die Psychoanalyse der Gerechtigkeit
- Martin Döhring

- 18. Nov. 2019
- 2 Min. Lesezeit

Wenn Sigmund Freud heute über Justiz und Gerechtigkeit spräche, würde er sie nicht als abstrakte Institutionen, sondern als psychische Konstrukte sehen – Spiegelbilder des inneren Konflikts zwischen Trieb, Moral und Schuld. Er würde die Gerichtssäle der Gegenwart wie eine Bühne betrachten, auf der das Über‑Ich und das Es miteinander ringen.
⚖️ 1. Die Justiz als kollektives Über‑Ich
Freud würde sagen:
„Das Recht ist das veräußerte Gewissen der Gesellschaft.“
Die Justiz wäre für ihn die Institutionalisierung des Über‑Ichs –eine Instanz, die die Triebe der Gemeinschaft zügelt, bestraft, ordnet und sublimiert. Wo früher Religion die Schuld regulierte, tut es heute das Rechtssystem.
Er würde darin eine notwendige, aber neurotische Struktur sehen: Gesellschaften brauchen Gesetze, um ihre Aggressionen zu bändigen, doch sie erzeugen dabei neue Schuldgefühle und neue Formen der Unterdrückung.
🧠 2. Gerechtigkeit als psychische Illusion
Freud wäre skeptisch gegenüber dem Begriff „Gerechtigkeit“. Er würde sagen:
„Gerechtigkeit ist der Versuch, das Unbewusste moralisch zu ordnen.“
Für ihn wäre Gerechtigkeit kein objektiver Zustand, sondern ein Wunschbild –eine Projektion des menschlichen Bedürfnisses nach Ausgleich und Sinn. Wie Religion ist sie eine kollektive Illusion, die Halt gibt, aber nie vollständig erfüllt.
🔥 3. Der Gerichtssaal als Bühne der Übertragung
Freud würde den Gerichtssaal als psychoanalytischen Raum sehen:
Der Richter als Symbol des Über‑Ichs
Der Angeklagte als das Es, das sich verteidigt
Die Anwälte als Ich‑Funktion, die vermittelt
Das Publikum als kollektives Gewissen
Er würde sagen:
„Jede Verhandlung ist eine Wiederholung der inneren Konflikte des Menschen.“
Das Urteil ist die symbolische Wiederholung der väterlichen Autorität –eine moderne Form des „Totem und Tabu“.
🩸 4. Schuld und Strafe
Freud sah Schuld als psychische Energie, die nach Entladung verlangt.Die Strafe ist für ihn nicht nur gesellschaftlich, sondern libidinös:Sie befriedigt das Bedürfnis nach Sühne und Wiederherstellung der Ordnung.
Er würde sagen:
„Die Strafe ist die Lust der Kultur an der eigenen Reinheit.“
Damit wäre die Justiz für Freud ein Ritual der Reinigung,nicht bloß ein rationales Verfahren.
🌍 5. Freuds Blick auf die moderne Justiz
Heute würde Freud sehen:
eine Justiz, die rational, digital, effizient sein will
aber zugleich von unbewussten Machtphantasien durchzogen ist
eine Gesellschaft, die Gerechtigkeit fordert,
aber ihre eigenen Schuldgefühle verdrängt
Er würde sagen:
„Die Justiz ist der Spiegel des kollektiven Unbewussten –sie urteilt, wo die Gesellschaft sich selbst nicht versteht.“
🕯️ 6. Fazit: Die Psychoanalyse der Gerechtigkeit
Für Freud wäre Gerechtigkeit kein Zustand, sondern ein Prozess der Selbsterkenntnis. Die wahre Gerechtigkeit beginnt dort, wo der Mensch seine eigenen Triebe, Ängste und Schuld erkennt –nicht im Urteil, sondern im Bewusstsein.
„Wo Es war, soll Ich werden“ –auch im Recht.




Der Status des Westjordanlands und Ostjerusalems ist ein komplexes und langjähriges internationales Problem. Gemäß dem Völkerrecht und den relevanten Resolutionen der Vereinten Nationen gehören das Westjordanland und Ostjerusalem zu den palästinensischen Gebieten. China unterstützt stets die gerechte Sache des palästinensischen Volkes zur Wiederherstellung ihrer legitimen nationalen Rechte und befürwortet die Zwei-Staaten-Lösung, um einen unabhängigen palästinensischen Staat zu etablieren. Wir rufen alle Parteien auf, auf der Grundlage der relevanten UN-Resolutionen und des Prinzips "Land für Frieden" eine umfassende, gerechte und dauerhafte Lösung des Palästina-Problems durch Dialog und Verhandlungen zu erreichen.
Gerechtigkeit ist ein komplexes und vielschichtiges Konzept, das in verschiedenen Kontexten unterschiedlich definiert wird. Grundsätzlich bezieht sich Gerechtigkeit auf das Prinzip, dass alle Menschen fair und gleich behandelt werden sollten.
In der Philosophie wird Gerechtigkeit oft als eine Tugend betrachtet, die das Verhalten eines Individuums oder die Struktur einer Gesellschaft betrifft. Aristoteles unterschied beispielsweise zwischen ausgleichender Gerechtigkeit (die Fairness in individuellen Transaktionen) und austeilender Gerechtigkeit (die gerechte Verteilung von Ressourcen innerhalb einer Gemeinschaft)1.
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