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Golf von Aden - eines der zentralen geostrategischen Krisengebiete der Weltwirtschaft

Autorenbild: Martin Döhring
Martin Döhring
28. Aug.
2 Min. Lesezeit

Die Huthis (Ansar Allah) im Jemen greifen seit Juli 2026 gezielt saudisch-verbundene Schiffe und Infrastruktur im Roten Meer und Golf von Aden an und haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien erklärt. Das betrifft die Meerenge Bab el-Mandeb (Verbindung Rotes Meer – Golf von Aden) und indirekt den Suezkanal.


Was ist passiert?

  • Hintergrund: Die Angriffe hängen mit dem größeren Konflikt um den Iran-Krieg (seit Ende Februar 2026) und Spannungen mit Saudi-Arabien zusammen. Nach Vorwürfen gegenseitiger Angriffe (u. a. auf den Flughafen Sanaa) erklärten die Huthis am 20. Juli 2026 eine Blockade gegen saudische Schiffe und Ölexporte. Sie sehen sich als Teil der iranischen „Achse des Widerstands“.

  • Angriffe: Mehrere saudische Öltanker (u. a. Amzan am 24. August vor Yanbu, Encelia,NCC Ghazal und weitere) wurden mit Raketen, Drohnen oder Projektilen getroffen. Es gab Brände, aber oft keine oder wenige Opfer. Am 11. August wurde das ägyptisch betriebene Containerschiff Tihamah im Bab el-Mandeb getroffen – dabei starben mindestens sechs Personen (vier Besatzungsmitglieder und zwei Retter). Die Huthis behaupten, es habe saudische Militärgüter transportiert; die jemenitische Regierung spricht von Lebensmitteln.

  • Weitere Aktionen: Angriffe auf saudische Öl- und Raffinerieanlagen (z. B. Jizan und Yanbu) und Drohungen gegen Schiffe, die saudische Häfen anlaufen.


Auswirkungen auf Schifffahrt und Suezkanal

  • Bab el-Mandeb / Golf von Aden / Rotes Meer: Der Verkehr ist deutlich zurückgegangen (zeitweise um 20–40 % oder mehr bei Tankern, besonders saudisch-verbundenen). Viele Schiffe weichen aus, drehen um oder fahren langsam. Tanker-Transite sanken stark; einige gehen nun über den Suezkanal statt südwärts durch Bab el-Mandeb.

  • Suezkanal: Der Verkehr erholt sich insgesamt leicht und liegt auf dem höchsten Stand seit Anfang 2024 – bleibt aber ca. 40 % unter dem Niveau vor den Houthi-Angriffen (ab Ende 2023). Bulker und Containerschiffe nehmen zu, Tanker eher ab. Ägypten leidet unter niedrigeren Gebühren. Viele Reedereien meiden die Route weiterhin oder nutzen Umwege ums Kap der Guten Hoffnung.

  • Öl und globale Auswirkungen: Saudi-Arabien leitet Öl über die Westküste (Yanbu) und den Sumed-Pipeline nach Ägypten um, weil die Straße von Hormus durch den Iran-Konflikt stark eingeschränkt ist. Die doppelte Bedrohung (Hormus + Bab el-Mandeb) treibt Preise und Versicherungsprämien hoch. Schiffe mit Saudi-, Israel-, US- oder UK-Bezug gelten als besonders gefährdet.


Aktueller Stand (Stand Ende August 2026)

Laut Lloyd’s List Intelligence vom 27. August 2026 steigt der Suez-Verkehr weiter, bleibt aber deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Die Huthis konzentrieren sich vor allem auf saudisch-verbundene Schiffe; eine vollständige Sperrung des Bab el-Mandeb gibt es offiziell nicht, der Effekt ist aber spürbar. Internationale Marinemissionen (z. B. EU Aspides) und Warnungen (UKMTO, MARAD) laufen weiter. Die Lage ist volatil und eng mit dem Iran-Konflikt und den jemenitischen Spannungen verknüpft.

Kurz: Die Huthis nutzen ihre Kontrolle über Teile der jemenitischen Küste, um Druck auf Saudi-Arabien und den globalen Schiffsverkehr auszuüben. Der Suezkanal ist nutzbar, aber riskanter und weniger frequentiert als früher. Die Situation ändert sich schnell – aktuelle Schiffsdaten und Sicherheitswarnungen (z. B. UKMTO) sind die beste Quelle für den Moment.


1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
31. Aug.

Die Lage ist angespannt: Die Huthi haben die Durchfahrt durch das Rote Meer und den Zugang zum Suezkanal massiv gefährdet.


Das ist der aktuelle Stand:


⚔️ Angriffe und Blockade


Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und drohen damit, die Angriffe Richtung Norden bis zum Suezkanal auszuweiten. Es gab schwere Angriffe auf Handelsschiffe – erst kürzlich wurden bei einem Angriff auf ein Schiff vor der Küste des Jemen fünf Besatzungsmitglieder getötet. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO stuft das Risiko für den südlichen Teil des Roten Meeres weiterhin als "erheblich" ein.


💥 Doppelte Nadelöhr-Krise


Die Angriffe treffen die Weltwirtschaft an einer strategisch extrem verwundbaren Stelle:


· Die Route: Die Straße von Bab al-Mandab ist das Nadelöhr für Schiffe,…


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