Krebs aus der Sicht der alten Griechen
- Martin Döhring

- vor 5 Tagen
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Die alten Griechen verstanden Krebs als eine durch ein Ungleichgewicht der Körpersäfte verursachte, meist unheilbare Erkrankung, die sie „karkinos“ (Krabbe) nannten. Dieses Bild leitete sich vom Aussehen bösartiger Tumoren ab, deren verzweigte Venen an die Beine eines Krebses erinnerten.
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🜁 Grundverständnis: Krebs als Störung der „vier Säfte“
Die griechische Medizin – vor allem Hippokrates – basierte auf der Humoralpathologie, der Lehre von vier Körpersäften: Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle.
Krebs galt als Folge eines Überschusses an schwarzer Galle, die sich in einem Organ ansammelte und dort „faulig“ wurde.
Da die Griechen keine inneren Organe öffnen durften, stützte sich ihr Wissen auf sichtbare Tumoren (Haut, Brust, Nase). Hippokrates fertigte Zeichnungen solcher Tumoren an und beschrieb sie nach Form, Härte und Gefäßausprägung.
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🜂 Der Name „Krebs“: Warum „karkinos“?
Hippokrates prägte die Begriffe karkinos und karkinoma.
Grund: Schneidet man einen Tumor auf, zeigen sich strahlenförmig gespannte Venen, die an die Beine eines Krebses erinnern.
Diese Beobachtung war so prägend, dass der Begriff bis heute fortlebt.
Später unterschied Galen:
• oncos = gutartige Geschwulst
• karkinos = bösartige Geschwulst
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🜄 Wie beschriebenen die Griechen Krebs klinisch?
Griechische Ärzte erkannten bereits viele Merkmale, die wir heute mit malignen Tumoren verbinden:
• harte, unregelmäßige, schlecht verschiebbare Knoten
• kühle Oberfläche
• sichtbare Gefäßausdehnungen
• Schmerzen und Blutungen
• kein Fieber
Sie unterschieden zudem zwischen „versteckten“ und „offensichtlichen“ Krebsarten und beschrieben Größen von „Augapfel“ bis „Melone“.
Galen bemerkte, dass Brust- und Gebärmutterkrebs besonders häufig seien – eine Beobachtung, die auch moderne Epidemiologie bestätigt.
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🜃 Behandlung: Diät, Aderlass, Laxantien – aber kaum Chirurgie
Da Krebs als systemische Störung der Säfte galt, zielte die Therapie darauf ab, das Gleichgewicht wiederherzustellen:
• Diäten
• Aderlass
• Abführmittel
Chirurgische Eingriffe waren selten und nur bei oberflächlichen Tumoren möglich. Die Griechen wussten, dass fortgeschrittener Krebs kaum behandelbar war – eine Einsicht, die im Edwin-Smith-Papyrus aus Ägypten bereits ähnlich formuliert wurde.
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🜁 Zusammenfassung
Die alten Griechen sahen Krebs nicht als eigenständige biologische Krankheit, sondern als Symptom eines gestörten inneren Gleichgewichts, verursacht durch schwarze Galle. Sie beschrieben Tumoren erstaunlich präzise, konnten aber mangels Anatomiekenntnis und moderner Diagnostik nur äußere Erscheinungen erfassen. Der Name „Krebs“ stammt direkt aus dieser Zeit und verweist auf das krabbenartige Aussehen bösartiger Tumoren.
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In der klassischen Psychoanalyse Freuds gibt es keine Theorie, nach der Krebserkrankungen direkt durch psychische Konflikte verursacht werden. Freud war hier vorsichtig. Was es aber gibt, ist eine metapsychologische Deutung, wie unlösbare Konflikte, Melancholie und somatische Prozesse zusammenhängen können:
Melancholie als Selbstentwertung
schwarze Galle als vormoderne Metapher für destruktive Affekte
Somatisierung als Verschiebung psychischer Spannung ins Körperliche
Thanatos als destruktive Triebkraft
Organneurosen als Grenzphänomene zwischen Psyche und Soma
Damit lässt sich psychoanalytisch ein Modell formulieren, wie schwere Konflikte den Körper belasten, ohne dass Freud je behauptet hätte, sie erzeugten Krebs.
🖤 Psychoanalyse Freuds: Melancholie, schwarze Galle und Somatisierung
🜂 1. Melancholie als Selbstangriff
Freud beschreibt die Melancholie als einen Zustand, in dem das Ich sich selbst angreift.
Das Objekt (geliebte Person, Ideal, Identität) wird verloren.
Das…
Die antiken Griechen konnten bestimmte Tumoren tatsächlich operieren – allerdings mit sehr begrenzten Möglichkeiten.
Bereits Hippokrates (ca. 460–370 v. Chr.) beschrieb verschiedene Arten von Geschwülsten. Er prägte den Begriff Karkinos (griechisch für „Krabbe“), weil manche Tumoren mit ihren ausstrahlenden Blutgefäßen an eine Krabbe erinnerten. Daraus entstand später das Wort Karzinom.
Einige Jahrhunderte später beschrieb Galen ebenfalls Tumoren und empfahl in bestimmten Fällen eine operative Entfernung.
Was die Griechen tatsächlich konnten:
Oberflächliche Tumoren, etwa an der Haut oder Brust, konnten sie mit Messern herausschneiden.
Anschließend versuchten sie, Blutungen durch Abbinden oder Ausbrennen (Kauterisation mit erhitztem Metall) zu stoppen.
Sie verwendeten pflanzliche Schmerzmittel wie Opium oder Mandragora, aber es gab keine moderne Narkose und keine Keimtheorie.
Ihre Grenzen waren allerdings enorm:
Innere…
Die alten Griechen unterschieden klar zwischen allgemeinen Geschwülsten (oncos) und bösartigen Tumoren (karkinos/karkinoma). Pharma Fa... +1
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🧿 Was bedeuteten die Begriffe?
• Tumor / Geschwulst (oncos) — Galen verwendete oncos für gutartige oder zumindest nicht eindeutig bösartige Schwellungen. Diese konnten hart oder weich sein, aber galten nicht als grundsätzlich tödlich.
• Karzinom (karkinos / karkinoma) — Hippokrates prägte diese Begriffe für bösartige Tumoren, die sich ausbreiten, hart sind und eine krabbenähnliche Gefäßstruktur zeigen. Daher stammt auch der moderne Begriff Karzinom. Pharma Fa... +1
Damit hatten die Griechen eine funktionale Zweiteilung: gutartig vs. bösartig, auch wenn sie die biologischen Hintergründe noch nicht kannten.
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🧬 Wie kamen sie zu dieser Unterscheidung?
Die griechische Medizin basierte auf der Humoralpathologie. Krebs galt…