Waldbau - Konzepte Alterswald und naturnaher Dauerwald
- Martin Döhring

- 9. Juni 2019
- 2 Min. Lesezeit
In den letzten drei Jahrhunderten wurden in Deutschland großflächig Kiefern und Fichten angepflanzt, wo einmal Laubwälder standen. Zum einen ist das darauf zurückzuführen, dass immer wieder Wälder aufgrund eines außerordentlich hohen Holzbedarfs durch die Industrialisierung oder Kriege abgeholzt wurden. Kiefern und Fichten wachsen im Gegensatz zu den meisten Laubbaumarten schnell und kommen besser mit den Bedingungen auf Freiflächen zurecht. Zudem bietet sich ihr Holz aufgrund der spezifischen Eigenschaften vor allem als Bauholz an.
Werden Nadelbäume jedoch an einem unpassenden Standort gepflanzt – womöglich sogar als alleinige Baumart in einer sogenannten Monokultur – dann sind die Bäume relativ anfällig gegenüber Schäden zum Beispiel durch Insekten, Stürme oder Waldbrände. Aufgrund dieser Anfälligkeit wird seit einigen Jahrzehnten gefordert, wieder auf Baumarten zu setzen, die besser an den Standort des jeweiligen Waldes angepasst sind.
Der Wald liefert den wichtigsten nachwachsenden Roh- und Brennstoff Holz. Viele tausend Menschen arbeiten in Betrieben, die Holz aus den heimischen Wäldern verarbeiten.
Waldverjüngung
Die Begründung stabiler, ertragreicher und qualitativ hochwertiger Waldbestände legt den Grundstein für künftige Waldgenerationen. Techniken der künstlichen und der Naturverjüngung können einander standortsbezogen ergänzen.
· Naturnähe und Standortbezug bei der Baumartenwahl;
· ökologische und physikalische Stabilität der Wälder;
· Mischwaldprinzip und Stetigkeit;
· Schwerpunkt Naturverjüngung;
· waldbaulich tragbare, angepasste Wildbestände;
· qualitäts- und stabilitätsorientierte Pflege der Bestände.
Die heimischen Laubbaumarten (z. B. Buche und Eiche) sind in der Altersklassenwirtschaft benachteiligt oder führen erfahrungsgemäß zu erheblich höheren Kosten und Jungwaldrisiken (Schalenwildverbiss, Trockenschäden, Frostschäden usw.)
Wer den Begriff naturnahe Waldwirtschaft erstmals verwendete, ist nicht bekannt. Die Bewegung für einen naturgemäßen Waldbau, zu dem sich heute die Mehrzahl vornehmlich der westlichen Bundesländer in Waldbaurichtlinien und Empfehlungen an private und kommunale Waldbesitzer bekennt, ging von der privaten Forstwirtschaft und einigen wenigen Forstwissenschaftlern aus. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde überdeutlich, dass der gepflanzte Altersklassenwald zu allmählicher Verschlechterung bis hin zum Niedergang namentlich der natürlichen Laubholzwälder und zu zunehmenden Flächenkatastrophen in den Nadelwäldern führen würde
· Kahlschlagsverzicht und infolgedessen konsequente Einzelbaumnutzung in altersgemischten und baumartenreichen Wäldern;
· Grundsätzlicher Vorrang der Naturverjüngung durch natürliche Aussaat;
· Vorratswirtschaft, d. h. Pflege des stehenden Bestandes nach der Regel „das Schlechte fällt zuerst“; Stichwort Biodiversität

· Ganzheitliche Betrachtung des Waldes als dauerhaftes, vielgestaltiges und dynamisches Ökosystem unter Beachtung der „Stetigkeit“ des Waldes im Sinne der Dauerwaldidee (nach Alfred Möller, „Organismusidee“).
· Natürlich ablaufende Prozesse in Waldökosystemen sollen zur Optimierung naturgemäßer Waldwirtschaft konsequent genutzt werden.
· Ökonomische Ziele stehen im Vordergrund. Sie werden nachhaltig und in der Regel optimal nur bei Beachtung ökologischer Erfordernisse erreicht.
· Sozial- und Schutzfunktionen des Waldes werden im Rahmen naturgemäßer Waldwirtschaft in der Regel „automatisch“ miterfüllt
Wahrscheinlich bringe ich den Kommentaren zu diesem Eintrag weitere Details.







Die meisten Verbissschäden werden durch das Rehwild verursacht.
Schälwunden führen zu Fäulnis.
32% der Fläche Deutschlands sind Wald, insgesamt 11,4 Millionen Hektar.
Anflug sind junge Bäume durch Flugsamen.
Stockausschlag ist der Austrieb am Stock, Erneuerung der Bäume. Gepflanzt wird im Frühjahr und Herbst.
Häufige Nadelbaumarten bei uns: Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie.
Laut Medienberichten droht einigen Wäldern der Kahlschlag aufgrund von Befall mit Borkenkäfern. Leider sind Lockstofffallen häufig nicht ausreichend, um die Plage zu stoppen. Die Ultima ratio ist immer noch die chemische Keule, um den Borkenkäfer auszurotten.
Waldbau 3
3 Funktionen des Waldes: Nutz, Schutz, Erholung.
Frühjahrsverbiss bei Knospen bewirkt Zuwachsschaden und Zwieselbildung (Kein Stammholz)
Reh nimmt nur die Knospen raus, Rotwild alles.
Flächenschutz gegen Wild mit Zaunhöhe 1,6m bei Rehen, 2,0m für Rotwild.
Schälen: schlimme Schädigung durch Rotwild, Muffelwild oder Schwarzwild. Ab Alter 20a.
Das Kambrium wird angegriffen. Wird auch als „Sollbruchstelle“ bezeichnet.
Rehwild macht keine Schälschäden.
Chemischer oder mechanischer Schutz kommt in Frage.
Kosten 5-10€ pro Baum bei geschätzt 3000 Bäume pro Hektar Wald.
Sommerschälschäden: Flächig abgezogen
Winter: Zähne und Unscharf, Zahnspuren unter der Rinde
Rotwild hat im Oberkiefer keine Zähne. Höhe der Schäden etwa 1,3m
Äsung: Verschiedene Theorien übers Schälen, Nervosität oder Hunger
Zitronenartiger Geruch der Douglasie zieht Hirsch im Oktober an
Schlagen: Pseudo-Gegner…
Bei der Verjüngung im Waldbau wird zwischen Natur- und Kunstverjüngung unterschieden.
Naturverjüngung ist Aufschlag, („wo der Baum steht“) oder Anflug .
Pflanzzeit ist der Herbst und der Frühling.
Pionierbaumarten sind Birke und Kiefer.
Die Birke ist Lichtdurchlässig und kann andere Baumarten beherbergen.
Bei der Pflege ist die Zielbaumart zu berücksichtigen.
Es gibt die Begriffe Etablierung (früher:Kulturpflege), Qualifizierung (Jungbestandspflege), Diversifizierung (früher: Erstduchforstung), Achtung oder Ästung (Schneiden der Äste zur Verbesserung).
Die Standorte müssen den Baumarten genügen. Biodiversität wird großgeschrieben.
Licht- und Schattenbaumarten mischen. Große Krone und dicke Kronen sollen erreicht werden.
Buchen unter Eichen ansiedeln, Symbiose zwischen beiden Bäumen.
Tanne braucht viel Wasser, steht aber gut.
Nachhaltigkeitstheorie: Nur so viel Holz schlagen, wie nach wächst.
Umtriebszeiten für Einschläge: Fichte 60a, Birke…