Psychoonkologie - "Thanatos und die Schicksalsweber"
- Martin Döhring

- vor 3 Tagen
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Die Psychoonkologie betrachtet die Wechselwirkungen zwischen psychischen Prozessen, dem Nervensystem, dem Immunsystem und der onkologischen Erkrankung. Auf einer Metaebene lässt sich dieser Prozess als ein komplexes Zusammenspiel aus physiologischer Regulation und psychischer Entfremdung begreifen, wie es im Bild allegorisch metaphorisch dargestellt wird.
Die Metaebene der Entstehung: Ein psychosomatischer Prozess
Der im Bild skizzierte Prozess deutet auf eine tiefgreifende Störung der organismischen Ordnung hin:
Thanatos als Potenzial: Der Prozess beginnt nicht mit dem Tod, sondern mit einer physiologischen Kraft des Rückzugs und der Erschlaffung – dem parasympathischen Tonus. In einem gesunden Zustand dient dies der Regeneration; wird es jedoch zum dauerhaften Zustand, verschiebt sich das Gleichgewicht.
Die Rolle der Melancholie: Chronischer Stress und unterdrückte Affekte führen zur Bildung der „schwarzen Galle“. Auf der Metaebene symbolisiert dies eine innere Verdichtung, die die Wahrnehmung verfinstert und die Verbindung zur Lebensfreude kappt.
Energetische Umkehr und Entkopplung: Die pathologische Dominanz des parasympathischen Systems führt dazu, dass Lebensenergie nach innen gezogen wird, während die immunologische Abwehr geschwächt wird. Aus dieser inneren Stagnation heraus entziehen sich Zellen der regulierenden „apollinischen“ Ordnung des Gesamtorganismus.
Krankheit als parasitäre Ordnung: Der Tumor wird hierbei als eine Entität verstanden, die zwar vom Körper lebt, sich aber dessen übergeordnetem Lebensprinzip entzieht. Er wächst selbstsüchtig, ohne Beziehung zum lebendigen Ganzen, und bildet eine „falsche Ordnung“ aus entkoppelten Zellen.
Verdrängung der Regulation: Das System der Selbstregulation (symbolisiert durch Hygeia) wird durch die „schwarze Galle“ verschluckt, sofern diese nicht bewusst integriert und transformiert wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aus dieser Perspektive die psychoonkologische Betrachtung die Krankheit nicht als isoliertes biologisches Ereignis sieht, sondern als das Resultat einer tiefgreifenden Entkopplung der psychischen und physiologischen Ordnung, bei der das „apollinische Maß“ verloren gegangen ist.




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