Resilienz
- Martin Döhring

- 2. Juni 2019
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Als Resilienz wird die psychische Widerstandskraft; die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, bezeichnet.
Mit Resilienz verwandt sind Entstehung von Gesundheit (Salutogenese), Widerstandsfähigkeit (Hardiness), Bewältigungsstrategie (Coping) und Selbsterhaltung (Autopoiesis).
Ursprünglich wurde mit Resilienz nur die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen oder Ähnliches ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. Diese Verwendung des Wortes ist auch heute noch häufig. So werden zum Beispiel Kinder als resilient bezeichnet, die in einem sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren, wie zum Beispiel Armut, Drogenkonsum oder Gewalt, gekennzeichnet ist, und als Erwachsene dennoch zu einer erfolgreichen Lebensführung in der Lage sind. Resiliente Personen haben gelernt, dass sie selbst es sind, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen (sogenannte interne Kontrollüberzeugung). Sie vertrauen nicht auf Glück oder Zufall, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand und haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten.
Auch Menschen, die nach einem Trauma, wie etwa Vergewaltigung, dem plötzlichen Verlust nahestehender Angehöriger oder Kriegserlebnissen nicht aufgeben, sondern die Fähigkeit entwickeln, weiterzumachen, werden als resilient bezeichnet.
In der heutigen Persönlichkeitspsychologie werden auch Menschen als resilient bezeichnet, die eines der drei häufigsten Big-Five-Persönlichkeitsprofile aufweisen, mit niedrigem Neurotizismus-Wert und leicht überdurchschnittlichen Werten in den vier übrigen Dimensionen.

In der Längsschnittstudie von Asendorpf und van Aken wurden resiliente Kinder von ihren Erzieherinnen als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen beschrieben.
Das negative Gegenstück zur Resilienz wird Vulnerabilität genannt. Vulnerabilität bedeutet, dass jemand besonders leicht durch äußere Einflüsse seelisch zu verletzen ist. Vulnerable Personen neigen besonders stark dazu, psychische Erkrankungen zu entwickeln.
Im Zuge der Flüchtlingswellen, die seit den 1990er Jahren in Europa, Afrika und Nahost zu verzeichnen sind, spielt neben der Trauma- die Resilienzforschung eine immer größere Rolle, weil sie individuelles und soziales verantwortliches Handeln miteinschließen. Intakte soziale Beziehungen, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung sind für die Resilienz von Bewohnern der Herkunftsländer von großer Bedeutung.
Im Gesellschaftsdiskurs hat sich „Resilienz“ vor allem als direkter Gegenbegriff zur „Vulnerabilität“ (Verwundbarkeit) etabliert. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Frage um die Widerstands- und Regenerationsfähigkeit von Gesellschaften angesichts moderner und zunehmend unvorhersehbarer Risiken (Birkmann 2006), z. B. aufgrund von Umweltveränderungen und -katastrophen. Dieser Diskurs knüpft an die bereits in die 1970er Jahre zurückgehenden Forschungen zur Vulnerabilität und Interdependenz von Gesellschaften an, insbesondere von Seiten der Entwicklungsländerforschung (Bohle u. a. 1994) und der Humanökologie (Birkmann 2006). Daneben spielen auch menschenverursachte Sicherheitsrisiken eine Rolle, wie z. B. Terrorismus (Coaffee/Wood 2006). Aus politik- und sozialwissenschaftlicher Sicht rückt seit einigen Jahren auch immer stärker die Resilienz autoritärer Regime gegenüber zivilen Revolutionen in den Mittelpunkt des Interesses (Goldstone 2011; Fathi/Karolewski 2014).
In der Katastrophensoziologie wird Resilienz als robuste Widerstandskraft ganzer Gesellschaften gegen flächendeckende Verheerungen verstanden und vor allem im Bereich der sozialen Voraussetzungen eines wirksamen Selbstschutzes behandelt (siehe Resilienz (Urbanistik)).
In der ökologischen Forschung dient der Begriff zur Bezeichnung der Fähigkeit von Ökosystemen, sich nach Eingriffen oder Katastrophen wieder zu erholen (siehe Resilienz (Ökosystem)).







Dereflexion ist eine Technik aus der Logotherapie, die von Viktor Frankl entwickelt wurde. Sie zielt darauf ab, das Grübeln und die übermäßige Selbstreflexion zu reduzieren, indem man den Fokus von sich selbst und den eigenen Gedanken auf äußere Aktivitäten und Ziele lenkt. Hier sind einige Schritte und Prinzipien der Dereflexion:
### Prinzipien der Dereflexion:
1. **Aufmerksamkeit umlenken**:
- Statt sich auf die eigenen negativen Gedanken zu konzentrieren, lenkt man die Aufmerksamkeit bewusst auf äußere Aktivitäten oder Aufgaben.
- Beispiel: Statt über ein Problem zu grübeln, kann man sich auf eine körperliche Aktivität wie Sport oder einen Spaziergang konzentrieren.
2. **Ziele setzen**:
- Setze dir konkrete, erreichbare Ziele, die deine Aufmerksamkeit und Energie erfordern.
- Beispiel: Ein neues Hobby beginnen o…
Euthymie und Ataraxie sind Begriffe, die sich auf Zustände des inneren Gleichgewichts und der Gelassenheit beziehen, aber sie stammen aus unterschiedlichen Kontexten.
Euthymie
Definition: Euthymie bezeichnet eine ausgeglichene und stabile Stimmungslage. Der Begriff wird vor allem in der Psychiatrie verwendet, um einen Zustand zu beschreiben, in dem die Stimmung weder krankhaft gedrückt (wie bei Depressionen) noch übermäßig gehoben (wie bei Manien) ist1.
Herkunft: Der Begriff wurde von Demokrit geprägt und beschreibt einen Zustand vollkommenen inneren Gleichgewichts als sittliches Ideal oder oberstes moralisches Ziel1.
Anwendung in der Psychiatrie: Bei der Behandlung von bipolaren Störungen ist die Euthymie ein wichtiges Ziel, da sie die Phase der Normalität zwischen manischen und depressiven Episoden darstellt2.
Ataraxie
Definition: Ataraxie ist ein Zustand der Seelenruhe und Unerschütterlichkeit gegenüber…
Resilienz ist die Fähigkeit, auf Herausforderungen und Veränderungen flexibel und anpassungsfähig zu reagieren. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Materialkunde und beschreibt die Eigenschaft von Materialien, nach Verformung in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren. Übertragen auf die Psychologie bedeutet Resilienz, dass Menschen trotz widriger Umstände oder belastender Ereignisse psychisch stabil bleiben und sich schnell erholen können¹².
### Die 7 Säulen der Resilienz
1. **Selbstbewusstsein**: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Stärken.
2. **Kontaktfreude**: Aufbau und Pflege unterstützender sozialer Netzwerke.
3. **Gefühlsstabilität**: Fähigkeit, Emotionen zu regulieren und positiv zu bleiben.
4. **Optimismus**: Positive Einstellung und Glaube an eine gute Zukunft.
5. **Handlungsorientierung**: Proaktives Handeln und Problemlösungsfähigkeit.
6. **Realismus**: Realistische Einschätzung der Situation und der eigenen Möglichkeiten.
7. **Selbstreflexion**: Fähigkeit, aus Erfahrungen zu…
Resilienz
Unter Resilienz bezeichnet man die Eigenschaft von Individuen, selbst unter erheblichem Druck oder katastrophalen Bedingungen weiterhin mental fit zu sein. Personen mit Resilienz sind äußerst psychisch stabil und auch immun gegen „Gehirnwäsche“ oder „Hypnose“ sowie „Suggestion“. Die Psyche resilienter Menschen ist gegen Verletzung geschützt.