Zarathustra
- Martin Döhring

- 9. Mai 2022
- 3 Min. Lesezeit

**Also sprach Zarathustra – Eine Erklärung**
Friedrich Nietzsches *Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen* (1883–1885) gilt als sein literarisch-philosophisches Hauptwerk. Es ist kein systematisches philosophisches Traktat, sondern ein prophetisches, dichterisches, oft biblisch anmutendes Werk in hymnischer Prosa. Zarathustra (nach dem persischen Religionsstifter benannt) ist Nietzsches fiktiver Prophet und Alter Ego, der nach zehn Jahren Einsamkeit in die Welt hinabsteigt, um den Menschen eine neue Lehre zu verkünden.
Das Buch besteht aus vier Teilen und erzählt die innere und äußere Reise Zarathustras – sein Lehren, Scheitern, Zweifeln und schließlich sein Reifen.
### Die drei zentralen Gedanken
Du hast recht: Nietzsche entwickelt in *Zarathustra* vor allem drei große, miteinander verbundene Ideen. Sie bilden das Herz des Werks:
1. **Der Übermensch (Übermensch)**
Dies ist die erste und bekannteste Lehre. Zarathustra verkündet auf dem Marktplatz:
> „Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll.“
Der Übermensch ist kein biologisches Überwesen oder Herrenmensch (wie später missbraucht), sondern ein **Ziel der Selbstüberwindung**. Der heutige Mensch ist für Nietzsche ein Übergangswesen – halb Tier, halb etwas Höheres. Der Übermensch schafft neue Werte jenseits von christlicher Moral, Demokratie und „letztem Menschen“ (dem bequemen, genussorientierten, nihilistischen Durchschnittsmenschen).
Er steht für radikale Selbstverwirklichung, Kreativität und Bejahung des Lebens.
2. **Die ewige Wiederkunft des Gleichen (Ewige Wiederkehr)**
Dies ist nach Nietzsches eigener Aussage der **zentrale Gedanke** des ganzen Buches – der „abgründlichste Gedanke“.
Die Idee lautet: Stell dir vor, dein Leben (jeder Schmerz, jede Freude, jede Banalität) kehrt **ewig wieder**, exakt gleich, unendlich oft.
Diese Vorstellung ist kein kosmologisches Dogma, sondern vor allem ein **extremes Gedankenexperiment** und Selektionsprinzip:
- Wer diesen Gedanken mit Freude bejahen kann („Ja! Ich will es ewig wieder!“), hat das Leben wirklich bejaht.
- Wer verzweifelt, zeigt, dass er noch am Nihilismus oder am Ressentiment leidet.
Die ewige Wiederkunft ist die höchste Form der Lebensbejahung und hängt eng mit dem Übermenschen zusammen: Nur der Übermensch kann sie voll bejahen.
3. **Der Wille zur Macht**
Der „Wille zur Macht“ ist die grundlegende ontologische Kraft bei Nietzsche. Alles Leben ist nicht (wie bei Schopenhauer) „Wille zum Leben“, sondern **Wille zur Macht** – also Streben nach Wachstum, Überwindung, Steigerung, Formung.
Im *Zarathustra* wird er besonders in Reden wie „Von der Selbstüberwindung“ deutlich:
> „Wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern – Wille zur Macht!“
Der Wille zur Macht treibt den Übermenschen an und erklärt, warum Selbstüberwindung notwendig ist. Er ist keine bloße Herrschsucht, sondern die dynamische Essenz allen Seins (Kunst, Moral, Natur, Psyche).
### Wie hängen die drei zusammen?
- Der **Wille zur Macht** ist die treibende Kraft.
- Der **Übermensch** ist das höchste *Ziel* dieser Kraft.
- Die **ewige Wiederkunft** ist die *Prüfung* und höchste *Bejahung* dieser Haltung: Kannst du dein Leben so lieben, dass du es ewig wiederholen wolltest?
Zusammen bilden sie eine radikale Antwort auf den „Tod Gottes“ (den Zusammenbruch der alten christlich-platonischen Werteordnung). An die Stelle von Gott und Jenseits tritt die Schaffung von Sinn **im Diesseits** durch Selbstüberwindung.
### Weitere wichtige Motive im Buch
- **Tod Gottes** — Die alte Moral und Metaphysik sind tot.
- **Drei Verwandlungen des Geistes** (Kamel → Löwe → Kind): Stadien der Befreiung (Last tragen → Werte zerstören → neu und unschuldig schaffen).
- Kritik an Staat, Kirche, Gleichmacherei, Mitleid und dem „letzten Menschen“.
- Das Ideal der „großen Gesundheit“, des Tanzes, des Lachens und der schöpferischen Einsamkeit.
### Warum ist das Buch so schwer zu erklären?
Es ist bewusst mehrdeutig, poetisch und widersprüchlich. Nietzsche wollte keine neue Religion oder System schaffen, sondern den Leser zum eigenen Denken provozieren. Zarathustra scheitert zunächst als Lehrer – viele seiner Schüler verstehen ihn falsch. Das Buch zeigt auch die Einsamkeit des freien Geistes.
**Kurz gesagt**: *Also sprach Zarathustra* ist ein Aufruf, den Menschen zu überwinden, das Leben trotz (oder gerade wegen) seiner ewigen Wiederholung leidenschaftlich zu bejahen und aus dem eigenen Willen zur Macht neue Werte zu schaffen.



1. Kein innerer Wert
Das ist der Kernpunkt. Bitcoin erzeugt keine Cashflows, keine Dividenden, keinen Nutzen außerhalb seiner selbst. Sein „Wert“ basiert ausschließlich auf:
Knappheit (21 Mio. Coins)
dem Glauben anderer Marktteilnehmer
Das unterscheidet ihn fundamental von:
Aktien (Unternehmensgewinne),
Anleihen (Zinsversprechen),
Immobilien (Nutzung/Miete),
selbst Gold (industrielle + kulturelle Nachfrage).
Ohne Akzeptanz bleibt nur der Glaube – und der ist volatil.
2. Fehlender „Avis“ / keine Schuldnerseite
Ein sehr juristisch-ökonomisch sauberes Argument.
Geld und klassische Finanzinstrumente haben immer einen Emittenten oder Schuldner:
Zentralbanken (Fiatgeld),
Staaten,
Unternehmen.
Bitcoin hat keinen Haftungsträger. Kein Anspruch, kein Rückgriffsrecht, keine Einlösungspflicht. Das macht ihn zwar „systemfrei“, aber auch rechtlich und ökonomisch nackt.
3. Spekulationsgetriebene Nachfrage
Historisch korrekt:
Nullzinsphase → überschüssige Liquidität
Risikohunger → Tech, Krypto, NFTs
Bitcoin…
Tja, was wird jetzt mit dem Bitcoin? Auch spannend , oder?
Wahrscheinlich aus dem Jahr 2017. Format etwa 70x90cm. Auf hochwertiger Künstler Leinwand. Und in Öl gemalt , was wahrscheinlich keiner so vermutet.
Dieses Porträt habe ich übrigens selbstverständlich auch in Öl gemalt .