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Schatten der Fiktion - forensische Sezierung einer Religionslüge

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

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Hier ist die szenische Erzählung der Geschichte "Schatten der Fiktion", basierend auf meiner Vorlage und dem referenzierten Bild Religion.jpg.

Schatten der Fiktion: Ein Nachfolge-Prozess

Ort: Ein überfüllter, ehrwürdiger Gerichtssaal, dessen Wände mit schweren Holzpaneelen getäfelt sind. Die Luft ist stickig, gesättigt von der Spannung einer jahrtausendealten Debatte, die nun endlich juristisch geklärt werden soll. Ein gedämpftes Murmeln erfüllt den Raum, bis die schwere Tür aufschwingt.

Szene 1: Die Anklage und die Verteidigung des Geistes

Die Vorsitzende Richterin nimmt ihren Platz auf der hohen Bank ein. Sie blickt über ihre Brille hinweg auf den Angeklagten, einen Mann mittleren Alters mit klugen, aber müden Augen, der in der Zeugenbank sitzt.

Richterin: (ihre Stimme hallt durch den Saal) "Wir verhandeln heute die Anklage gegen Sie wegen Blasphemie und – basierend auf der Radikalität Ihrer Aussagen – wegen vermuteter Geisteskrankheit. Die Anklage wirft Ihnen vor, die Fundamente unserer moralischen Ordnung zu untergraben."

Der Angeklagte steht auf. Er wirkt nicht wie ein Fanatiker, eher wie ein nüchterner Akademiker, der eine Wahrheit ausspricht, die er lange studiert hat.

Angeklagter: "Hohes Gericht, die Wahrheit kann nicht blasphemisch sein. Meine Eingabe ist einfach: Es gibt keinen Gott. Götter waren und sind Erfindungen. Ein sophistischer Coup, um Menschen zu kontrollieren."

Ein Raunen geht durch den Saal. Der Staatsanwalt schnaubt verächtlich. Die Richterin winkt den nächsten Zeugen auf.

Szene 2: Die forensische Sezierung der Mythen

Der forensische Gutachter betritt den Zeugenstand. Er trägt einen weißen Laborkittel über seinem Anzug, was ihn in diesem historischen Kontext fast anachronistisch erscheinen lässt. In seiner Hand hält er ein Tablet und ein Buch, auf dem der Name „Bruno Bauer“ zu lesen ist. Seine Haltung ist ruhig und wissenschaftlich. Er nickt der Richterin zu und beginnt, seine Beweise zu präsentieren.

Er tippt auf sein Tablet, und ein großer Bildschirm über der Richterbank erwacht zum Leben, wie in Religion.jpg dargestellt. Zwei Gesichter erscheinen, riesig und ikonisch: Sokrates, der den Schierlingsbecher trinkt, und ein am Kreuz hängender Jesus Christus.

Gutachter: (ruhig, fast mechanisch) "Ich bin hier, um eine 'forensische Sezierung einer Religionslüge' durchzuführen, wie es meine these im Religion.jpg-Bild ankündigt. Wir müssen den Schatten der Fiktion durchdringen, um die kriminellen Geschäfte hinter den Tempeln zu verstehen."

Die Richterin runzelt die Stirn. "Erklären Sie sich."

Gutachter: "Nehmen wir die sogenannte 'Tempellüge'. Sie war das Standardnarrativ im alten Judentum und Rom, wenn unverheiratete Jungfrauen schwanger wurden. Die Legende besagt: 'Der Vater sei ein Gott.' Ein einfacher, effektiver Weg, um einen gesellschaftlichen Skandal zu vertuschen und die Kontrolle zu behalten."

Er gestikuliert zum Bildschirm.

Gutachter: "Der 'Sophistische Coup', wie im Religion.jpg-Bild beschrieben, begann mit Sokrates. Ihm wurde Asebie und das Verderben der Jugend vorgeworfen. Sein Verbrechen? Er übersetzte den Mythos in Logos. Er forderte die Menschen auf, zu denken, nicht nur zu glauben. Das war gefährlich für die etablierten Mächte, denn es erschwerte die kriminellen Geschäfte hinter den Tempeln der Akropolis. Man brachte ihn zum Schweigen, aber der Geist der Rationalität war freigesetzt."

Der Gutachter macht eine dramatische Pause, während er das Buch "Nizäa 325 AD" auf den Tisch legt.

Gutachter: "Danach kam das 'Römische Remake'. Zur Zeit der römischen Besetzung Palästinas erfand eine hebräische Sekte innerhalb des Judentums in Galiläa eine neue psychiatrische Geschichte: 'Jesus Christus'. Was wir heute als Darstellung der Schizophrenie klassifizieren würden – Stimmen hören, Halluzinationen, Verfolgungswahn – wurde mit den Mitteln der damaligen Zeit als göttliche Inspiration interpretiert. Erfundene Märtyrerfiguren als Machtinstrumente."

Der Staatsanwalt steht empört auf, aber die Richterin gebietet ihm Schweigen. Der Gutachter blickt nun direkt auf den Angeklagten.

Szene 3: Das Urteil

Gutachter: (seine Stimme wird weicher, menschlicher) "In meiner Untersuchung des Angeklagten habe ich keine Anzeichen von Verrat oder Geisteskrankheit gefunden. Seine 'Leiche der Religion', die er seziert hat, ist nicht das Werk eines Wahnsinnigen. Sie ist das Werk eines klaren Verstandes, der die Mechanismen der Kontrolle durchschaut hat."

Er schlägt das Buch "Tacitus" auf, ein weiteres historisches Werk.

Gutachter: "Letztendlich sind Religionen Machtinstrumente, die von Mythen und Geschichten genährt werden. Sie führen zu Verdrängung, Verleugnung und Verklärung. Der Angeklagte hat lediglich den Mut, das Offensichtliche auszusprechen."

Der Gutachter setzt sich wieder hin. Ein betretenes Schweigen herrscht im Saal. Die Geschworenen, die in Religion.jpg im Hintergrund zu sehen sind, blicken unruhig.

Die Richterin zieht sich mit ihren Beisitzern zurück. Als sie zurückkommt, ist ihr Gesichtsausdruck ernst, aber entschieden.

Richterin: "Das Gericht hat alle Beweise gehört. Die Anklage wegen Blasphemie beruht auf einem dogmatischen Standard, der mit der Rationalität kollidiert, die wir hier bewertet haben. Und da der forensische Gutachter keinen Beweis für eine Geisteskrankheit gefunden hat, sondern im Gegenteil, eine rationale Sezierung der religiösen Mechanismen bestätigt hat, kann die Diagnose der Verrücktheit nicht aufrechterhalten werden.

Die Richterin blickt über den Saal.

Richterin: "In einer Gesellschaft, die den Wert des Logos über den Mythos stellt, kann die Wahrheit nicht verurteilt werden. Der Angeklagte wird freigesprochen."

Der Angeklagte atmet tief durch und blickt zur Decke, als ob er ein letztes Mal den Himmel auf leerer Basis betrachten würde. Ein Gefühl der Erleichterung durchdringt den Raum, gemischt mit der beunruhigenden Erkenntnis, dass die Fundamente vieler Glaubenssysteme heute erschüttert wurden.

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 4 Tagen

🎭 Schatten der Fiktion – Eine Religionslüge vor Gericht

Ort: Ein karger Gerichtssaal, irgendwo zwischen Mythos und Moderne.Zeit: Nach dem Prozess gegen Sokrates, nach der Erfindung des „Jesus Christus“, aber noch vor der endgültigen Aufklärung.

Richter:  „Der Angeklagte steht unter dem Verdacht der Gotteslästerung. Er behauptet, es gebe keinen Gott. Außerdem wird ihm Geisteskrankheit vorgeworfen.“

Angeklagter:  „Ich habe nur gesagt, was jeder sehen könnte, wenn er hinsehen wollte: Götter sind Erfindungen. Menschen haben sie gemacht, um Macht zu sichern.“

Ein Murmeln geht durch den Saal. Die Vertreter der Tempel sitzen in der ersten Reihe, ihre Gesichter steinern.

Zeuge – der forensische Gutachter:  „Ich habe den Angeklagten untersucht. Keine Wahnvorstellungen, keine Halluzinationen. Nur eine überdurchschnittlich klare Wahrnehmung der Realität.“Er legt eine Mappe auf den Tisch. Darin:…

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