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ADHS - Neurotransmitter und Signalverarbeitung intrakraniell

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 16. Juli 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Das neurochemische Kernproblem bei ADHS ist kein einfacher „Mangel“ eines einzelnen Botenstoffs, sondern eine dysregulierte Signalökonomie in fronto-striatalen Netzwerken. Im Zentrum stehen vor allem Dopamin und Noradrenalin, mit sekundären Einflüssen durch Glutamat, GABA und Serotonin.

1. Dopamin: gestörte Belohnungs- und Steuerungsdynamik

Dopamin wirkt vor allem im mesokortikalen und mesolimbischen System:

  • Hypodopaminerge Zustände im präfrontalen Cortex (PFC)→ beeinträchtigen Arbeitsgedächtnis, Planung, Inhibition

  • Veränderte Dopaminfreisetzung im Striatum→ führt zu erhöhter Reizoffenheit und „Reward-Seeking“

Wichtig ist:Es geht weniger um absolute Spiegel als um phasenabhängige Signalübertragung (tonisch vs. phasisch).

👉 Typisch bei ADHS:

  • zu niedriger tonischer Dopaminspiegel

  • überschießende phasische Reaktionen auf unmittelbare Reize

➡️ Ergebnis: Kurzfristige Belohnungen dominieren, langfristige Ziele verlieren an Steuerungskraft.

2. Noradrenalin: Defizite in der Aufmerksamkeitsfokussierung

Noradrenalin aus dem Locus coeruleus moduliert die Signalverstärkung im Cortex:

  • zu geringe noradrenerge Aktivität im PFC→ reduzierte Signal-zu-Rausch-Ratio→ Ablenkbarkeit, instabile Aufmerksamkeit

Noradrenalin wirkt dabei wie ein „Gain-Regler“:

  • zu wenig → Reize verschwimmen

  • optimal → klare Fokussierung

  • zu viel → Stress, Hyperarousal

ADHS liegt häufig im suboptimalen Bereich.

3. Präfrontaler Cortex als Engpasssystem

Der PFC ist das funktionelle Zentrum für:

  • Exekutivfunktionen

  • Impulskontrolle

  • Zielgerichtetes Verhalten

Diese Funktionen folgen einer invers U-förmigen Beziehung zu Dopamin/Noradrenalin:

  • zu wenig → Unteraktivität (typisch ADHS)

  • optimal → stabile Kontrolle

  • zu viel → Übersteuerung (z. B. Stressreaktionen)

4. Glutamat und GABA: Netzwerkstabilität

Neben den Monoaminen spielen auch exzitatorische und inhibitorische Systeme eine Rolle:

  • Glutamat (exzitatorisch): oft dysreguliert → ineffiziente Netzwerksynchronisation

  • GABA (inhibitorisch): verminderte Hemmung → Impulsivität, „neuronales Rauschen“

➡️ Ergebnis: instabile neuronale Oszillationen, besonders in Aufmerksamkeitsnetzwerken.

5. Funktionelle Konsequenz: „Neurotransmitter-Missverhältnis“

Das „Missverhältnis“ lässt sich präziser als dynamische Dysbalance beschreiben:

System

Veränderung bei ADHS

Funktionelle Folge

Dopamin

↓ tonisch, ↑ phasisch

Belohnungsbias, Impulsivität

Noradrenalin

↓ im PFC

Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeitsinstabilität

Glutamat

dysreguliert

ineffiziente Signalverarbeitung

GABA

relativ ↓

reduzierte Hemmung

6. Pharmakologischer Bezug

Die Wirkung typischer Medikamente bestätigt dieses Modell:

  • Methylphenidat→ blockiert Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme→ erhöht tonische Verfügbarkeit im PFC

  • Atomoxetin→ selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer→ stabilisiert Aufmerksamkeitsnetzwerke

➡️ Ziel: Verschiebung in den optimalen Bereich der U-Kurve

7. Fazit

ADHS ist kein statischer „Neurotransmittermangel“, sondern eine Fehlkalibrierung neuronaler Modulationssysteme:

  • zu wenig stabile Grundaktivität

  • zu starke Reaktion auf unmittelbare Reize

  • unzureichende top-down Kontrolle durch den präfrontalen Cortex

Das erklärt die klinische Trias:→ Unaufmerksamkeit→ Impulsivität→ Hyperaktivität

10 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
20. März

Zyklothymie aus Sicht der intrakraniellen Neurotransmitter-Dysbalance – also als Störungen auf Ebene der Botenstoffe und ihrer Schaltkreise im Gehirn.


---


1. Grundidee: Das limbische System als Regelkreis


Unsere Stimmung wird im Wesentlichen durch ein Zusammenspiel mehrerer Neurotransmitter in einem Netzwerk gesteuert, das limbisches System, Basalganglien und präfrontalen Kortex umfasst. Die wichtigsten Akteure sind:


· Dopamin (DA) – Antrieb, Belohnung, psychomotorische Aktivität

· Noradrenalin (NA) – Aufmerksamkeit, Energie, „Stresshormon“ im Gehirn

· Serotonin (5-HT) – Impulskontrolle, Stimmungsstabilität, Hemmung

· GABA – hemmender Transmitter, der Übererregung verhindert

· Glutamat – erregender Transmitter, der bei Dysregulation neurotoxisch wirken kann


Bei affektiven Störungen gerät dieses Gleichgewicht in eine dauerhaft verschobene oder oszillierende Schieflage.


---


2. Manie: Der „Überschuss“ an Erregungsbotenstoffen


Die Manie (z. B. im…


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Martin Döhring
Martin Döhring
16. März 2025

Bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) wird eine Dysregulation bestimmter **Neurotransmitter** im Gehirn angenommen, vor allem in den Systemen für **Dopamin** und **Noradrenalin (Norepinephrine)**. Diese Botenstoffe spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Motivation. Hier die Details:


---


### **1. Dopamin**

- **Funktion:**

– Reguliert Motivation, Belohnungsempfinden, Fokus und exekutive Funktionen (Planung, Selbstkontrolle).

– Wichtig für die Signalübertragung in frontalen Hirnarealen (z. B. präfrontaler Cortex).


- **Störung bei ADHS:**

– **Reduzierte Verfügbarkeit:** Verminderte Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt, möglicherweise durch überaktive **Dopamintransporter (DAT)**, die Dopamin zu schnell zurück in die Nervenzellen transportieren.

– **Rezeptor-Sensitivität:** Teilweise geringere Dichte oder Empfindlichkeit von Dopaminrezeptoren (z. B. D2/D4-Rezeptoren).


- **Folgen:**

– Schwierigkeiten, langfristige Ziele zu verfolgen, innere Unruhe, Suche nach starken Reizen („Dopamin-Jagd“).


---


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Martin Döhring
Martin Döhring
07. Sept. 2024

In der modernen Psychiatrie spielen Medikamente, die die Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen, eine zentrale Rolle bei der Behandlung verschiedener psychischer Störungen. Diese Medikamente, auch Psychopharmaka genannt, zielen darauf ab, das chemische Gleichgewicht im Gehirn wiederherzustellen und so die Symptome psychischer Erkrankungen zu lindern12.

Hier sind einige wichtige Klassen von Psychopharmaka und ihre Wirkungsweisen:

  1. Antidepressiva: Diese Medikamente werden hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Sie erhöhen die Konzentration von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn, indem sie deren Wiederaufnahme in die Nervenzellen blockieren. Beispiele sind Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin und Sertralin12.

  2. Antipsychotika: Diese Medikamente werden zur Behandlung von Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen verwendet. Sie blockieren die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn, was die Überaktivität von Dopamin reduziert und so psychotische…

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Martin Döhring
Martin Döhring
02. Mai 2023

Psychiatrie ist leider ein Fach , was zum Betrug einlädt.

Einige kommen in die Psychiatrie, um der Strafverfolgung zu entgehen, andere aus Rache oder aus Strafvereitelung wie z.B. Gustl Mollath.

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Martin Döhring
Martin Döhring
02. Okt. 2021

Warum ist der Kampf gegen Schizophrenie so wichtig ? Weil es einen Unterschied gibt zwischen Dein und Mein. Und damit das auch so bleibt!

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