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Thalidomid - die stille Renaissance eines Skandalmedikamentes

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 18. Juni 2020
  • 1 Min. Lesezeit

Für die Behandlung des multiplen Myeloms (Knochenmarkkrebs) wurde das Medikament Thalidomid zugelassen. Das multiple Myelom, auch als Plasmozytom bekannt, ist eine maligne Proliferation klonaler, terminal differenzierter B-Lymphozyten im Knochenmark.

Thalidomid hat eine schlimme Geschichte hinter sich. Entwickelt wurde dieses Medikament als Schlafmittel. Es galt bei der Einführung als so sicher, dass man es sogar Schwangeren geben kann.

Das war nur die halbe Wahrheit. Im dritten Trimenon der Schwangerschaft können Schwangere das Mittel wahrscheinlich nehmen ohne bekannte Nebenwirkungen. Aber im ersten und zweiten Trimenon, während der Organogenese verursacht Thalidomid schwere teratogene Schäden. Contergan, so war der damalige Handelsname, wurde zu einem Synonym für geschädigte Babys, die ihr ganzes Leben lang unter der pharmakologischen Verstümmelung zu leiden haben.

Ich kenne noch die Therapie des Plasmozytoms, welche auch vorzüglich funktionierte, mit dem „Alexanian-Schema“ bestehend aus Melphalan und Prednisolon bei älteren Patienten. Dieses wurde erst erweitert mit Thalidomid und neuerdings zusätzlich mit dem Antikörper Bortezomib.

Bei jüngeren Patienten wird man heutzutage wahrscheinlich in der Regel eine Induktionstherapie mit Dexamethason, Adriamycin, Cyclophosphamid und Thalidomid vornehmen, dann eine Hochdosis Melphalantherapie und danach eine autologe Stammzelltransplantation vornehmen.


 
 
 

2 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
13. Mai 2024

Moderne Medikamente zur Behandlung des Multiplen Myeloms bieten vielversprechende Ansätze. Hier sind einige wichtige Optionen:

  1. Daratumumab (Darzalex®): Ein monoklonaler Antikörper, der gegen das Oberflächenprotein CD38 gerichtet ist. Daratumumab wird in Kombination mit anderen Medikamenten eingesetzt und kann die Remissionstiefe erhöhen und das progressionsfreie Überleben verlängern12.

  2. Isatuximab und Elotuzumab: Weitere Anti-CD38-Antikörper, die in der Erstlinientherapie geprüft werden. Derzeit sind sie jedoch nur bei vorbehandelten Patienten zugelassen1.

  3. Belantamab-Mafodotin (Blenrep®): Ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das zur Monotherapie bei fortgeschrittenem und vielfach therapierefraktärem Multiplem Myelom zugelassen ist1.

  4. Immuntherapie mit CAR-T-Zellen: Die CAR-T-Therapie mit Ciltacabtagen Autoleucel (CARVYKTI®) richtet sich gegen das B-Zell-Reifungs-Antigen (BCMA) und kann nun bereits beim 1. Rezidiv eingesetzt werden3.

  5. Weitere Forschung: Es gibt laufende Studien und vielversprechende Ansätze, um die Behandlung des Multiplen Myeloms weiter…

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Martin Döhring
Martin Döhring
19. Juni 2020

Thalidomid wird auch gegen Lepra eingesetzt.

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