Parasiten - Schmarotzer
- Martin Döhring

- 31. März 2020
- 5 Min. Lesezeit
Parasiten – Schmarotzer
Man unterscheidet zwischen Endo- und Ektoparasiten. Endoparasiten sind „innerliche Gangster“, z.B. Einzeller, Würmer, Coccidien, „Darmfasan“, der die Gallengänge befällt,. Einzellige Innenschmarotzer verursachen Durchfall und Schädigung der Darmflora. Ektoparasiten wären Zecken, Mücken, Flöhe, Läuse, Larven, Stechmücken.
Plattwürmer (Trematoden): Bandwürmer, Egel, setzen sich beispielsweise in der Darmwand fest. Im Zwischenwirt Mensch nur als Finne
Fuchsbandwurm (Hundebandwurm): 3 bis 5gliedrig, beim Fuchs am Fell, kann auch eingeatmet werden. Zwischenwirt ist die Maus.
Aufbruch vom Schwarzwild darf bei Verdacht auf Schweinepest nicht auf den Luderplatz gebracht werden.
Der große Leberegel kann durch Bohrgänge in der Leber nachgewiesen werden, er benötigt Zwergschlammschnecken als Zwischenwirte. Anzeichen für Befall können sein: Mattigkeit oder Kümmern, aufgetriebener Leib, mäßige Geweihbildung.
Kleine Leberegel benötigen Ameisen und Gehäuseschnecken als Zwischenwirte. Der Befall mit Leberegeln ist nicht anzeigepflichtig.
Die Larven der Trichinen setzen sich in der Muskulatur ab. Mensch und Schwarzwild können von Trichinen befallen sein. Hunde und Katzen können Endwirt des Fuchsbandwurms sein.
Im Darm des Zwischenwirts schlüpft die Larve des kleinen Fuchsbandwurms, die Finne entwickelt sich in der Leber.
Atembeschwerden und Hüsteln deuten auf einen Befall mit Großen Lungenwürmern hin.
Magen und Darmwürmer zeigen ein Krankheitsbild mit schlechtem Verfärben und kotverschmierten Spiegel und Hinterläufen.
Die Europäische Schweinepest ist anzeigepflichtig bei allen Schweinen, eine Gefahr der Übertragung besteht hingegen nicht. Punktförmige bis flächige Blutungen der Nieren deuten auf Schweinepest hin, dazu Infarkte in der Milz (Schwarzrote bis fingernagelgroße Herde) sowie Blutungen am Kehldeckel.
Schweinepest und Tollwut werden mit Impfködern aus Impfstoff und Fischmehl bekämpft.
Brucellose führt zur Hodenschwellung.
Die Aujeszkysche Krankheit ist viral, tödlich für viele Tiere wie Hunde und wird mit rohem Schweinefleisch übertragen.
Die Maul- und Klauenseuche ist hauptsächlich eine Haustierkrankheit, Schalenwild wird nur selten befallen.
Lymphknoten und Milz sind vor allem bei bakteriellen Erkrankungen vergrößert.
Coccidiose durch Bakterien verursacht große Schäden bei Junghasen. Coccidiose befällt auch Fasane und Wildkaninchen. Coccidiose endet mit dem ersten Kälteeinbruch, die Sporen leiden unter Kälte. Coccidien schmarotzen in der Darmschleimhaut, die Oocysten verlassen mit der Losung ihr Wirtstier
Die Aktionmykose oder Strahlenpilzerkrankung ist bakteriell., wie auch die Borreliose. Tollwut wird durch Viren verursacht.
Räude kommt von Milben und ist eine Parasitenerkrankung.
Moderhinke kommt bei Muffelwild vor.
2 bis 3 Monate dauert die stille Feiung, durch Antikkörper in der Muttermilch der Bache sind Frischlinge vor Schweinepest geschützt.
Reh-, Rot- und Muffelwild werden häufig von der Dasselfliege befallen.
Wenn der Jäger beim Aufbrechen des Rehbockes eine hühnereigroße mit Flüssigkeit gefüllte Blase an der Leber findet handelt es sich um eine Bandwurmfinne.
Tiere können sich bei der Nahrungsaufnahme, durch Kontakt, durch Bisse und Stiche sowie bei der Paarung mit Krankheitserregern infizieren.
Infektionsgefahr beim Menschen besteht bei Tollwut, Rotlauf und Salmonellose, dazu auch noch Tularämie, Brucellose und Myxomatose.
Parasiten sind tierische Schmarotzer.
Immunität bedeutet die Feiung gegen Erreger.
Die Erreger der Tollwut werden mit dem Speichel des Wirtstieres ausgeschieden.
Schweinepest und Tollwut sind anzeigepflichtig.
Infektion mit Schweinepest erfolgt durch Aufnahme infizierten Fraßes, durch Insektenstiche und durch Berührung.
Myxomatose hat eine Sterblichkeit von 60% innerhalb von 2 Wochen. Anzeichen sind Schwellungen in der Unterhaut vor allem am Kopf („Löwenhauptkrankheit“). Dazu geschwollene und eitrige Augenlider, Entzündete oder geschwollen Haut um das Weidloch.
Myomatose durch direkten Kontakt, Stechende Insekten und im Winter durch den Kaninchenfloh.
Zeigt die Leber eines Hasen zahlreiche grau-gelbliche Punkte ist es die Nagerpest. Der Hase wirkt matt und abgemagert und lässt sich leicht fangen.
Sonnenlicht und Trockenheit töten die Erreger der Hasenpest, die Bakterien der Pasteurellose.
Abmagerung und Erschöpfung können beim Hasen auch auf Staphylokokkose hindeuten.
Von der Nagerpest Tularämie werden hauptsächlich Feldhase, Wildkaninchen und Hauskaninchen befallen.
Botulismus kann bei Rehwild, Rotwild , Schalenwild und Raubwild auftreten (Clostridien Toxin).
Zecken können Borelliose und FSME übertragen.
Die Hautdasselfliege legt ihre Eier an den Haaren der Flanken und Hinterläufen beim Wirtstier ab. Die reifen Larven verlassen das Wirtstier durch die Decke. Das Krankheitsbild besteht aus gekrümmten Rücken, flächigen Hautabschürfungen und beulenartige Auftreibungen am Rücken.
Die Hautdasseln schmarotzen im Unterhautgewebe des Rückens beim Wild. Rehwild wird von der Dasselfliege aber auch von Rachenbremsen befallen.
Niesen, Husten und Schütteln mit dem Kopf weist auf Befall mit Rachenbremsen hin, sie setzen ihre Larven in den Windfang beim Wirtstier. Die reifen Larven verlassen durch den Äser ihr Wirtstier. Das Rehwild versucht, durch Abschlecken des Windfanges mit dem Lecker die Rachenbremsen loszuwerden. Das Fleisch der befallenen Tiere ist trotzdem für den menschlichen Verzehr geeignet. Tritt im April bis Juni auf.
Larven von Magen- und Darmwürmern werden mit der Äsung aufgenommen.
Der Befall mit großen Lungenwürmern kann durch Würmer in der Luftröhre festgestellt werden. Nach Entfernung von Lunge und Atmungsorgangen ist das Fleisch zum Verzehr geeignet. Die Ansteckung mit Lungenwürmern erfolgt durch die Äsung.
Als Zwischenwirte für die verschiedenen Bandwurmarten kommt alles Haarwild, Menschen und Haustiere in Frage, dazu Reh Schwarz Raub und Federwild.
Am Gescheide und in der Muskulatur können beim Aufbrechen Zwischenstadien Finnen eines Bandwurmes beim Schalenwild gefunden werden.
Der kleine Fuchsbandwurm benötigt Mäuse als Zwischenwirt
Trichinen gelangen über Blut oder Lymphe in die Muskulatur. Trichinen vermehren sich in den Darmzotten des Dünndarms. Das Krankheitsbild zeigt Durchfall, steifer Gang und Schluckbeschwerden.
In der Muskulatur verkapseln sich die Larven der Trichinen.
Am lebenden Wild können mit mikroskopischer Untersuchung der Losung Leberegel Eier nachgewiesen werden.
Ein verschmutzter Rehwildspiegel deutet auf Magen- und Darmwurmbefall hin.
Der kleine Leberegel schmarotzt in den Gallengängen der Leber, eine Bekämpfung ist kaum durchführbar
LeberEgel: Zwitter, legt Eier
Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, nennt man Zoonosen. Parasiten fördern Zoonosen.
Die WHO hat eine neue Leitlinie zur Bekämpfung der Zoonosen herausgegeben.
Relevant nach Zahlen ist die Malaria, weil Millionen Menschen weltweit davon betroffen sind.
Malaria: Einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium. Übertragung durch Stechmücke Anopheles. Nicht namentliche Meldepflicht in Deutschland . Chemoprophylaxe mit Doxyzyklin, Mefloquin, Atovaquon-Proguanil. Bislang kein Impfschutz. Behandlungsoptionen mit Chinin, Chloroquin, Primaquin, Artesunat i.v.
Schlafkrankheit: Wird übertragen durch die Tse-Tse-Fliege. Erreger ist Trypanosom (Einzeller, Protozoe). Verursacht Fieber bis Krampf. Behandlungsoptionen: Fexinidazol, Suramin, Pentamidin, Melarsoprol, Eflornithin.
Ähnlich wie bei SARS (MERS-CoV) begünstigen moderne Transportmittel wie Flugzeuge die Verbreitung von Erkrankungen dieser Art.
Würmer sind in der Regel mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Fadenwürmer (Nematoden) befallen Magen, Darm, Blase, oder auch Haut , Lunge und Leber. Es gibt Eier, richtige Würmer und ein Zwischenstadium der Finne.
FSME. Virus. Übertragung durch Zecken. Impfung für Personen in Zeckengebieten.
Borreliose. Bakterien. Keine Impfung für Menschen, weil zuviele Subtypen. Übertragung durch Zecken. Antibiotika zur Behandlung. (Tetrazyklin, Cephalosporin etc… nach Antibiogramm)
Gardiose. Gardia lamblia. Hund . von Kindern fernhalten. Einzeller. Parasit. Therapie: Metronidazol, Febantel
Trichinellose. Trichinen sind Nematoden, Fadenwürmer, millimeter groß. Meldepflicht. Behandlung mit Mebendazol oder Albendazol -> Trichinen: Sind Millimeter große Fadenwürmer (Nematoden), Parasiten. Erkrankungen beim Menschen sind meldepflichtig.
Schweinefleisch muss vor dem Verzehr und nach der Schlachtung der Trichinenschau zugeführt werden. Dies ist eine EU-Verordnung. Mittels MALDI-TOF ist eine Schnellanalytik möglich. Ein durch Trichinen verursachtes Krankheitsbild wird Trichinellose bezeichnet. Symptome einer Muskelentzündung (Myositis).
Eine Übertragung von Trichinen ist durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch möglich.
Bei Schweinen ist ein serologischer Antikörpernachweis möglich. Das sensitivste Nachweisverfahren ist die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), damit können Trichinen-Subtypen identifiziert werden.
Entnommen werden Trichinenproben zur Vorlage beim Veterinäramt an Muskel, Zunge, Zwerchfell, mindestens 10g.
Hunde sollen überhaupt kein rohes Schweinefleisch bekommen, weil sie zudem an der Aujerskyschen Krankheit erkranken könnten (Virus).
Fuchsbandwurm: Ecchinokokken. Medikamente. Mebendazol, Albendazol, Benzimidazol.
Fasziolose: Leberegel. Bis 3 cm groß. Parasit. Schafe. Fasciola . Echinostomida. Kot von Rinder, Schweine, Hunde. Brunnenkresse, Kopfsalat. Therapeutika: Triclabendazol, Ivermectin, Clorsulon, Closantel, Praziquantel.
Oxyuriasis: Darmwurm. Häufig Kinder. Enterobaisis Medikamente Pyrantel oder Mebendazol.
Milben. Akarizid zur Bekämpfung
Flöhe. Insekten. Insektizide äußerlich wie Fipronil, innerlich Tabletten wie Fluralaner, Spinosan.
Läuse. Insekten. Kopfläuse. Kämme. Chrysanthemenextrakte äußerlich. Insektizide. Malathion. Pyrethrum
Tiere können durch Kontaktübertragung Biogifte von Riesenbärenklau (Herkulesstaude) und Eichenprozessionsspinner weitergeben. Zu den häufigen Außenparasiten des Hundes gehören: Zecken (Borreliose, FSME), Flöhe (Pest), Läuse, Milben (Krätze, Räude), Endoparasiten: Bandwürmer, Spülwürmer.
Alle Wildarten plus Hund und Menschen können von Zecken (Holzbock) befallen werden. Zecken können FSME und Borreliose übertragen, dies sind gefährliche Erkrankungen, die auch das ZNS befallen können. Neue riesige Zecke aus Afrika eingeschleppt : Hyalomma.
Gegen FSME kann man sich impfen lassen, es ist ein Virus. Die Borreliose hat Bakterien als Verursacher, z.B. Borrelia burgdorferi. Aufgrund sehr vieler Subtypen gibt es keine gute Impfmöglichkeit gegen Borrelien.
Hunde können gegen Borreliose geimpft werden.
Antizeckenmittel helfen.
Die oben genannten Erkrankungen verursachen unspezifische Symptome wie Kopf- und Gliedeschmerzen, Lähmungen, Fieber, eventuell auch geschwollen Gelenke
Auch im Bereich der Pflanzen gibt es natürlich Schmarotzer: Borkenkäfer
Leider hat sich der Borkenkäfer zu einem schlimmen Schädling entwickelt. Ähnliche Plagen sind Eichenprozessionsspinner und Riesenbärenklau (Herkulesstaude).
Der Borkenkäfer wird auch als Buchdrucker bezeichnet, durch die sichtbaren Schäden an Bäumen, die er verursacht.
Er frißt unter Rinde und macht so den Wassertransport der Bäume kaputt, diese gehen daran zugrunde.
Befallene Bäume müssen gefällt werden und rasch aus dem Wald gezogen werden.
Fichte soll nicht mehr neu angepflanzt werden.
Martin Döhring 2020







Patienten mit Parasitenbefall zeigen im großen Blutbild häufig einen Eosinophilie, d.h. die Fraktion der eosinophilen Granulozyten ist pathologisch erhöht.