Was taugen eigentlich medizinische Studien?
- Martin Döhring

- 22. Juni 2020
- 2 Min. Lesezeit
Zwei Beispiele aus der Praxis sollen eine Hilfestellung sein, bei der Beantwortung obiger Frage:
1. Offensichtlich überforderte Assistenzärztin bedroht mich mit dem Satz „Über MAO-Hemmer gibt es mit 20.000 Studien die größte Sicherheit“.
Was war geschehen? Für meine Mutter (Privatpatientin) verlangte ich von der Stationsärztin an den Unikliniken, ein besseres Präparat als das älteste und billigste zu geben. Natürlich gibt es weltweit die meisten Studien zu trizyklischen Antidepressiva, die sind ja auch seit Jahrzehnten im Einsatz.
Bekannter Nachteil: MAO-Hemmer machen fett wie Otter.
Wirkungseintritt frühestens nach 3 Wochen.
Ambulanter Einsatz gehört meiner Meinung nach verboten, weil nach 1 Woche die Selbstmordgefahr ins Unermessliche steigt (deshalb 3-trizyklisch, Antriebssteigerung deutlich vor möglicher Stimmungsaufhellung)
40% der Antidepressiva versagen in der Initialtherapie der Depression (non-responder).
Natürlich bekam meine Mutter ersatzweise ein altersentsprechendes Präparat mit zuverlässigem Wirkungseintritt nach nur einer Woche. Versteht sich…
2. Hochaggressive und standesgemäß über-potente Herzchirurgin, vollkommen emanzipiert von jeglichen Selbstzweifeln wie weiland Sauerbruch himself, brüllt mich im Gespräch an „Patientin nach EURO-2 Norm muss operiert werden“.
Hier hatten mich die Kollegen versucht zu verladen, primär sollte die Patientin natürlich eine interventionelle Herzklappe bekommen. Aus Versehen bin ich bei der Herzchirurgin gelandet. Gesprächsverlauf hätte ich schon vorher antizipieren können.
Problem: Herzklappen-OP Letalität over-all vielleicht 10-20%. Im konkreten Fall konnte ich die Patientin aus Gewissensgründen nicht für die Chirurgie freigeben, sie hätte wahrscheinlich aufgrund diverser Vor- und Begleiterkrankungen nicht überlebt. Der durchaus beliebten Chefärztin mit dem Holzhammer Charme habe ich einen Korb gegeben.
Nun, mit fast Einsatz von körperlicher Gewalt konnte ich meinen Willen durchboxen. Die Patientin bekam ihre Herzklappe vom Kardiologen und zwar ohne OP mit Interventioneller Technik. Beteiligte Kardiologen sind mir immer noch dankbar für meinen Auftritt. Der Patientin geht es auch noch nach Jahren nach dieser Prozedur immer noch gut.
Notabene: Die EURO-2 Norm wurde empirisch anhand großer Fallzahlen gefunden und evaluiert, sie ist unwidersprochen.
Quintessenz: Der Rückschluss vom Kollektiv auf den Einzelfall ist natürlich unzulässig.







Fachleute vermuten 17.000 fehlerbedingte Todesfälle in der Medizin in Deutschland pro Jahr.
Die Aussetzung der Qualitätssicherung in der Medizin war der Höhepunkt deutscher Politik , um diesen doofen Kostenfaktor (Medizin) auszuschalten.
In auswegloser Lage schrien sie zum HERRN, und er rettete sie aus ihrer Not. 20 Er sprach nur ein Wort, und sie wurden gesund. So bewahrte er sie vor dem sicheren Tod. Psalm 107,19-20