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Trisomie 21 auch bekannt als Down Syndrom

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 20. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Das Phänomen Trisomie 21, auch bekannt als Down-Syndrom, entsteht durch eine numerische Chromosomenanomalie – also eine Veränderung der Chromosomenzahl in den Körperzellen. Ich erkläre dir die Entstehung Schritt für Schritt und anschließend die medizinischen und sozialen Aspekte der Behandlung.

 1. Entstehung – die genetische Grundlage

a) Normaler Chromosomensatz

  • Der Mensch besitzt 46 Chromosomen (23 Paare).

  • Davon stammen jeweils 23 Chromosomen von der Mutter (Eizelle) und 23 vom Vater (Spermium).

  • Bei der Bildung dieser Keimzellen (Meiose) wird der Chromosomensatz halbiert.

b) Fehler in der Meiose – Non-Disjunction

  • Bei der Meiose kann es passieren, dass sich die Chromosomen nicht korrekt trennen.

  • Wenn das Chromosom 21 in einer Keimzelle doppelt vorhanden bleibt, enthält diese Zelle zwei Kopien statt einer.

  • Wird diese Keimzelle befruchtet, entsteht eine Zygote mit drei Kopien des Chromosoms 21 → Trisomie 21.

c) Formen der Trisomie 21

Form

Beschreibung

Häufigkeit

Freie Trisomie 21

Alle Körperzellen haben drei Chromosomen 21.

ca. 95 %

Translokations-Trisomie 21

Ein Teil des Chromosoms 21 ist an ein anderes Chromosom angeheftet (meist 14).

ca. 3–4 %

Mosaik-Trisomie 21

Nur ein Teil der Zellen hat drei Chromosomen 21, der Rest ist normal.

ca. 1–2 %

d) Risikofaktoren

  • Alter der Mutter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Non-Disjunction deutlich.

    • Mit 25 Jahren: ca. 1 : 1 300

    • Mit 35 Jahren: ca. 1 : 350

    • Mit 45 Jahren: ca. 1 : 30

  • Familiäre Translokationen: Wenn ein Elternteil Träger einer balancierten Translokation ist.

2. Folgen auf zellulärer und körperlicher Ebene

  • Das zusätzliche Chromosom 21 führt zu einer Überexpression der dort liegenden Gene.

  • Besonders betroffen sind Gene, die an der Entwicklung des Nervensystems, des Herzens und des Immunsystems beteiligt sind.

  • Dadurch entstehen typische Merkmale:

    • charakteristische Gesichtsform (flaches Profil, mandelförmige Augen)

    • Muskelhypotonie

    • Herzfehler (v. a. AV-Septumdefekt)

    • geistige Entwicklungsverzögerung

    • erhöhte Infektanfälligkeit

    • häufige Schilddrüsen- und Stoffwechselstörungen

3. Diagnostik

a) Pränatal

  • Nicht-invasive Tests (NIPT): Analyse zellfreier fetaler DNA im mütterlichen Blut.

  • Ultraschall: Nackenfalte, Herzfehler, Wachstumsauffälligkeiten.

  • Invasive Verfahren: Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese zur Chromosomenanalyse.

b) Postnatal

  • Klinische Untersuchung und Chromosomenanalyse (Karyogramm) zur Bestätigung.

4. Behandlung und Betreuung

Trisomie 21 ist nicht heilbar, aber gut behandelbar im Sinne einer umfassenden Förderung und medizinischen Begleitung.

a) Medizinische Maßnahmen

  • Frühzeitige Behandlung von Herzfehlern, Schilddrüsen- und Hörstörungen.

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Augen, Ohren, Herz, Schilddrüse, Orthopädie).

  • Physiotherapie zur Förderung der Motorik.

  • Logopädie zur Sprachentwicklung.

  • Ergotherapie zur Feinmotorik und Alltagskompetenz.

b) Pädagogische und soziale Förderung

  • Frühförderprogramme ab Säuglingsalter.

  • Inklusion in Kindergarten und Schule.

  • Unterstützung durch spezialisierte Pädagogen und Therapeuten.

  • Selbsthilfegruppen und Familiennetzwerke.

c) Lebensqualität

  • Menschen mit Trisomie 21 können heute ein aktives, erfülltes Leben führen.

  • Lebenserwartung liegt bei über 60 Jahren, abhängig von Begleiterkrankungen.

  • Viele arbeiten, leben selbstständig oder in betreuten Wohnformen.

 5. Zusammenfassung

Aspekt

Erklärung

Ursache

Fehlerhafte Chromosomentrennung (Non-Disjunction) → drei Chromosomen 21

Formen

Freie, Translokations-, Mosaik-Trisomie

Risikofaktor

höheres mütterliches Alter

Folgen

Entwicklungsverzögerung, typische körperliche Merkmale, Herzfehler

Behandlung

Frühförderung, medizinische Betreuung, soziale Integration



 
 
 

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