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Brand der Hindenburg LZ-129 in Lakehurst

Autorenbild: Martin Döhring
Martin Döhring
vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

...der Brand der **LZ 129 "Hindenburg"** am 6. Mai 1937 in Lakehurst, New Jersey, war das Ende der großen Verkehrsluftschiffahrt - und lief in nur etwa 34 Sekunden ab.


Vorgeschichte


Die Hindenburg war mit 245 m Länge und 200.000 m³ Gasvolumen neben LZ 130 das größte jemals gebaute Luftfahrzeug. Sie war für Helium konstruiert, musste aber wegen eines US-Exportverbots mit Wasserstoff fahren.


Auf der Fahrt Frankfurt - Lakehurst - die Route führte über Köln zum Postabwurf - hatte sie durch Gegenwind bereits 10 Stunden Verspätung. Über Lakehurst herrschte Gewitter.


> Wegen drohender Gewitter fuhr der Kommandant Max Pruss eineinhalb Stunden lang im Kreis, sodass sich die Landung nochmals erheblich verzögerte.


### Die Landung - 18:25 Uhr Ortszeit


Gegen 18:25 Uhr erreichte die Hindenburg ihre Position über dem Ankermast. Die Bodenmannschaft hatte bereits die Landetaue ergriffen. Das Schiff stand nur noch ca. 60-90 Meter über dem Boden und ließ Wasserballast ab, um ausgetrimmt zu werden.


Zeugen sahen dann am Heck, in Höhe der Zellen 4 und 5, ein fahles Flackern - ähnlich einem Elmsfeuer. Sekunden später:


> brach im Heckteil des Schiffes ein Wasserstoff-Feuer aus, das sich schnell ausbreitete. Das Luftschiff verlor dadurch seinen statischen Auftrieb und sank in etwa einer halben Minute auf den Boden.


Der Ablauf nach Augenzeugen und Filmaufnahmen:


1. **19:25:00 Uhr - Entzündung:** Eine Wasserstoffzelle im oberen Heck reißt. Wasserstoff vermischt sich mit Luft.

2. **0-5 Sekunden:** Ein lauter Knall, dann schießt eine riesige, fast unsichtbare Wasserstoffflamme nach oben und hinten. Die Stoffhülle brennt durch. Das Heck sackt ab.

3. **5-15 Sekunden:** Das Feuer frisst sich durch die 16 Gaszellen nach vorn. Durch die Flammen entzündete sich auch der restliche für die Antriebsmotoren mitgeführte Dieselkraftstoff. Das Schiff bekommt starke Schlagseite, der Bug steigt steil nach oben.

4. **15-34 Sekunden:** Das Gerippe bricht in der Mitte. Die Hindenburg stürzt brennend zu Boden, knapp neben dem Ankermast. Die Außenhülle aus mit Cellon und Aluminium lackierter Baumwolle brennt in Sekunden ab.


Das Ganze wurde live vom Reporter Herbert Morrison kommentiert: "Oh, the humanity!" - seine Reportage wurde 1997 ins National Film Registry der USA aufgenommen.


### Opfer und Überlebende


An Bord waren 97 Personen - 36 Passagiere, 61 Besatzung.


> Bei dem Unglück kamen 35 (13 Passagiere, 22 Crewmitglieder) der 97 Personen an Bord und ein Mitglied der Bodenmannschaft ums Leben.


62 Menschen überlebten, viele weil sie aus geringer Höhe absprangen, als das Schiff schon fast am Boden lag. Kapitän Max Pruss überlebte schwer verbrannt, sein Beobachter Ernst Lehmann starb einen Tag später. Kabinenjunge Werner Franz überlebte, weil Wasser aus einem Ballasttank über ihn lief - er starb als letzter Besatzungsangehöriger 2014.


### Was war die Ursache?


Beide Untersuchungskommissionen - die deutsche unter Hermann Göring und die amerikanische des Department of Commerce - kamen zum selben Ergebnis:


> dass die Ursache für den Brand die Entzündung eines Gas-Luft-Gemisches gewesen sein könne, die höchstwahrscheinlich durch eine Büschelentladung ausgelöst worden sei.


Der deutsche Bericht formulierte es vorsichtiger und favorisierte ebenfalls eine elektrische Entladung, möglicherweise ausgelöst durch die abgeworfenen nassen Landetaue.


Die heutige Mehrheitsmeinung: Durch das Gewitter war die Hülle statisch aufgeladen. Die nassen, geerdeten Halteseile wirkten wie ein Blitzableiter - ein Funke entzündete ausströmenden Wasserstoff. Sabotage-Theorien wurden nie bewiesen.


Die Katastrophe bedeutete das sofortige Ende des Zeppelin-Linienverkehrs. Von 17.609 Postsendungen an Bord überstanden nur 368 - heute begehrte Sammlerstücke.

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 5 Tagen

**Exakte Ursache laut dem Beitrag**


Beide offiziellen Untersuchungskommissionen (die deutsche unter Hermann Göring und die amerikanische des Department of Commerce) kamen zum gleichen Ergebnis:


Die Ursache war die **Entzündung eines Wasserstoff-Luft-Gemisches**, die höchstwahrscheinlich durch eine **Büschelentladung** (elektrostatische Entladung) ausgelöst wurde.


### Genauer Ablauf der heutigen Mehrheitsmeinung

- Durch das herrschende Gewitter war die Hülle der *Hindenburg* statisch aufgeladen.

- Die nassen, bereits geerdeten Halteseile wirkten wie ein Blitzableiter.

- Ein Funke entzündete ausströmenden Wasserstoff (vermutlich aus einer undichten Gaszelle im Heck).


Sabotage-Theorien wurden untersucht, aber nie bewiesen.

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