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Demenz - pathologische Vorgänge auf der molekularen Ebene

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 1. Dez. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, doch auf molekularbiologischer Ebene teilen viele von ihnen gemeinsame Nenner: die Fehlfaltung von Proteinen, chronische Entzündungsprozesse und den Verlust der synaptischen Integrität.

Hier ist ein tieferer Einblick in das, was im Mikrokosmos des Gehirns bei den häufigsten Formen (insbesondere Alzheimer) passiert:


1. Proteinaggregation: Wenn Eiweiße verklumpen

Das Herzstück der molekularen Forschung liegt in der Fehlfaltung spezifischer Proteine. Anstatt ihre normale Funktion auszuüben, nehmen sie eine instabile Struktur an und lagern sich zu toxischen Komplexen zusammen.

• Amyloid-Beta ($A\beta$): Diese Peptide entstehen durch die Spaltung des Amyloid-Vorläuferproteins (APP). Normalerweise werden sie abgebaut, doch bei Demenz bilden sie extrazelluläre Plaques. Diese stören die Kommunikation zwischen den Neuronen.

• Tau-Protein: In gesunden Zellen stabilisiert Tau die Mikrotubuli (die "Schienen" für den Stoffransport im Neuron). Bei einer Demenz wird Tau chemisch verändert (Hyperphosphorylierung), löst sich ab und bildet intrazelluläre

Neurofibrillenbündel. Die Zelle verliert ihre Struktur und stirbt von innen heraus ab.


2. Die Cholinerge Hypothese und Synapsenverlust

Molekularbiologisch beginnt der kognitive Abbau oft an den Synapsen.

• Neurotransmitter-Mangel: Besonders auffällig ist der Rückgang von Acetylcholin, einem Botenstoff, der entscheidend für das Gedächtnis ist.

• Exzitotoxizität: Es kommt zu einer Fehlregulation von Glutamat. Wenn zu viel Glutamat im synaptischen Spalt verbleibt, strömt dauerhaft Kalzium in die Nervenzelle ein, was biochemische Kaskaden auslöst, die die Zelle zerstören.


3. Neuroinflammation und oxidativer Stress

Das Gehirn hat sein eigenes Immunsystem, primär die Mikroglia.

• Chronische Aktivierung: Mikrogliazellen versuchen eigentlich, die oben genannten Plaques zu "fressen". Wenn sie dies jedoch dauerhaft tun, schütten sie pro-entzündliche Zytokine aus, die gesundes Gewebe schädigen.

• Mitochondriale Dysfunktion: Die "Kraftwerke" der Zellen arbeiten ineffizient, wodurch reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale) entstehen, die Proteine, Lipide und die DNA der Neuronen direkt angreifen.


4. Genetische Faktoren

Obwohl die meisten Fälle sporadisch auftreten, geben uns die Gene wichtige molekulare Hinweise:

• APOE-$\epsilon$4: Dieses Genvarianten-Protein ist am Lipidtransport beteiligt. Wer das $\epsilon$4-Allel trägt, hat ein höheres Risiko, da es den Abbau von Amyloid-Beta erschwert.

• Preseniline (PSEN1/PSEN2): Mutationen hier verändern die Enzyme ($\gamma$-Sekretase), die APP schneiden, was zu einer Überproduktion der aggressiven $A\beta$-Varianten führt.


Zusammenfassung der molekularen Kaskade

Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass diese Prozesse oft Jahrzehnte vor den ersten Symptomen beginnen. Die Interaktion zwischen der Amyloid-Ablagerung (Trigger) und der Tau-Ausbreitung (Treiber) gilt als der entscheidende Mechanismus für das Sterben der Nervenzellen.



5 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
16. März 2024

Es gibt einige vielversprechende Entwicklungen in der Behandlung von Alzheimer. Ein neues Medikament namens Lecanemab, auch bekannt als Leqembi, hat in Studien positive Ergebnisse gezeigt¹². Es wurde entwickelt, um die für Alzheimer charakteristischen Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn anzugreifen und hat in einer Phase-3-Studie den geistigen Abbau bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung verlangsamt². Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Lecanemab eine vorläufige Zulassung erteilt, und die vollständige Zulassung folgte im Juli 2023². Für Europa wird die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für das erste Halbjahr 2024 erwartet².

Ein weiteres Medikament, Donanemab, ist ebenfalls in der Entwicklung und zielt darauf ab, die schädlichen Amyloid-Plaques im Gehirn zu entfernen³. Diese neuen Therapieansätze stellen einen bedeutenden Fortschritt dar, da sie im Gegensatz zu bisherigen Medikamenten,…


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Martin Döhring
Martin Döhring
19. Dez. 2022

Wär doch auch was für Scholz, wenn er sich mal wieder nicht erinnern kann, oder?

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Martin Döhring
Martin Döhring
01. Dez. 2022

Die Diagnose „Alzheimer“ ist eine klinische . Bedeutet , es gibt keinen objektiven Standard-Test, sondern es wird nach der Symptomatik her diagnostiziert.

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Martin Döhring
Martin Döhring
01. Dez. 2022

Die Pathogenese, also die Entstehung der Erkrankung Alzheimer ist von der Wissenschaft noch weitgehend unverstanden. Es existieren mindestens 3 Hypothesen.

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Martin Döhring
Martin Döhring
01. Dez. 2022

Bislang gibt es Ergebnisse, der Antikörper Lecanemab , der gegen Beta-Amyloid wirkt, bremst im Mittel um 27% bei den Probanden das Fortschreiten der Erkrankung.

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