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Dyade

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 27. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

Die Psychoanalyse nach Sigmund Freud ist nicht nur ein klinisches Verfahren zur Behandlung psychischer Störungen, sondern auch eine Theorie der menschlichen Psyche und eine Methode zur Erforschung unbewusster Prozesse. Im Zentrum steht die Annahme, dass unser Erleben und Verhalten maßgeblich von unbewussten Trieben, Konflikten und frühkindlichen Erfahrungen gesteuert wird.

Das psychoanalytische Setting der Dyade – die spezifische Beziehung und räumliche Anordnung zwischen Analytiker und Analysand – bildet dabei das Fundament, auf dem die therapeutische Arbeit erst möglich wird.

Das psychoanalytische Setting: Die Dyade

Das Setting ist der formale Rahmen der Therapie. Es schützt den analytischen Prozess vor den Störungen des Alltags und schafft einen „geschützten Raum“, in dem sich das Unbewusste entfalten kann.

1. Die räumliche Anordnung (Die Couch)

Das klassische Setting sieht vor, dass der Analysand auf einer Couch liegt, während der Analytiker dahinter sitzt.

  • Funktion: Durch den Wegfall des Blickkontakts wird die Aufmerksamkeit des Analysanden vom Äußeren nach innen gelenkt. Es erleichtert die Regression (ein Zurückfallen in frühere Erlebenszustände) und fördert die freie Assoziation.

  • Neutralität: Der Analytiker bleibt außerhalb des direkten Blickfeldes, um als „Projektionsfläche“ für die inneren Bilder und Konflikte des Patienten zu dienen, ohne durch eigene mimische Reaktionen einzugreifen.

2. Das Prinzip der Abstinenz

Der Analytiker nimmt eine Haltung der Abstinenz ein. Das bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern den Verzicht darauf, eigene Bedürfnisse in der Therapie auszuleben oder dem Patienten Ratschläge zu erteilen.

  • Ziel: Die psychische Struktur des Patienten soll nicht durch die Persönlichkeit des Analytikers überlagert werden. Nur so können die Übertragungen des Patienten – also die unbewusste Wiederholung alter Beziehungsmuster in der aktuellen Situation – sichtbar werden.

3. Die freie Assoziation

Der Analysand ist aufgefordert, alles auszusprechen, was ihm in den Sinn kommt, ohne es zu zensieren oder zu ordnen.

  • Bedeutung: Das Unbewusste soll durch den „Filter“ des bewussten Denkens hindurchbrechen können. Der Analytiker hört dabei mit „gleichschwebender Aufmerksamkeit“ zu, um unbewusste Themen und Muster hinter dem Gesagten zu erkennen.

Zentrale Dynamiken in der Dyade

Die dyadische Beziehung zwischen Analytiker und Analysand ist der Motor der Veränderung:

Konzept

Beschreibung

Übertragung

Der Patient projiziert Gefühle, Erwartungen und Konflikte, die ursprünglich gegenüber Bezugspersonen (meist Eltern) bestanden, auf den Analytiker.

Gegenübertragung

Die bewussten und unbewussten Gefühlsreaktionen des Analytikers auf den Patienten. Sie dient als wichtiges Instrument, um das Innenleben des Patienten besser zu verstehen.

Widerstand

Alles, was den therapeutischen Prozess hemmt (z.B. Schweigen, Unpünktlichkeit, intellektualisieren). In der Psychoanalyse wird der Widerstand als wertvolle Information über die Abwehrmechanismen des Patienten gesehen.

Zusammenfassung: Der therapeutische Nutzen

Das Ziel der Dyade ist es, das Unbewusste bewusst zu machen. Durch das Setting und die Arbeit an der Übertragung erkennt der Patient seine repetitiven Muster. Die Einsicht in diese Muster ermöglicht es ihm, nicht mehr Sklave seiner unbewussten Konflikte zu sein, sondern eine größere psychische Freiheit und Autonomie zu gewinnen – nach Freuds berühmtem Diktum: „Wo Es war, soll Ich werden.“

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
01. Juni

Das klassische Setting der Psychoanalyse (Dyade) gemäß Sigmund Freud zeigt eine strikte Disziplin:


Der Analytiker sitzt hinter dem Analysanden, der auf der Couch liegt.


Dies nach der Maxime: „Kontrolle der Gegenübertragung!“


Zwar soll der Analysand frei assoziieren, um das Verdrängte zum Vorschein zu bringen und auch Übertragung produzieren, der Analytiker aber eben nicht.


Der Analytiker will auch die Abwehr hervorrufen, dies gehört nach der Theorie dazu.


Der grundlegende Konflikt, der wieder erlebt wird, ist der Ödipuskonflikt, den man auch in Richtung Rivalität interpretieren könnte.


Der Ödipuskonflikt ist nicht ethnisch gebunden. Auch in fremden Kulturen kommt er vor. In Tibet zum Beispiel uralte Überlieferung, der Erstgeborene wird den Vater hassen.


Daraus ergibt sich aber auch, eine solche Psychoanalyse kann Jahre dauern.…


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