Silence is Violence: Das Kinderhaus auf der dunklen Seite
- Martin Döhring

- 9. Juni 2020
- 3 Min. Lesezeit
Leider sind in den letzten Wochen vermehrt Berichte in den Medien erschienen, über abscheuliche Verbrechen wie Kindesmissbrauch oder Sexualstraftaten.
Zuerst war dieser große Skandal, der auch immer noch nicht vollständig aufgeklärt ist, der mit dem Ort Lügde verknüpft ist, genauer mit einem Campingplatz dort, wo Kinder sexuell missbraucht wurden und Kinderpornografie erzeugt wurde. Hier liegt Vergewaltigung vor, Kindesmissbrauch, Körperverletzung und Kinderpornografie als mehrfach verübtes Delikt. Insgesamt etwa mehr als 200 Delikte. Besonders betrüblich ist, die Ermittlungsarbeit war am Anfang so schlecht, so dass vermutet werden muss, nicht alle Straftaten können aufgeklärt werden und einige Straftäter womöglich ungestraft entkommen.
Parallel dazu wurde ein Kinderpornoring in Bergisch-Gladbach aufgedeckt.
Vorher gab es Berichte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Nach Eigendarstellung der katholischen Kirche liegt die sexuelle Missbrauchsquote in der katholischen Kirche bei 5%.
Eine Art institutionalisierter sexueller Missbrauch lag wohl in der „Odenwaldschule“ vor. Früher wurden diese Delikte häufig einfach unter den Teppich gekehrt, weil niemand etwas damit zu tun haben wollte.
Bekannt ist auch die Operation „Spade“, ein multinationales Unternehmen von Ermittlungsbehörden, welche ein internationales Kinderschändernetzwerk aufgedeckt hat. Ein deutscher Minister musste deshalb zurücktreten, ein weiterer Politiker wurde strafrechtlich belangt. Ein BKA-Beamter auch.
Dazu kam jetzt die Tötung eines Kindergartenkinds durch eine Erzieherin an dieser Kita. Die Beschuldigte wird gute Verteidiger brauchen, wenn sie nicht für Mord, sondern nur für Totschlag verurteilt werden will.
Weiterhin wurde bekannt, eine Mutter ist für den Tod eines 16-jährigen verantwortlich. Sie hat eine Geburtstagsfeier für ihren Sohn veranstaltet, dabei Haschisch an die Jugendlichen geben. Im Kühlschrank lagerte ihr Heroin Ersatzstoff Polamidon. Der 16-jährige hat dieses Polamidon aus Versehen aufgenommen, auf der Flasche stand „Waldmeister Sirup“. Hier liegt offensichtlich Betäubungsmittelmissbrauch vor, sowie Körperverletzung mit Todesfolge.
Mittlerweile kursieren Berichte, ein gebürtiger Deutscher Mann aus Würzburg, Christian B., vorbestraft für sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Kinderpornografie und Drogenhandel, wird dringend verdächtigt, Maddie McCann vor mehr als einem Jahrzehnt in Portugal ermordet zu haben. Der Fall „Maddie“ geistert seit Jahren durch die Medien, vor allem, weil die Eltern keine Ruhe gegeben haben. Mittlerweile wurden insgesamt 31 Millionen Euro in die Ermittlungsarbeit investiert, ein Polizeichef hat ein Buch darüber geschrieben und die Mutter auch. Der Beschuldigte sitzt bereits wegen eines anderen Deliktes in Haft. Man vermutet, er könnte auch für weitere ungeklärte Verbrechen verantwortlich sein. Die Ermittlungen laufen.
Besonders erschreckend ist der jüngst bekannte Fall aus Münster. Stadtteil „Kinderhaus“. In einer Gartenlaube kam es anscheinend zu besonders abscheuliche Taten. In diesem Zusammenhang wurden 6 Personen festgenommen. Der mutmaßliche Haupt-Täter ist IT-Fachmann. In einem Keller konnte er sich eine hochprofessionelle Serverfarm für das so genannte „Darknet“ aufbauen. Der mutmaßliche Haupttäter ist einschlägig vorbestraft. Zweimal. Zweimal war er in „Therapie“ und galt als „geheilt“. Seine Sozialprognose war gut. Weitere Delikte hier auch möglich wie Zuhälterei, Erpressung, Drogenmissbrauch, zusätzlich zu Vergewaltigung, professioneller Kinderpornografie, schwerer Körperverletzung, Freiheitsentzug und Missbrauch von Schutzbefohlenen.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2019 13.000 Straftaten des sexuellen Kindesmissbrauch auf. Die Kriminalisten gehen von einem großen Dunkelfeld auf.
Die WHO geht davon aus, dass 1 Million Kinder pro Jahr in Deutschland sexuell missbraucht werden.
Die Behörden (Jugendämter) reden sich in der Regel mit personeller Unterbesetzung raus.
Kritisiert werden müssen offenbar unnütze Therapien, Gutachter ohne Kompetenz und zu geringe Strafen, zu geringe Überwachung. Es ist offenbar so, dass noch nicht mal die Strafandrohung die Täter dazu bewegen kann, von ihren Schandtaten abzulassen.
Begünstigt wird die Kinderpornografie durch das „Darknet“, die dunkle Seite des Internet.
Dort tummeln sich anonym viele Internet-User, die Anonymität gezielt suchen.
Viele User treiben dort Handel mit Diebesgut, Waffen, Drogen, Sprengstoff, Kinderpornografie und geklauten Daten. Und auch dort gibt es Chatrooms, Spezielle Sozialmediaforen, wo sich Gleichgesinnte Kinderschänder treffen, nicht nur Terroristen.
Anleitungen zum Zugang zum Darknet brachten selbst Mainstream Medien wie „Der SPIEGEL“.
Spezielle frei zugängliche Software kann einen normalen Rechner mit Internetzugang befähigen, Darknet Zugang zu bieten. Technischer Anforderungsgrad gering, ein mir bekannter Altersrentner ohne spezielle IT-Fachausbildung nutzt das Darknet auch, um an politische Informationen zu gelangen.







Ist Kinderpornografie eigentlich eine Spezialität nur von NRW oder gibt es das anderswo auch?
Die Angeklagten aus Lügde sind weitgehend geständig. Mehr als 40 Opfer wurden identifiziert. Missbrauch liegt 298 Fällen vor, das jüngste Opfer war erst 4 Jahre alt.
In 2018 gab es 464 Verurteilungen mit Haftstrafe nach §176a Strafgesetzbuch („schwerer sexueller Kindesmissbrauch“) und 143 Verurteilungen mit Haftstrafen zwischen einem halben Jahr bis zwei Jahren. Für 97,7 % der Straftäter wurde die Haft zur Bewährung ausgesetzt.