Peru: Virus-assoziierter Krebs häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen
- Martin Döhring

- 22. Juni 2020
- 1 Min. Lesezeit
Virus-assoziierter Gebärmutterhalskrebs häufigste Krebs-Todesursache bei Peruanerinnen
Eine Publikation aus diesem Jahr (Cancer Cytology: January 24, 2020)
Das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) ist die häufigste Krebs-Todesursache peruanischer Frauen (Pan American Health Organization. Cervical cancer prevention in Peru Oct18, 2019)
Zervixkarzinom ist vergesellschaftet mit Durchseuchung mit hoch riskantem HPV (human papillomavirus), HPV gilt als Krebs erzeugend. ( Braz J Infect Dis. 2014; 18: 469-472)
Die Prävalenz für Zervixkarzinom liegt in Peru zwischen 12 und 35% (Aguilar et al. Mol Clin Oncol 2016, 5:241-245)
Die Inzidenz ist 10mal so hoch wie in den USA.
Zu meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Unikliniken Heidelberg wurde ein Impfstoff gegen HPV entwickelt. Ist nicht ganz so einfach, weil es knapp 60 Subtypen von HPV gibt. In Deutschland sind zwei unterschiedliche Impfstoffe zugelassen, die ein jeweils anderes Altersspektrum abdecken und etwa jeweils 4 HPV Subtypen beinhalten.
Die Gründe für diese schlechte Quote liegen natürlich in Armut, mangelnder Versorgung mit Impfen und fehlender Testung auf HPV. (Int J Gynecol Cancer 2011; 21: 1654-1663)
Natürlich ist es schwer für Frauen in Peru, einen simplen PAP Smear Test anfertigen zu lassen (Int J Epidemiol. 2008;37:862-869).
Eine mobile Klinik als Modell für das ländliche Peru soll Abhilfe schaffen. Musik, Lebensmittel und Süßigkeiten schaffen zusätzliche Anreize, für Frauen mit ihren Kindern bei der mobilen Klinik vorbeizuschauen. Betreiber ist ‚CerviCuso‘, angewiesen auf Spendengelder, vorwiegend aus den USA.
CerviCuso bietet gratis Impfungen gegen HPV für Kinder der Region und bildet selbst Hilfskräfte aus (Auswertung PAP smear Tests). (J AM Soc Cythopathol 2018; 7:S.83-84)







Die Standardtherapie bei Gebärmutterhalskrebs hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Hier sind die gängigen Behandlungsansätze:
1. **Frühe Stadien**:
- **Operation**: In den frühen Stadien wird der Krebs oft durch eine Operation entfernt. Dies kann eine Konisation (Entfernung eines kegelförmigen Gewebestücks) oder eine radikale Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter und umliegender Gewebe) umfassen¹².
2. **Fortgeschrittene Stadien**:
- **Radiochemotherapie**: Bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs wird häufig eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie eingesetzt. Das Zytostatikum Cisplatin wird dabei oft verwendet³⁴.
- **Bestrahlung**: Die Strahlentherapie kann sowohl extern (durch eine Maschine außerhalb des Körpers) als auch intern (Brachytherapie, bei der radioaktive Materialien direkt in den Tumor oder in die Nähe des Tumors eingebracht werden) durchgeführt werden³.
3. **Rezidive oder Metastasen**:
- **Chemotherapie**: Bei einem Rückfall o…
Die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs erfolgt in mehreren Schritten:
1. **Gynäkologische Untersuchung**: Der erste Schritt ist eine gründliche Untersuchung durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt. Dabei wird der Gebärmutterhals mit einem Spekulum betrachtet und abgetastet¹.
2. **Pap-Test**: Ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals wird entnommen und unter dem Mikroskop untersucht, um abnormale Zellen zu identifizieren¹.
3. **HPV-Test**: Dieser Test überprüft das Vorhandensein von humanen Papillomviren (HPV), die häufig Gebärmutterhalskrebs verursachen¹.
4. **Kolposkopie**: Bei auffälligen Befunden wird eine Kolposkopie durchgeführt, bei der der Gebärmutterhals mit einem speziellen Mikroskop genauer untersucht wird².
5. **Biopsie**: Wenn verdächtige Bereiche gefunden werden, entnimmt die Ärztin oder der Arzt Gewebeproben (Biopsie) zur weiteren Untersuchung².
6. **Bildgebende Verfahren**: Bei bestätigtem Krebsverdacht können weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie…
Gebärmutterhalskrebs kann in den frühen Stadien oft symptomlos sein, was regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig macht. Wenn Symptome auftreten, können sie folgende sein¹²:
1. **Ungewöhnlicher Ausfluss**: Ein anders gefärbter oder übelriechender Ausfluss aus der Scheide.
2. **Blutungen**: Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, außerhalb des Menstruationszyklus oder nach den Wechseljahren.
3. **Schmerzen**: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder im Beckenbereich.
4. **Zwischenblutungen**: Schmierblutungen oder starke Regelblutungen.
In fortgeschrittenen Stadien können zusätzliche Symptome auftreten, wie¹²:
- **Schmerzen im unteren Rücken** oder im Beckenbereich.
- **Geschwollene Beine** durch einen Stau von Lymphflüssigkeit.
- **Schwierigkeiten beim Wasserlassen** oder beim Stuhlgang.
Wenn du oder jemand, den du kennst, solche Symptome bemerkt, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten.
Möchtest du mehr über die Vorsorgeuntersuchungen…
Eine HPV Impfung wirkt sogar therapeutisch bei Männern mit Peniskrebs.