die "Wahrheit" der EZB
- Martin Döhring

- 22. Okt. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Mai

Die Lage rund um den Euro und die EZB ist derzeit komplex und von mehreren Spannungsfeldern geprägt — sowohl ökonomisch als auch politisch.
💶 1. Inflation: Rückgang, aber noch nicht erledigt
Die Inflation im Euroraum hat sich seit den Spitzenwerten von über 10 % im Jahr 2022 deutlich beruhigt und liegt aktuell bei etwa 2,4 % (Stand Mai 2026).
Die EZB sieht ihr Ziel von 2 % Preisstabilität fast erreicht, bleibt aber vorsichtig:
Energiepreise sind wieder gestiegen.
Löhne ziehen kräftig an, was die Kerninflation stützt.
Die EZB warnt vor „zweiter Runde“-Effekten, also einer Lohn‑Preis‑Spirale.
🏦 2. Zinsen und Schulden: Balanceakt zwischen Stabilität und Wachstum
Der Leitzins liegt weiterhin bei 4 %, was für viele Staaten mit hoher Verschuldung (z. B. Italien, Frankreich) eine Belastung ist.
Die EZB steht zwischen zwei Fronten:
Zu hohe Zinsen könnten die Wirtschaft abwürgen.
Zu niedrige Zinsen könnten die Inflation wieder anheizen.
Die Schuldenquote vieler Länder bleibt hoch — teils über 140 % des BIP.
Das macht die EZB‑Politik politisch brisant, weil sie faktisch auch über die Tragfähigkeit der Staatshaushalte entscheidet.
⚖️ 3. Der Euro: Stabil, aber unter Druck
Der Eurokurs bewegt sich stabil um 1,08 USD, doch die Stärke des US‑Dollars und geopolitische Unsicherheiten (Ukraine, Nahost, Handelskonflikte) belasten.
Kapitalflüsse zeigen, dass Anleger wieder stärker in US‑Anleihen gehen — wegen höherer Renditen und politischer Klarheit.
Die EZB versucht, Vertrauen durch Transparenz zu schaffen, etwa mit Bürgerdialogen und neuen Kommunikationsformaten Aktuelle Seite.
🔮 4. Stimmung und Kritik
Kritiker werfen der EZB vor, sie habe mit ihrer jahrelangen Nullzinspolitik die Vermögensungleichheit verschärft und die Immobilienpreise aufgebläht.
Andere sehen sie als Stabilisator, der den Euro durch Krisen (Pandemie, Energiekrise, Krieg) getragen hat.
Die Debatte um die „Wahrheit der EZB“ — ob ihre Politik wirklich alternativlos ist — spiegelt die wachsende Skepsis gegenüber technokratischer Geldpolitik Aktuelle Seite.
🧭 Fazit
Die EZB steht heute zwischen Inflationsbekämpfung und Schuldentragfähigkeit, zwischen Marktvertrauen und politischem Druck. Der Euro bleibt stabil, aber die Ruhe ist trügerisch — die nächste Welle könnte aus Lohn‑Dynamik, Energiepreisen oder geopolitischen Schocks kommen.



Der Geldmarkt rechnet nach seinen Reaktionen momentan mit einer Zinspause.
Ich nicht.
Die Inflation hatte zuletzt wieder leicht zugelegt. Wahrscheinlich ist die EZB zu weiteren Zinsschritten nach oben gezwungen.
Heute wird es spannend: wird die EZB wieder die Zinsen erhöhen und wenn ja , um wieviel ?
Es ist schon befürchtet worden, der „digitale Euro“ sei nur ein Instrument der autonomen Geldschöpfung der EZB.
Anscheinend sind die Kryptowährungen auch der Grund für die EZB, den Euro als virtuelles Geld zu begeben. Oder steckt mehr dahinter?
Wird der „digitale Euro“ bei der Bargeldmenge bilanziert? Also Geldmenge M1?
Und wie akzeptabel ist die zentrale Geldschöpfung der Zentralbank mit „digitalem Euro“?
Diese Fragen müssen beantwortet werden.€