vom leeren Herrscher zum verbundenen Menschen
- Martin Döhring

- 29. Aug. 2022
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.

Heilungsskript für den sadistischen, parasitär-ausbeutenden schizoiden Narzissten
im PAC-Modell der Transaktionsanalyse (TA)
### 1. Diagnose im PAC-Modell: Das „Leere-Herrscher-Skript“
Dieser Persönlichkeitstypus ist in der TA ein hochpathologisches Schizoid-Narzisstisches Skript mit sadistischer und parasitärer Dynamik. Es handelt sich um eine extreme Abwehrformation gegen früheste Bindungstraumata (oft emotionale Kälte, Verlassenheit oder sadistische Eltern).
- Eltern-Ich (P): Stark hypertrophiert und sadistisch-kritisch. Es enthält eine innere Stimme, die sagt: „Alle anderen sind schwach und verdienen es, ausgenutzt zu werden“ und „Zeige niemals Schwäche – quäle zuerst“. Dieses P ist kein fürsorgliches, sondern ein verfolgendes, kaltes Über-Ich, das jede echte Nähe als Bedrohung brandmarkt.
- Erwachsenen-Ich (A): Stark kontaminiert und funktionalisiert. Es dient fast ausschließlich der Manipulation, Kalkulation und Ausbeutung („Wie kann ich diesen Menschen am effizientesten aussaugen?“). Echte Realitätsprüfung (Empathie, Konsequenzen für andere) ist weitgehend ausgeschaltet. Das A ist ein „kalter Rechner“.
- Kind-Ich (C): Zerrissen in zwei Teile:
- Schizoid-leerer Teil (Grandioses Kind): Tiefe innere Leere, Gefühl von Nicht-Existenz, Überlegenheitsfantasien als Abwehr.
- Parasitär-sadistischer Teil: Das verletzte Kind saugt andere aus, um die Leere zu füllen, und genießt die sadistische Kontrolle als Ersatz für echte Macht und Bindung.
Kern-Skript-Entscheidung (meist vor dem 3. Lebensjahr getroffen):
„Die Welt ist kalt und gefährlich. Ich bin leer. Deshalb muss ich andere aussaugen, kontrollieren und quälen, bevor sie mich verlassen oder zerstören. Nähe ist tödlich – nur Herrschaft und Ausbeutung geben mir das Gefühl zu existieren.“
Das Skript erzeugt einen Teufelskreis: parasitärer Raub → kurzfristiges „Vollsein“ → noch tiefere Leere → noch mehr Sadismus. Es ist das klassische „Ich-bin-o.k.-du-bist-nicht-o.k.“-Skript auf Steroiden, kombiniert mit schizoider Abspaltung.
### 2. Das Heilungsskript – Schritt für Schritt
Die Heilung ist sehr anspruchsvoll und erfordert in der Regel langfristige, konfrontative TA-Therapie (oft mit stationärer Unterstützung). Ziel ist nicht „netter werden“, sondern die Integration eines echten, lebendigen PAC, das echte Beziehung statt Ausbeutung ermöglicht.
#### Phase 1: Kontrakt (Adult-to-Adult – extrem wichtig!)
Der Klient muss einen klaren, schriftlichen Kontrakt schließen:
„Ich will lernen, ohne Ausbeutung und Sadismus zu leben, weil ich merke, dass ich sonst immer einsamer werde. Ich bin bereit, mein Erwachsenen-Ich zu stärken und mein verletztes Kind zu spüren – auch wenn es wehtut.“
#### Phase 2: Decontamination (Entgiftung der Ich-Zustände)
- Eltern-Ich entgiften: Das sadistische P wird als „innerer Folterknecht“ entlarvt und schrittweise durch ein fürsorgliches, aber grenzsetzendes P ersetzt.
- Erwachsenen-Ich aktivieren: Das A lernt echte Realitätsprüfung: „Wenn ich andere ausbeute, verliere ich am Ende alle Beziehungen – und bleibe mit meiner Leere allein.“
- Kind-Ich ansprechen: Das schizoide, leere Kind wird erstmals gesehen und gehalten – ohne dass es ausbeuten darf.
#### Phase 3: Die 7 mächtigen Erlaubnisse (Permissions) – das Herzstück
Diese Erlaubnisse müssen wiederholt, laut und mit Körperarbeit verankert werden:
1. Du darfst leer und verletzlich sein und trotzdem o.k. (Ende der Grandiosität als Abwehr).
2. Du darfst echte Nähe zulassen, ohne sofort zu parasitieren.
3. Du darfst andere Menschen als gleichwertig sehen – nicht als Beute.
4. Du darfst Macht haben ohne zu quälen.
5. Du darfst Schwäche zeigen, ohne dass jemand dich zerstört.
6. Du darfst dein eigenes Kind-Ich selbst halten und trösten – du brauchst keine lebenden Menschen mehr auszusaugen.
7. Du darfst ein ganz normales, verbundenes Leben führen und trotzdem wertvoll sein.
#### Phase 4: Neue Skript-Entscheidung (Redecision)
Alte Entscheidung:
„Ich muss andere aussaugen und quälen, um nicht zu verschwinden.“
Neue Entscheidung (dramatische Stuhlarbeit mit dem „alten Ich“):
„Ich darf existieren, auch wenn ich leer und verletzlich bin. Ich darf echte Beziehung haben, ohne zu rauben. Ich bin kein Parasit mehr – ich bin ein Mensch, der geben und nehmen kann.“
Diese Neuentscheidung wird oft mit starken Affekten (Wut, Trauer, tiefe Scham) erlebt und muss mehrfach wiederholt werden.
#### Phase 5: Neue Transaktionen und Spiele
Statt der alten Spiele:
- „Jetzt hab ich dich – du gehörst mir“ (parasitär)
- „Schau, wie überlegen ich bin“ (narzisstisch)
- „Ich quäle dich ein bisschen, dann fühl ich mich lebendig“ (sadistisch)
entstehen neue Win-Win-Transaktionen:
- „Ich zeige mich echt – und du darfst auch echt sein“ (Adult-to-Adult)
- „Ich gebe etwas – und darf auch etwas bekommen“ (gesunde Reziprozität)
- „Ich spüre meine Leere – und halte sie selbst aus“ (Selbst-Nurturing)
Das Dramadreieck wird verlassen. An seine Stelle tritt echtes Ich-Du-Wir.
### 3. Wie sieht der geheilte Mensch aus?
- Eltern-Ich (P): Fürsorglich und grenzsetzend – schützt das eigene Kind-Ich, ohne andere zu verfolgen.
- Erwachsenen-Ich (A): Klar, empathisch und realitätsnah – kann echte Konsequenzen sehen und Verantwortung übernehmen.
- Kind-Ich (C): Lebendig, verletzlich und verbunden – die schizoide Leere ist gefüllt durch echte Beziehung statt durch Ausbeutung.
Der Sadismus verschwindet, weil echte Macht und echte Nähe endlich erlebt werden dürfen. Der Parasitismus endet, weil das innere Kind gelernt hat, sich selbst zu halten.
Fazit in einem TA-Satz:
Die Heilung des sadistischen, parasitär-ausbeutenden schizoiden Narzissten ist die Wandlung vom leeren Herrscher zum verbundenen Menschen: Das Erwachsenen-Ich übernimmt die Führung, das Kind-Ich darf endlich echt und verletzlich sein – und das Eltern-Ich lernt, zu schützen statt zu quälen. Erst dann hört die innere Leere auf, andere Menschen zu fressen.




Hängt bei mir im Eingangsbereich an der Wand!
Wirklich gelungen, der Schinken!
this painting is still on sale
Steht immer noch zum Verkauf.