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Warum Bitcoin trotz Milliardenbewertung keinen ökonomischen Wert besitzt

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Eine nüchterne Analyse eines digitalen Assets ohne Fundament -->>

Seit Jahren fasziniert Bitcoin die Finanzwelt. Mal gilt er als „digitales Gold“, mal als Inflationsschutz, mal als revolutionäres Geldsystem jenseits staatlicher Kontrolle. Die Marktkapitalisierung schwankt in dreistelliger Milliardenhöhe, und dennoch bleibt eine Frage erstaunlich selten gestellt: Welchen ökonomischen Wert hat Bitcoin eigentlich?

Eine nüchterne Analyse führt zu einem überraschend klaren Ergebnis: Unter strengen, aber völlig üblichen ökonomischen Bewertungsmaßstäben besitzt Bitcoin keinen positiven Fundamentalwert. Sein Preis ist vollständig abhängig von spekulativen Liquiditätszuflüssen – und damit strukturell instabil.

Was ist ein Fundamentalwert – und warum ist er wichtig?

Ökonomisch betrachtet besitzt ein Asset dann einen Fundamentalwert, wenn es mindestens eines von drei Kriterien erfüllt:

  1. Es erzeugt zukünftige Zahlungsströme (Cashflows, Dividenden, Zinsen).

  2. Es erfüllt eine reale Funktion, die nicht beliebig ersetzbar ist.

  3. Es besitzt monetäre Eigenschaften, die langfristig stabile Nachfrage erzeugen.

Aktien erfüllen Kriterium 1, Rohstoffe Kriterium 2, staatliche Währungen Kriterium 3. Bitcoin erfüllt keines davon.

Bitcoin ist ein nicht‑produktives Asset

Bitcoin generiert weder Cashflows noch Dividenden. Es produziert nichts, es repräsentiert nichts, es ermöglicht keine realwirtschaftliche Wertschöpfung. Formal lässt sich sein Fundamentalwert daher wie folgt ausdrücken:

[ V = \sum_{t=1}^{\infty} \frac{CF_t}{(1+r)^t} ]

Da für Bitcoin gilt:[ CF_t = 0 \quad \forall t, ]ergibt sich zwangsläufig:[ V = 0. ]

Knappheit allein – das oft zitierte Argument – ist kein Werttreiber. Knappheit erzeugt nur dann Wert, wenn sie auf stabile, funktionale Nachfrage trifft. Diamanten, Land oder Kunstwerke sind knapp und erfüllen reale Funktionen oder kulturelle Rollen. Bitcoin ist knapp, aber funktional leer.

Warum Bitcoin als Geld scheitert

Befürworter argumentieren häufig, Bitcoin sei eine neue Form von Geld. Doch Geld erfüllt drei Funktionen:

  • Recheneinheit

  • Tauschmittel

  • Wertspeicher

Bitcoin scheitert an allen drei.

1. Recheneinheit

Die extreme Volatilität macht Bitcoin als Preismaßstab unbrauchbar. Kein Unternehmen bilanziert in Bitcoin, kein Haushalt plant in Bitcoin.

2. Tauschmittel

Die Transaktionskapazität des Netzwerks ist begrenzt, die Gebühren schwanken stark, und die Abwicklung ist langsam. Für alltägliche Zahlungen ist Bitcoin unpraktisch, für große Zahlungen unnötig.

3. Wertspeicher

Ein Wertspeicher benötigt einen Stabilitätsanker. Gold hat industrielle Nachfrage, Immobilien haben Nutzwert, Staatsanleihen haben staatliche Zahlungsversprechen. Bitcoin hat nichts davon.

Ökonomisch führt hohe Volatilität zu einem negativen Erwartungsnutzen für risikoaverse Akteure:

[ E(U) = E(R) - \frac{1}{2}\lambda\sigma^2. ]

Bei hoher Varianz wird der Nutzen negativ – selbst wenn der erwartete Ertrag positiv wäre.

Der Bitcoin-Preis folgt der globalen Liquidität – und sonst nichts

Empirisch zeigt sich ein klares Muster: Bitcoin steigt, wenn die globale Liquidität steigt, und fällt, wenn sie sinkt. Die Korrelation mit Technologieaktien, Risikoappetit und der weltweiten Geldmenge ist hoch.

Der Preis lässt sich daher als Funktion der verfügbaren Spekulationsliquidität modellieren:

[ P_{BTC} = f(L), \quad \frac{\partial P}{\partial L} > 0. ]

Das bedeutet: Bitcoin besitzt keinen endogenen Wertanker. Sein Preis hängt ausschließlich von exogenen Zuflüssen ab – ein klassisches Merkmal spekulativer Blasen.

Ein System mit negativen Externalitäten

Bitcoin verbraucht enorme Energiemengen, um das Netzwerk zu sichern. Dieser Energieverbrauch ist kein Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil des Systems. Doch der gesellschaftliche Nutzen des Netzwerks ist gering.

Formal lässt sich der Nettoeffekt so ausdrücken:

[ W = B - C, ]

wobei (B) der Nutzen und (C) die Kosten sind. Da Bitcoin keine reale Produktivleistung erbringt, tendiert (B) langfristig gegen null, während die Kosten hoch bleiben. Das Ergebnis ist ein negativer gesellschaftlicher Nettoertrag.

Ein Asset, dessen Betrieb der Gesellschaft netto schadet, besitzt keinen stabilen Wert.

Die Miner-Ökonomie macht das System fragil

Die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks hängt von der Hashrate ab:

[ S \propto H. ]

Die Hashrate wiederum hängt vom Bitcoin-Preis ab:

[ H = g(P). ]

Sinkt der Preis, sinkt die Hashrate. Sinkt die Hashrate, sinkt die Sicherheit. Sinkt die Sicherheit, sinkt das Vertrauen – und damit die Nachfrage. Ein selbstverstärkender Abwärtssog entsteht.

Ein robustes Geldsystem sieht anders aus.

Das Greater-Fool-Gleichgewicht

Wenn ein Asset keinen inneren Wert besitzt, bleibt nur ein Mechanismus, der den Preis stützt: die Erwartung, dass jemand anderes später mehr dafür bezahlt.

Formal:

[ P = E(P_{t+1}). ]

Dieses Gleichgewicht ist instabil. Sobald die Erwartung zukünftiger Käufer schwindet, fällt der Preis auf seinen Fundamentalwert:

[ P \rightarrow 0. ]

Das ist kein moralisches Urteil, sondern eine nüchterne Modellierung.

Warum der Preis trotzdem nicht null ist

Dass Bitcoin heute nicht bei null steht, hat nachvollziehbare Gründe:

  • Spekulation

  • Narrative („digitales Gold“)

  • Regulatorische Unklarheit

  • Technologischer Neuheitsbonus

Doch all diese Faktoren sind transient. Sie erzeugen keinen dauerhaften Wert, sondern nur temporäre Nachfrage.

Fazit: Ein digitales Asset ohne Fundament

Bitcoin besitzt:

  • keinen produktiven Wert

  • keinen monetären Nutzen

  • keinen Cashflow

  • keinen intrinsischen Nachfrageanker

  • negative Externalitäten

  • vollständige Abhängigkeit von Spekulationsliquidität

Die formalökonomische Schlussfolgerung ist eindeutig:

[ V_{BTC}^{fundamental} = 0. ]

Der Marktpreis ist ein Liquiditätsphänomen – kein Ausdruck realen Wertes. Bitcoin ist damit kein Investment, sondern ein Wettspiel auf fortgesetzte Nachfrage. Solange genügend Menschen glauben, dass andere später mehr zahlen, bleibt der Preis hoch. Doch ein solches Gleichgewicht hält nie ewig.


 
 
 

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 3 Stunden

Ich ordne den Kursbericht ökonomisch ein und verknüpfe ihn stringent mit der zuvor entwickelten 0-Dollar-These. Kein Umschreiben, sondern Analyse dessen, was diese Zahlen tatsächlich bedeuten.

1. Kursbewegung: Symptom, nicht Ursache

Der beschriebene Rückgang (−4 % intraday, −44 % vom Hoch) ist keine Anomalie, sondern typisch für Bitcoin in Phasen:

  • restriktiver Geldpolitik

  • steigender Realzinsen

  • rückläufiger globaler Liquidität

Ökonomisch entscheidend ist nicht der absolute Preis, sondern die Asymmetrie:

Bitcoin steigt in Liquiditätsphasen überproportional –und fällt in Entzugsphasen ebenfalls überproportional.

Das spricht gegen jede Wertspeicher-Eigenschaft.


2. Jahresverlust & Mehrjahresbetrachtung

Ich erwähnte bereits:

  • −6 % im Vorjahr

  • −20 % im laufenden Jahr

  • nur vier Verlustjahre seit 2009

Das wirkt auf den ersten Blick positiv – ist es aber nicht, wenn man es formal betrachtet.

Warum?

Bitcoin…


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