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Koronar oder Corona?

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 10. Juni 2020
  • 2 Min. Lesezeit

In den letzten Wochen ist mir natürlich öfters die Ähnlichkeit zwischen den Worten Koronar und Corona aufgefallen. Mittlerweisen ist der halben Menschheit bekannt, dass Corona das Schatzgräber Virus ist. Corona soll angeblich auch Gefäßinnenhaut Entzündungen bewirken, was natürlich auch die Koronarien, die Herzkranzarterien betreffen könnte.

Eine Verengung der Koronarien durch atherosklerotische Plagues führt als Symptom zu Angina pektoris, im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt, die Krankheit heißt KHK (koronare Herzkrankheit).

Ein „stummer Infarkt“ ohne Symptome wie Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, aber auch ohne Zeichen im EKG (N-STEMI) könnte sich mit einem Laborwert Ck-Wert über 1000 in einer Routineuntersuchung beim Hausarzt zeigen. Die Koronarreserve ist hoch, bevor es zu Symptomen kommt, müsste die Engstelle größer 90% sein.

In diesem Fall würde ich mich genötigt sehen, den Patienten mit liegendem Antikörpertropf gegen Fibrin (Lysetherapie) in das nächste Herzkatheterlabor zu fahren.

Der Goldstandard in der Diagnose der KHK ist immer noch die Koronarangiografie, die Darstellung der Herzkranzgefäße mit einem Kontrastmittel im Röntgen. Ein Katheter wird hierzu von der Leiste in den Abgang der Arterien gespritzt. In gleicher Sitzung kann mit dem Katheter die Engstelle aufgedehnt und mit Stent abgestützt werden.

Sehr lange ist bekannt, die KHK hat eine Ursache: Eine Fettstoffwechselstörung. Dahinter gekommen ist der deutsche Internist Schettler, der in den 50er Jahren eine aufsehenerregende Studie publizierte. In der Nachkriegszeit gab es keine Infarkte, weil die Leute gehungert haben. Deshalb auch keine Fettstoffwechselstörung.

In den 90er Jahren wurde diese These experimentell belegt. Übermäßiges Fettangebot im Blut aktiviert Makrophagen (Freßzellen, weiße Blutkörperchen), welche eine spezifische Entzündung an der Gefäßinnenhaut verursachen (Intima-Läsion), dort wird Kalk eingelagert (Artherosklerotische Plaques).

Leider waren die Krankenhäuser wegen Corona lange zu. Ein Schnelltest auf Infarkt kann in der Hausarztpraxis mit dem Troponin Wert erfolgen. Bei sehr niedrigen Werten kann ein Infarkt ausgeschlossen werden.

Die wichtigsten Medikamente in der Prophylaxe von KHK sind auch weiterhin ASS und ein Lipidsenker gegen Hypercholesterinämie.

 
 
 

2 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
16. Juni 2020

Corona ist bekanntlich eine Virusinfektion hervorgerufen durch das Sars-Cov-2 Virus. Eine Impfung ist in Vorbereitung. Ab heute steht eine Warn-App zum Download bereit.

KHK (koronare Herzerkrankung) hingegen ist die Erkrankung, welche Herzinfarkt hervorruft. Verursacht durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung).

Sie hat eine monokausale Ursache: Fettstoffwechselstörung.

Ein Serum-Gesamtcholesterin von größer 200mg/dl gilt als Indikation für eine Therapie mit einem medikamentösen Cholesterinsenker.

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Martin Döhring
Martin Döhring
16. Juni 2020

Die Alternative zur Ballondilatation mit Stenting im Rahmen einer Herzkatheterunterschung ist die Herzchirurgie mit Anlage von Bypass. Bypass-Chirurgie am Herzen kann erforderlich sein, wenn eine langstreckige Stenose (Verengung einer Herzkranzarterie) oder mehrfach Verengungen an mehreren Gefäßen vorliegt.

Für eine koronare Bypasschirurgie wird der Brustkorb chirurgisch geöffnet. Es besteht die Möglichkeit, Venen aus den unteren Extemitäten zu entnehmen, diese zu präparieren und überbrückend aufzunähen oder die IMA Arterie (Arteria mammaria interna) von der Brustwand wird umgelagert und auf eine Herzkranzarterie umgeleitet oder die GEA (A. gastroepiploica).

Techniken wie Oktopus ermöglichen es, Herzkranzgefäßchirurgie ohne EKZ (extrakorporale Zirkulation = „Herzlungenmaschine“ ) in on-beat Chirurige, also am schlagenden Herzen durchzuführen.

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