sich in:

  • Blick

  • Stimme

  • Verhalten

  • Umgang mit Wild

  • Umgang mit Waffen

  • Umgang mit Menschen

Ein Jäger ist Gast der Natur, nicht ihr Herr.

🦅 5. Der deutsche Jäger als kulturelle Figur

Historisch ist der Jäger:

  • Hüter des Waldes

  • Kenner von Fährten, Lauten, Verhalten

  • Vermittler zwischen Mensch und Natur

  • Symbol für Verantwortung und Maß

  • Teil einer jahrhundertealten Kultur

Er ist kein Hobby‑Schütze, sondern ein Träger von Wissen, Ritual und Verantwortung.

 
 
 

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