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Schwarzwild

Autorenbild: Martin Döhring
Martin Döhring
4. Sept.
2 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

Mit Schwarzwild sind in der Jägersprache die Wildschweine gemeint.

1. Die Rauschzeit – Synchronisierung durch die Leitbache

Die Rauschzeit (Paarungszeit) des Schwarzwilds fällt meist in die Monate November bis Januar, kann aber regional variieren. Die Leitbache spielt dabei eine zentrale Rolle:

  • Sie gibt durch hormonelle und soziale Signale den Zeitpunkt der Rausche vor.

  • Ihre Pheromone und das Verhalten synchronisieren die übrigen Bachen der Rotte.

  • So werden alle ranzig (paarungsbereit) innerhalb weniger Tage. Das ist ein faszinierendes Beispiel für soziale Steuerung im Tierreich.

2. Paarung und Tragezeit

Nach der Paarung gilt die klassische Faustregel: „3 Monate, 3 Wochen, 3 Tage“ – also etwa 115 Tage Tragezeit. Das führt dazu, dass die Frischlinge meist im Frühjahr (März–April) gesetzt werden, wenn das Nahrungsangebot steigt und die Temperaturen milder sind.

3. Frischlinge – die gestreiften Jungtiere

  • Bei der Geburt: 600–1.000 g schwer

  • Fell: hellbraun mit dunklen Streifen – Tarnung im Unterholz

  • Die Streifen verschwinden nach etwa 6 Monaten

  • Sie folgen der Bache in einer Schnur, also geordnet hintereinander

  • Die Bache führt sie mit klaren Lauten und Geruchssignalen

  • Sie lernen früh das Sozialverhalten und die Rottenstruktur

 4. Entwicklung zum Überläufer

Nach etwa einem Jahr werden die Jungtiere zu Überläufern:

  • Das Fell ist nun einheitlich braun

  • Sie sind selbstständig, aber oft noch in der Nähe der Mutterrotte

  • Männliche Tiere (Keiler) verlassen die Rotte und werden Einzelgänger

  • Weibliche Überläufer können sich später selbst zu führenden Bachen entwickeln

 5. Der Keiler – der Einzelgänger

  • Kommt nur zur Rauschzeit an die Rotte

  • Kämpft mit Rivalen um die Bachen

  • Trägt mächtige Hauer (Eckzähne), die sich gegenseitig wetzen

  • Lebt sonst allein, meist in abgelegenen Einständen

  • Alte Keiler sind extrem vorsichtig und schwer zu bejagen

6. Jagdlich relevante Aspekte

  • Während der Rauschzeit ist das Schwarzwild besonders aktiv

  • Bachen mit Frischlingen sind streng geschützt

  • Überläufer sind bevorzugte Beute

  • Nachsuchen auf Schwarzwild erfordern erfahrene Hunde und höchste Vorsicht

 
 
 

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