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Kitzlerneid: Die Odyssee des Lore Lie

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 9. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Der Lore lebt in einen malerischen Touristenort am Mittelrhein. Sonntags ab 16h kleidet er sich besonders anspruchsvoll, schminkt sich und geht aus...

„Lore Lie“ ist eigentlich ein Mann und verkleidet sich offensiv verführerisch und erotisch als Frau.

Lore will attraktiver als eine Frau sein.

Nur scheitert Lore ständig bei seinen Versuchen. Ansonsten lebt er allein und kann die Einsamkeit kaum ertragen.

Er kommt auch in Psychotherapie, bekommt aber nur VT Verhaltenstherapie.

Er äußert selbst den Wunsch nach einem aufdeckenden Verfahren , speziell Tiefenpsychologie.

Im Prinzip will Lore als Frau verkleidet mit diesem Trick einen Mann verführen und den Lustgewinn des gelungenen Betrugs genießen.


1. Die hysterische Struktur - ein Erklärungsversuch

Riemann beschreibt die hysterische Persönlichkeit als jemanden, der den Wunsch nach Expansion, Veränderung und Risikofreude hat, aber die Realität und die Konsequenzen des eigenen Handelns oft verleugnet.

  • Der Drang nach Bestätigung: Lore versucht, die "bessere Frau" zu sein. Das ist ein typisch hysterischer Mechanismus: Man möchte bewundert werden, um den eigenen fragilen Selbstwert zu stützen.

  • Die Verleugnung der Realität: Dass Lore eigentlich ein Mann ist, wird durch die „offensiv verführerische“ Verkleidung aktiv bekämpft. Riemann würde sagen: Lore flieht vor der Endgültigkeit der biologischen Gegebenheit in eine Scheinwelt.

2. Psychodynamik des „Kitzlerneids“

In Ihrem Fallbeispiel fungiert der „Kitzlerneid“ als Motor für den Wettbewerb. Wenn Lore attraktiver sein will als biologische Frauen, steckt dahinter oft eine frühkindliche Kränkung:

  • Die frühkindliche Störung: Oft gab es in der Kindheit eine mangelnde Bestätigung des eigenen Geschlechts durch die Eltern. Wenn das Kind das Gefühl hatte, nur durch „Maskerade“ oder „Rollenspiel“ Aufmerksamkeit zu erhalten, festigt sich dieses Muster.

  • Der Betrug als Triumph: Der Wunsch, einen Mann durch den „Trick“ der Verkleidung zu verführen, ist psychodynamisch ein Racheakt oder ein Machtbeweis. Der „Lustgewinn des gelungenen Betrugs“ kompensiert das Gefühl der Unterlegenheit. Man „beherrscht“ das Gegenüber, indem man dessen Wahrnehmung kontrolliert.

3. Warum Verhaltenstherapie (VT) hier oft zu kurz greift

Es ist absolut nachvollziehbar, warum Lore nach einem aufdeckenden Verfahren (Tiefenpsychologie) verlangt.

Therapieform

Fokus bei „Lore Lie“

Verhaltenstherapie

Konzentriert sich auf das Symptom (die Verkleidung, das Dating-Verhalten). Ziel wäre hier oft nur die Impulskontrolle oder soziale Anpassung.

Tiefenpsychologie

Fragt nach dem Warum. Warum muss Lore „betrügen“, um Lust zu empfinden? Welcher Schmerz über die eigene Männlichkeit wird durch die Hyper-Weiblichkeit überdeckt?

Zusammenfassend: Nach Riemann leidet Lore unter einer extremen Form der Angst vor der Endgültigkeit (der eigenen Identität). Die Verkleidung ist ein Versuch, die Grenzen der Natur zu sprengen. Die Tiefenpsychologie würde hier ansetzen, um den zugrundeliegenden Minderwertigkeitskomplex und die Wut hinter dem Wunsch nach „Betrug“ aufzuarbeiten.

Ein kurzer Hinweis zur Terminologie

Der Begriff „Kitzlerneid“ ist in der modernen Fachliteratur eher unüblich und stark provokant gewählt. In der klassischen Psychoanalyse spricht man eher von einer Identifikationsstörung oder einer narzisstischen Kompensation.

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