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EUROSHIELD-N (Networked European Integrated Air & Missile Defense)

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Nachfolgend eine konzeptionelle Skizze einer fiktiven, gemeinsamen europäischen Raketen- und Luftverteidigungsarchitektur. Die Darstellung ist bewusst systemisch und integrationsorientiert angelegt, nicht als Beschreibung real existierender Fähigkeiten, sondern als strategisch-technische Fiktion für Analyse- oder Szenarienzwecke.

1. Leitidee: „EUROSHIELD-N“ (Networked European Integrated Air & Missile Defense)

EUROSHIELD-N ist ein föderiertes, mobiles, mehrschichtiges Abwehrsystem, das nationale Fähigkeiten integriert, ohne nationale Souveränität vollständig aufzugeben. Kernprinzipien:

  • Dezentral, mobil, redundant

  • Sensor-Shooter-Entkopplung

  • Echtzeit-Fusionslagebild

  • Domänenübergreifend (Luft, Weltraum, Cyber, EW)

2. Systemarchitektur (Top-Down)

2.1 Strategische Ebene – Europäisches Luftverteidigungskommando (ELVK)

  • Gemeinsames European Integrated Air & Missile Defense Command (EIAMDC)

  • Politisch-strategische Führung (Rules of Engagement, Priorisierung, Eskalationskontrolle)

  • Vernetzt mit:

    • NATO-Strukturen (ACCS)

    • EU-Satelliten (IR-Frühwarnung, SAR, SIGINT)

    • Nationalen Luftlagezentren

Funktion: Nicht „Schießen“, sondern Koordination, Priorisierung, De-Confliction.

2.2 Operative Ebene – Föderiertes C2-Netz (EU-IAMD Mesh)

  • Verteiltes, containerisiertes C2-System

  • KI-unterstützte Bedrohungsklassifikation

  • Multi-Domain Data Fusion:

    • Radar

    • IR-Sensorik

    • Passivsensoren

    • Cyber- und EW-Lage

Wesentlich: Kein monolithisches System – Ausfall einzelner Knoten führt nicht zum Systemkollaps.

3. Sensorik: Mobile Radar- und Aufklärungskomponenten

3.1 Mobile Radarcluster (modular, verlegefähig)

Radar-Typen (kombiniert):

Typ

Aufgabe

AESA-Weitbereichsradar (L/S-Band)

Früherkennung Kampfflugzeuge, Marschflugkörper

X-/Ku-Band-Feuerradar

Zielverfolgung & Endphasenlenkung

VHF/UHF-Radar

Stealth-Detektion

Passivradar (EM-Reflexionen)

Drohnen, EM-Emissionen

IR-Suchsysteme

Hyperschall- & Raketenstartdetektion

Eigenschaft:Radarplattformen sind autonom mobil, können sich im „Shoot-and-Scoot“-Verfahren bewegen.

3.2 Weltraumgestützte Sensorik (integriert, nicht exklusiv)

  • IR-Frühwarnsatelliten (Raketenstart)

  • SAR-Satelliten (Verifikation)

  • Kommerzielle Satelliten als Redundanz

4. Feuerleitsysteme: Containerisierte Effektorknoten

4.1 Feuerleitcontainer (FLC)

  • Standard-ISO-Container

  • Enthalten:

    • Feuerleitcomputer

    • Zielzuweisung

    • Effektor-Interface

    • Eigenes Kurzstrecken-Radar

Entscheidend: Ein FLC kann beliebige Effektoren ansteuern – national oder multinational.

5. Abwehrschichten (Layered Defense)

5.1 Drohnenabwehr (C-UAS-Layer)

Effektoren:

  • Elektronische Kampfführung (Jamming, Spoofing)

  • Laser (Low-Cost-Per-Shot)

  • Kurzstrecken-Flugabwehrraketen

  • Net- oder Splitterdrohnen

Koordination:Automatische Massenbedrohungsbewertung („Schwarm-Logik“).

5.2 Kampfflugzeuge & Marschflugkörper

Effektoren:

  • Mittelstrecken-SAM (z. B. europäische Systeme)

  • Jagdflugzeuge als „mobile Effektoren“

  • Boden-Luft-Raketen mit externer Zielzuweisung

Besonderheit:Sensor-Shooter-Entkopplung erlaubt:

Radar in Land A → Abschuss aus Land B

5.3 Ballistische Raketen (inkl. IRBM)

Abwehrkonzept:

  • Frühwarnung (Weltraum + Langstreckenradar)

  • Midcourse-Abfang (exo-atmosphärisch)

  • Endphasen-Abwehr (Terminal Defense)

Politische Kontrolle:Freigabe ausschließlich auf höchster Ebene (strategische Eskalationskontrolle).

6. Koordination & KI-Unterstützung

6.1 KI-Funktionen (unter menschlicher Kontrolle)

  • Bedrohungspriorisierung

  • Interzept-Optimierung

  • Kollisions- und Fratricide-Vermeidung

  • Prognose von Angriffswellen

Prinzip:„Human-on-the-loop“, nicht „Human-out-of-the-loop“.

7. Resilienz & Überlebensfähigkeit

  • Dezentralisierung

  • Mobilität

  • Redundante Kommunikationspfade (SatCom, Funk, Glasfaser)

  • Cyber-Hardening

  • Täuschziele & Decoys

8. Politisch-strategische Fiktion (Meta-Ebene)

Dieses System zwingt Europa zu:

  • Gemeinsamer Bedrohungsdefinition

  • Gemeinsamen ROE

  • Gemeinsamer Souveränitätsausübung im Luftraum

Die eigentliche Innovation ist nicht technisch, sondern politisch.

9. Kurzformel

EUROSHIELD-N ist kein „europäischer Iron Dome“, sondern ein verteiltes Nervensystem für kollektive Luftverteidigung.

Wenn Sie möchten, kann ich:

  • das System grafisch als Architekturdiagramm beschreiben,

  • eine konkrete Krisensimulation (z. B. Baltikum, Mittelmeer, Südosteuropa) durchspielen,

  • oder die Schwachstellen und politischen Bruchlinien dieser Fiktion offenlegen.

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 3 Tagen

Konkrete Krisensimulation: Szenario "Baltikum-Krise" (202X)

Nehmen wir ein fiktives Szenario im Baltikum (Estland, Lettland, Litauen) an: Eine hybride Eskalation mit Russland, die mit Drohnen-Schwärmen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen beginnt. Das Datum ist hypothetisch 2028; EUROSHIELD-N ist seit 2025 operational. Simulation in Phasen durchgespielt, um Systemfunktionen zu testen.

Phase 1: Frühwarnung (T-30 Min.)

  • Trigger: IR-Satelliten (EU/Galileo-Integration) detektieren Raketenstarts aus Kaliningrad (IRBM-Salve, 4 Ziele auf Riga und Tallinn). Gleichzeitig starten 200 Drohnen aus belarussischem Gebiet (Schwarm-Angriff auf litauische Radar-Posts).

  • EUROSHIELD-N-Reaktion: Weltraum-Sensorik fusioniert mit VHF/UHF-Radaren in Polen und Finnland (Dezentral-Mesh). KI klassifiziert: 70% Drohnen (niedrige Priorität), 30% ballistisch (hoch). EIAMDC priorisiert: ROE erlauben automatisierte C-UAS, manuelle Freigabe für IRBM.

  • Ausgang: Echtzeit-Lagebild verteilt an alle Knoten; Passivradare in der Ostsee orten Stealth-Elemente. Kein Systemausfall – Redundanz via…

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