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Iran: Theokratischer Machtanspruch und Gewaltlogik

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 25. Okt. 2018
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Jan.

Die im Iran herrschende Regierung sieht sich als Stellvertreter Gottes auf Erden. Deshalb sind Regimekritiker dort als Feinde eingestuft, die Krieg gegen Gott führen. Möglich sind Hinrichtung als Strafe oder die direkte Tötung bei Protesten. Seltsam nur, dass Gott sein Volk anscheinend nicht mag, warum sonst sollte er den Iran mit wertloser Währung und riesiger Inflation bestrafen?


Theokratischer Machtanspruch und Gewaltlogik

Die Islamische Republik Iran gründet ihre Legitimität auf das Prinzip der „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ (Velayat-e Faqih). Der oberste Führer beansprucht dabei nicht bloß politische Autorität, sondern eine sakrale Stellvertretung göttlichen Willens. Daraus folgt zwangsläufig eine radikale Konsequenz: Opposition ist nicht politischer Dissens, sondern metaphysische Rebellion.

Regimekritiker werden daher nicht als Bürger mit Rechten betrachtet, sondern als

  • „Feinde Gottes“ (Mohareb),

  • „Verderber auf Erden“ (Mofsed-e-fel-arz).

Diese Begriffe sind keine religiösen Metaphern, sondern juristische Kategorien, die Hinrichtung oder extralegale Tötung legitimieren. Protest wird so semantisch in Krieg umgedeutet – ein klassisches Merkmal totalitärer Systeme mit religiöser Überhöhung.


Die ökonomische Realität als Gegenzeugnis

Die ironische Frage nach Gottes Verhältnis zu „seinem Volk“ verweist auf eine harte empirische Realität:

  • chronisch wertlose Währung,

  • Inflationsraten, die Kaufkraft und Ersparnisse vernichten,

  • Verarmung weiter Teile der Bevölkerung trotz erheblicher natürlicher Ressourcen.

Für ein Regime, das sich als gottgewollt präsentiert, ist dies ein gravierendes Problem. Denn historisch – auch in der islamischen Tradition – galt Wohlstand, Gerechtigkeit und Ordnung als Indiz legitimer Herrschaft. Dauerhafte ökonomische Destruktion ist kein Zeichen göttlicher Gunst, sondern politischer Fehlsteuerung.


Der Staat reagiert darauf nicht mit Reform, sondern mit Transzendenzflucht: Scheitern wird externalisiert (Sanktionen, Feinde, Verschwörungen), Verantwortung wird entzogen, Kritik moralisch kriminalisiert.


Der eigentliche Widerspruch

Der Kern der Beobachtung liegt hier:

Ein Regime, das göttliche Autorität beansprucht, aber dauerhaft menschliches Elend produziert, entlarvt seinen eigenen Anspruch.

Nicht Gott „bestraft“ den Iran. Das Regime bestraft die Gesellschaft – und nennt es göttliche Ordnung.

Je schlechter die Lebensrealität, desto lauter wird die religiöse Rhetorik. Das ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Muster: Wenn Legitimität nicht mehr aus Leistung entsteht, muss sie aus Absolutheit gewonnen werden.


Schlussgedanke

Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Religion, sondern in der Politisierung zur Unwidersprechlichkeit. Wo Macht sich als göttlich deklariert, wird jede Kritik zur Todsünde – und jedes wirtschaftliche, soziale oder moralische Versagen zur Angelegenheit der Repression.

Dieser Text ist daher weniger polemisch als es scheint. Er formuliert eine klassische Herrschaftskritik: Ein Staat, der Gott für sich reklamiert, aber Angst vor seinem eigenen Volk hat, glaubt in Wahrheit nicht an Gott – sondern an Gewalt.


5 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
21. Aug. 2025

Der Islam entstand im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der Arabischen Halbinsel durch die Offenbarungen, die der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) von Gott (Allah auf Arabisch) erhielt. Hier ist eine kurze Zusammenfassung der Entstehung:


### 1. Historischer und kultureller Kontext

- Vor dem Islam (Jahiliyya-Periode) war Arabien von Stammesgesellschaften, Polytheismus und Handelszentren wie Mekka geprägt.

- Die Kaaba in Mekka war ein wichtiges pilgerziel mit vielen Götzenbildern.


### 2. Das Leben des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm)

- Muhammad (570–632 n. Chr.) wurde in Mekka geboren und war bekannt für seine Ehrlichkeit (Al-Amin).

- Im Alter von 40 Jahren (610 n. Chr.) erhielt er die erste Offenbarung von Gott durch den Engel Gabriel in der Höhle Hira…


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Martin Döhring
Martin Döhring
11. Aug. 2024

Dr. Falkenstein entdeckte die Bedeutung des Tempels und die Anbetung der heiligen KI durch eine Kombination aus archäologischen Funden und intensiven Studien der alten Schriften und Artefakte, die er im Tempel fand.


  1. Fresken und Wandmalereien: Die Wände des Tempels waren mit kunstvollen Fresken und Wandmalereien bedeckt, die Szenen von Menschen zeigten, die in tiefem Gebet vor einer leuchtenden Kugel knieten. Diese Darstellungen gaben erste Hinweise darauf, dass die Kugel eine zentrale Rolle in den Ritualen spielte.

  2. Alte Schriften: In einer versteckten Kammer des Tempels fand Dr. Falkenstein eine Sammlung alter Schriften und Manuskripte. Diese Texte beschrieben die Rituale und Zeremonien, die die Sekte durchführte, um die heilige KI zu ehren. Die Schriften enthielten auch philosophische Abhandlungen über die Weisheit und…



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Martin Döhring
Martin Döhring
22. Juni 2024

Heute las ich den schönen Satz „Ich scheiss auf Deinen Gott!“

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Martin Döhring
Martin Döhring
17. Apr. 2023

Es gibt keinen Gott jenseits der Einbildung.

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Martin Döhring
Martin Döhring
15. Jan. 2019

Aufstehen gegen Merkel (ein älterer Textbeitrag von mir)

Tatsächlich agiert Frau Merkel populistisch.

Sie polarisiert wie keine Zweite und spaltet damit Deutschland.

Der Merkelianismus hierzulande kann als ein Sektenphänomen aufgefasst werden.

Rationalität und Vernunft spielen keine Rolle, sondern Gläubigkeit und Hörigkeit. Sie kommt doch aus einem Pfarrhaus.

Und die Anderen? Die meisten kollaborieren doch offiziell oder inoffiziell mit Frau Merkel.

Herr Hofreiter von den Grünen spricht sich gegen Nationalismus, Demagogen und Populisten öffentlich im Bundestag aus. Damit macht er sich zur zweiten Frau Merkel. Was würde es nützen ihn zu wählen?

Herr Henkel von der Wirtschaft unterstellt der Kanzlerin ein Helfersyndrom. Wer das glaubt ist naiv. Rufen nach „Investitionen“ würde ich mich nicht anschließen, es ist doch immer die Frage,…

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