Autismus, ADHS, Genderdysphorie, Neurodivergenz
- Martin Döhring

- 12. Aug. 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Juni

Nach klassischer Psychoanalyse nach Sigmund Freud wären ADHS, Autismus, Neurodivergenz oder Genderdysphorie keine isolierten „Krankheiten“, sondern Ausdruck davon, wie sich das Ich, die Libido, die Objektbeziehungen und die Identität entlang der frühen Entwicklungsphasen organisieren.
Wichtig dabei: Das ist eine historische tiefenpsychologische Theorie des 20. Jahrhunderts — nicht die heutige wissenschaftliche Standarderklärung. Moderne Forschung sieht insbesondere Autismus und ADHS primär neurobiologisch. Psychoanalyse beschreibt eher symbolische und konflikthafte Bedeutungsstrukturen.
I. Freuds Grundmodell der frühkindlichen Entwicklung
Freud verstand Entwicklung als allmähliche Bildung von:
Körpererleben
Ich-Grenzen
Affektregulation
Beziehung zur Außenwelt
Geschlechtsidentität
Fähigkeit zur Symbolisierung
Die zentralen Stufen:
1. Autoerotische Phase
Das Neugeborene erlebt zunächst keine stabile Trennung zwischen:
Innen und Außen
Selbst und Objekt
Wunsch und Realität
Die Lust ist körpernah und fragmentiert.
Das Kind lebt in:
Reizströmen
Affekten
Spannungszuständen
sensorischen Erfahrungen
Psychoanalytische Bedeutung
Hier entsteht die Grundlage für:
Reizregulation
Körpergefühl
spätere Ich-Grenzen
2. Primärer Narzissmus
Das Kind erlebt sich als Zentrum der Welt.
Die Mutter erscheint nicht als getrennte Person, sondern als Erweiterung des Selbst.
Das Ich bildet sich langsam durch:
Spiegelung
Beruhigung
emotionale Resonanz
3. Objektbeziehung
Nun erkennt das Kind: „Die andere Person ist getrennt von mir.“
Damit entstehen:
Bindung
Verlustangst
Frustration
Ambivalenz
Das Kind muss lernen:
Nähe auszuhalten
Trennung zu tolerieren
Gefühle zu regulieren
4. Ödipale Phase
Hier entstehen laut Freud:
Geschlechtsidentifikation
Rivalität
Begehren
Verbot
Schuldgefühl
Über-Ich
Das Kind fragt unbewusst:
Wer bin ich?
Wem gleiche ich?
Wen darf ich lieben?
Welche Rolle habe ich?
5. Latenzphase
Stabilisierung:
Schule
soziale Ordnung
Sublimierung
Kontrolle von Trieben
6. Pubertät
Die gesamte frühe Konfliktgeschichte wird reaktiviert.
Der Körper verändert sich. Sexualität wird real. Identität wird neu organisiert.
Die Pubertät ist psychoanalytisch eine zweite Geburt des Ichs.
II. Wie Freud Neurodivergenz verstanden hätte
Der moderne Begriff „Neurodivergenz“ existierte zu Freuds Zeit nicht.
Freud hätte vermutlich nicht zwischen:
neurologisch,
psychologisch,
sozialstreng getrennt.
Er hätte gefragt:
Wie organisiert dieses Subjekt seine Beziehung zur Realität, zu Reizen, zu anderen Menschen und zu sich selbst?
Neurodivergenz hätte psychoanalytisch bedeutet:
andere Reizverarbeitung,
andere Symbolisierung,
andere Affektregulation,
andere Beziehung zur Außenwelt.
Nicht primär „Defekt“, sondern andere psychische Organisation.
III. ADHS aus freudianischer Sicht
ADHS hätte Freud vermutlich als Problem der Ich-Regulation interpretiert.
Zentral wäre:
Schwaches Ich gegenüber Reiz- und Triebdruck
Das Kind kann:
Impulse nicht binden,
Spannung nicht halten,
Aufmerksamkeit nicht stabilisieren.
Es entsteht:
motorische Unruhe,
Ablenkbarkeit,
Impulsdurchbruch.
Psychoanalytische Deutung
1. Reizüberflutung
Das Kind erlebt:
zu viele innere Reize,
zu wenig psychische Filter.
Das Ich wird ständig „überschwemmt“.
2. Instabile Spiegelung
Wenn Bezugspersonen:
chaotisch,
inkonsistent,
paradox,
emotional unvorhersehbar sind,
kann das Kind Schwierigkeiten entwickeln:
Affekte zu ordnen,
Selbstkontrolle aufzubauen.
3. Hyperaktivität als Abwehr
Spätere Psychoanalytiker sahen Hyperaktivität oft als:
Flucht vor Depression,
Abwehr von Leere,
Schutz gegen Angst.
Das permanente „Tun“ verhindert inneres Spüren.
IV. Autismus aus psychoanalytischer Sicht
Der Begriff Autismus stammt von Eugen Bleuler.
Historisch wurde Autismus psychoanalytisch oft als Rückzug der Libido aus der Außenwelt interpretiert.
Heute gilt diese Erklärung allein als unzureichend.
Freudianische Deutung
Die Außenwelt wird überwältigend erlebt
Das Kind schützt sich durch:
Rückzug,
Wiederholung,
Kontrolle,
Abschirmung.
Folgen
Beziehung wird reduziert
Blickkontakt schwierig
Sprache anders organisiert
Symbolisierung konkreter
Innenwelt wichtiger als Außenwelt
Primärer Narzissmus
Freud hätte schweren Autismus möglicherweise als:
Fixierung im frühen Narzissmus,
unvollständige Objektbeziehung,
Rückzug ins Selbstgedeutet.
Winnicott und Mahler
Spätere Psychoanalytiker wie:
Donald Winnicott
Margaret Mahler
sahen Autismus eher als:
Schutz vor Überflutung,
Angst vor Verschmelzung,
fragile Selbstgrenzen.
V. Zusammenhang ADHS ↔ Autismus
Die Psychoanalyse hätte beide als unterschiedliche Antworten auf frühe Überforderung verstanden.
Dynamik | ADHS | Autismus |
Reaktion | Ausagieren | Rückzug |
Reizverarbeitung | chaotisch | abgeschirmt |
Affektregulation | explosiv | erstarrt |
Beziehung | impulsiv | distanziert |
Symbolisierung | sprunghaft | konkretistisch |
Psychoanalytisch:
ADHS = Flucht nach außen
Autismus = Flucht nach innen
VI. Genderdysphorie nach Freud
Den Begriff Genderdysphorie kannte Freud nicht.
Er beschäftigte sich aber intensiv mit:
Geschlechtsidentität,
Bisexualität,
Identifikation,
Körperbild,
sexueller Entwicklung.
Freud ging davon aus:
Jeder Mensch trägt männliche und weibliche Identifizierungen in sich.
VII. Geschlechtsidentität in der Entwicklung
Frühe Kindheit
Das Kind entwickelt:
Körpergefühl,
Identifikation mit Bezugspersonen,
Geschlechterrollen.
Ödipale Phase
Hier organisiert sich laut Freud:
„Ich will wie Mutter/Vater sein“
„Ich will Mutter/Vater besitzen“
Rivalität
Schuld
Verbot
Die Geschlechtsidentität entsteht durch:
Identifikation,
Verlust,
Verzicht,
Übernahme sozialer Rollen.
VIII. Genderdysphorie psychoanalytisch
Freud hätte mehrere Möglichkeiten diskutiert.
1. Konflikt der Identifikation
Das Kind identifiziert sich stärker:
mit Mutter statt Vater,
oder Vater statt Mutter.
Die Pubertät zwingt dann zu einer körperlichen Festlegung, die psychisch konflikthaft erlebt wird.
2. Körperfremdheit
Mit der Pubertät wird der Körper:
sexuell sichtbar,
biologisch eindeutig.
Verdrängte Konflikte können dadurch aktiviert werden.
Geschlechtsmerkmale erscheinen:
fremd,
bedrohlich,
nicht zugehörig.
3. Narzisstische Krise
Die Pubertät zerstört das kindliche Selbstbild.
Wenn bereits:
fragile Identität,
soziale Isolation,
Neurodivergenz,
Autismus,
ADHS,
instabile Selbstrepräsentanz bestehen,
kann die Frage:
„Wer bin ich?“ extrem intensiv werden.
IX. Verbindungslinie der Entwicklung
Aus klassisch freudianischer Sicht könnte die Entwicklung symbolisch so aussehen:
Frühe Kindheit
Reizüberflutung
fragile Ich-Grenzen
instabile Spiegelung
Bindungskonflikte
↓
Kindheit
Hyperaktivität oder Rückzug
Probleme der Affektregulation
soziale Irritation
Selbstunsicherheit
↓
Pubertät
Reaktivierung früher Konflikte
Körperkrise
Identitätsfrage
Sexualisierung des Selbstbilds
↓
Genderdysphorie
Wunsch nach Kohärenz
neue Identität
Distanzierung vom Körper
symbolische Neuorganisation des Selbst
X. Moderne Einordnung
Heute wird vieles anders verstanden.
Moderne Forschung sieht:
ADHS
vor allem als:
neuroentwicklungsbedingt,
dopaminerge Regulationsstörung,
exekutive Funktionsproblematik.
Autismus
als:
neurobiologische Entwicklungsvariante,
andere sensorische und soziale Verarbeitung.
Genderdysphorie
als:
komplexes Zusammenspiel aus:
Biologie,
Psyche,
Identität,
sozialer Erfahrung.
XI. Der Unterschied zwischen moderner Forschung und Psychoanalyse
Die Psychoanalyse fragt:
„Welche unbewusste Bedeutung hat das Symptom?“
Die moderne Neurowissenschaft fragt:
„Welche biologischen Mechanismen erzeugen das Phänomen?“
Beides sind unterschiedliche Erklärungsebenen.
Freud liefert:
Symbolik,
Konfliktmodelle,
Tiefenhermeneutik,
Entwicklungsnarrative.
Die moderne Forschung liefert:
empirische Daten,
Neurobiologie,
Genetik,
kognitive Modelle.




Aus psychoanalytischer Sicht wäre zunächst wichtig, zwischen drei Ebenen zu unterscheiden:
den klinischen Diagnosen (ADHS, Autismus, Genderdysphorie),
den psychischen Bedeutungen, die diese Phänomene für das Subjekt haben,
den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie heute häufiger gemeinsam auftreten oder häufiger diagnostiziert werden.
Die Psychoanalyse betrachtet ADHS, Autismus und Genderdysphorie nicht primär als biologische Defekte, sondern fragt nach ihrer Funktion innerhalb der psychischen Organisation eines Menschen.
Die auffällige Trias
In den letzten Jahren wurde tatsächlich häufiger beobachtet, dass Jugendliche mit einer Autismusdiagnose überdurchschnittlich oft auch Merkmale von ADHS zeigen und zugleich häufiger eine Geschlechtsinkongruenz oder Genderdysphorie beschreiben als die Allgemeinbevölkerung.
Die empirische Beobachtung selbst ist Gegenstand aktueller Forschung. Die Deutung dieser Korrelationen ist jedoch umstritten.
Psychoanalytische Perspektive I:
Schwierigkeiten der Identitätsbildung
Nach…
Christentum? Das ist für mich so was wie linkes kriminelles schizophren-manisches Lügentum
Bei Dr Merkel ist die Ausschaltung von Artikel 19 Grundgesetz (Gebot des effektiven Rechtsschutzes) als Immanenz zu sehen. Das heißt, es ihr Wesen, es geht von ihr aus. Und deshalb möchte ich, dass sie möglichst schnell von der Bildfläche verschwindet.
Niemals würde ich sagen, Dr Merkel sei verfassungstreu oder mit dem Rechtsstaat verbunden. Ganz im Gegenteil...
Heute würde ich sagen, dass zwischen der Jugend und ihrer Zukunft die CDU/CSU steht. Da muss man sich nur mal die Wirtschaft und die Rentenproblematik anschauen: Die Jungen sollen zahlen und dienen und hinterher ist alles aus.
Besser ist also, diese Partei bekommt auch nur noch 7-9% wie SPD in Mitteldeutschland.
Zumal dieses „C“ ja gar keinen Sinn macht, weil es doch keinen Gott gibt. Und die Bibel samt der Geschichte von Jesus Christus mehr oder minder stark frei erfunden ist.
Kirche ist Defätismus und Dekadenz.
Vielleicht haben Deutschland und die EU ihre Hausaufgaben zum Thema Natur- und Umweltschutz schon weitreichend erledigt, und warum könnten jetzt nicht mal die anderen folgen? Die Themen Regenwald, Palisanderholz und Palmenöl habe ich mir nicht ausgedacht. Vor Jahren hieß es zudem, die größten Umweltverschmutzer seien die USA und China .
Die negativen Effekte der Demokratie sind auf die effektive Ausschaltung des Rechtsstaates durch Dr Angela Merkel zurück zuführen. Es hilft auch nicht, sich damit an die Justiz zu wenden.
Dr Merkel ist laut BILD Fan von Willy Brandt. Den Markenkern der CDU hat sie sowieso schon zerstört.
Frau Merkel ist sicher auch der Grund, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin, denn mit mir gibt es keine Täter-Kommunion. Man frage…