Grenke - ein neuer Finanzskandal
- Martin Döhring

- 17. Sept. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Der Wirecard Schock steckt den Anlegern noch in den Knochen, doch seit Dienstag sieht es so aus, als würde es einen neuen Skandal wie bei Wirecard geben.
Derselbe Finanzinvestor, welche die Bilanzfälschung bei Wirecard öffentlich machte, hat sich nun auf den Finanzdienstleister Grenke eingeschossen. Die Aktie fiel gestern an der Börse um 44%.
Pikant ist, der Finanzinvestor hat eine Short Position mit Grenke Aktien aufgebaut. Man nennt dies auch Leerverkauf. Damit spekuliert er auf den Fall der Aktie, um daran zu verdienen. Deshalb ermittelt die Finanzaufsicht Bafin auch gegen ihn selbst mit dem Anfangsverdacht der Markmanipulation.
Gestern hat dieser Whistleblower seine Vorwürfe gegen Grenke weiter konkretisiert und es könnte eventuell etwas dran sein.
Die Grenke AG gehört zu 40% der Familie des Firmengründers Grenke. Dieser sitzt als Vizechef im Aufsichtsrat. Herr Grenke besitzt aber eine weitere Firma in der Schweiz. Und diese Firma besitzt eine Firma, die mit der Grenke AG geschäftlich stark verbandelt ist. Führungsmitarbeiter wechselten wohl zwischen den Firmen, was damit begründet wird, sie würden sich bestens mit den Geschäftsinhalten auskennen. Mag sein. Die Firmen teilen sich aber auch den Geschäftsinhalt. Und hier könnte ein Problem liegen. Der britische Finanzinvestor trägt vor, diese Konstruktion könnte die Person Grenke zum Nachteil der Aktionäre der Grenke AG bevorzugen.
Ich kann dies aber rechtlich nicht beurteilen. Selbst wenn dies so ist, kann es unter Umständen immer noch legal sein.
Um das Problem zu verdeutlichen, muss ich einen Fall als Beispiel völlig willkürlich erfinden:
Man stelle sich also vor, es gebe eine Vermögens Firma, die eine Brauerei besitzt. Diese Firma kommt auf die Idee, die Brauerei an die Börse zu bringen. Allerdings als zwei Aktiengesellschaften. In die eine Aktiengesellschaft kommt nur die Brauerei mit ihrem eigentlichen Geschäftszweck, in die andere Aktiengesellschaft alle bisherigen Liegenschaften und Immobilien der Brauerei.
Jetzt hat aber die Brauerei AG einen langfristigen Vertrag mit der Immobilien AG. Inhalt ist die Pacht der Brauerei Anlage. Dafür muss sie der Immobilien AG natürlich Pacht zahlen. Aus Miete und Pacht verdient die Immobilien AG gutes Geld. Doch diese Immobilien AG wird zu 90% von der Vermögensfirma besessen. Mit den 90% Aktien kann die Vermögensfirma bestimmen, wer die Firma leitet (Vorstand). Sind unzufällig Mitarbeiter der Vermögensfirma. Und diese bestimmen zusammen mit den 90% Stimmrecht, eine vollständige Gewinnabgabe der Immobilien AG an die Vermögens Firma anstatt allen Aktionären eine gute Dividende auszuzahlen.
Zudem könnte natürlich auch die Immobilien AG Aktien der Brauerei AG besitzen, und das Stimmrecht so ausnutzen, dass bestimmte Personen diese Brauerei geschäftlich leiten im Vorstand. Das Haftungsrisiko könnte man so begrenzen, in dem die Brauerei als Gmbh konstituiert wird und die Brauerei AG diese GmbH besitzt.
Wäre nun die Vermögens Firma auch eine Aktiengesellschaft, so müsste man dann eigentlich Aktien dieser Firma haben, würde man davon ausgehen, dass mit den beiden anderen AGs gutes Geld verdient wird, was letztlich bei der Vermögensfirma landet. Wenn nicht die Aktienanteile der Vermögensfirma mehrheitlich in Händen des Vorstands dieser AG liegen würden….
Natürlich habe ich mir das alles frei ausgedacht.







Heute morgen startete die Aktie #grenke mit einem minus von 11,5%. $GLJ
Wolfgang Grenke hat seine Aufsichtsratmandate bei den Grenke AGen niedergelegt. Mit sofortiger Wirkung. Die Grenke AG übernimmt die Beteiligungen der Firma CPT im Leasinggeschäft.
#finCENfiles -> am Wochenende wurde ein Datenleck bekannt. Daraus ergaben sich Vorwürfe gegen etliche Großbanken wegen Geldwäsche.
Die Firma Grenke hat mittlerweile beschlossen , eine Firma mit einer Sonderprüfung zu betrauen.
Anscheinend haben Mitarbeiter der BaFin ihr Insider Wissen ausgenutzt und haben Short Positionen gegen Wirecard aufgebaut, haben also an der Börse gegen Wirecard gewettet.