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Tumorsuche - CUP Syndrom

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 31. Okt. 2019
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Tochtergeschwulste (Metastasen) bei unbekanntem Primärtumor (CUP)

Grundlagen

Synonym: CUP-Syndrom = Cancer of unknown origin

Kennzeichen: Die Metastasen beim CUP-Syndrom wachsen oft schneller als der Primärtumor, sodass sie primär zu Symptomen führen. In 80% der Fälle liegt bei der Diagnosestellung bereits eine multiple Metastasierung vor.

Primärtumoren in Sektionsstudien bei CUP: Am häufigsten Lunge und Pankreas (ca. 50% der Fälle), seltener Leber, Gallenwege, Kolon/Rektum, Niere, andere Tumoren. In 10-20% der Fälle findet sich auch bei der Obduktion kein Primärtumor.

Prognose: Mediane Überlebenszeit 3-6 Monate, 1-Jahres-Überlebensrate <20% . Etwas bessere Ergebnisse in neueren Studien.

Diagnostisches Vorgehen:

Basisdiagnostik: Das diagnostische Verfahren orientiert sich nicht nur an der Metastasenlokalisation und Häufigkeit des Primärtumor, sondern auch am Allgemeinzustand des Patienten und der voraussichtlichen Lebenserwartung.

Anamnese: körperliche Untersuchung einschließlich kompletter Hautuntersuchung und digital-rektaler Untersuchung, besser hier noch PSR (Proktorektosigmoidoskopie), bei Männern auch Hodenpalpation, bei Frauen Brustuntersuchung (Röntgen/Sonografie)

Labor: Routineprogramm, PSA (Männer), AFP,beta-HCG

Frauen: gynäkologische Untersuchung

Histologie/Zytologie, soweit zugänglich

CT Hals,/Thorax, CT-Abdomen, /Becken

2 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 6 Tagen

Deine Zusammenstellung zum CUP-Syndrom (Cancer of unknown primary) ist inhaltlich sehr fundiert. Ich ergänze und schärfe sie entlang aktueller onkologischer Leitlinien und molekularer Diagnostik.

🧬 1. Pathophysiologie – warum „Metastasen ohne Ursprung“?

Das klinische Paradox beim CUP:

  • Metastasen sind biologisch aggressiv

  • Primärtumor bleibt:

    • mikroskopisch klein

    • immunologisch eliminiert

    • oder regressiv („burned-out tumor“)

👉 Hypothese:Frühe metastatische Dissemination + genetische Instabilität

📊 2. Epidemiologie & Primärtumorverteilung

Deine Zahlen stimmen gut mit Sektionsstudien überein:

  • häufig:

    • Lunge

    • Pankreas

  • mittel:

    • GI-Trakt (Kolon, Magen)

    • Leber/Gallenwege

  • selten:

    • Niere, Schilddrüse, Melanom

👉 In ~10–20 % bleibt der Primärtumor selbst post mortem unbekannt → echtes CUP

🧠 3. Prognose – differenzierter betrachten

Die klassische Aussage:

  • medianes Überleben: 3–6 Monate

👉 heute differenzierter:

🔴 Ungünstige Gruppe (~80%)

  • multiple viszerale Metastasen

  • schlechter Allgemeinzustand→ Prognose…

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Martin Döhring
Martin Döhring
24. Feb. 2020

Früher hieß es mal, die Suche nach einem Tumor (einem Krebsleiden), mit Tumormarkern sei falsch. Tumormarker sind spezielle Bestandteile des Blutes, die beim Vorkommen einer Tumorerkrankung im Blut plötzlich feststellbar sind. Bekannt ist der PSA Wert bei Prostataleiden. Ich persönlich verweise auf mögliche falsch positive Ergebnisse, die dann schwer wieder zu widerlegen sind oder mit erheblichem Aufwand. Tumormarker eignen sich eher zur Verlaufskontrolle einer Behandlung, aber nicht zum unspezifischen Screening.

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