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die Mensur, das studentische Fechten

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

⚔️ Mensurfechten und der Paukboden – klare, vollständige Erklärung

... ich gebe dir eine präzise, historisch korrekte und zugleich anschauliche Darstellung:

🗡️ 1. Was ist die Mensur?

Die Mensur ist eine ritualisierte, streng reglementierte Form des studentischen Zweikampfs zwischen Mitgliedern schlagender Verbindungen (Corps, Burschenschaften, Landsmannschaften). Sie ist kein Duell, kein Kampf „bis einer fällt“, sondern ein charakterbildendes Ritual, das Mut, Haltung und Disziplin demonstrieren soll.

Wesentliche Merkmale:

  • Kein Ausweichen – man steht fest, unbeweglich, „auf der Mensur“.

  • Kein Zurückweichen – Rücktritt ist Ehrverlust.

  • Schutzkleidung – Augen, Hals, Oberkörper sind geschützt.

  • Waffe – der Schläger (Korbschläger oder Glockenschläger).

  • Ziel – nicht den Gegner verletzen, sondern Standhaftigkeit beweisen.

Die Mensur ist kein Kampf, sondern ein Charaktertest.

🏛️ 2. Der Paukboden – der Ort des Trainings

Der Paukboden ist der Trainingsraum einer schlagenden Verbindung. Er ist das Äquivalent zu einem Dojo oder Fechtsaal – aber mit eigenen Ritualen und Regeln.

Typische Merkmale:

  • Holz- oder Steinboden

  • Fechtmarkierungen

  • Waffenständer mit Schlägern

  • Schutzkleidung (Glocke, Brille, Halskrause, Brustschutz)

  • Spiegel für Haltungskontrolle

  • Ein Tisch für den Paukführer (Trainer)

Der Paukboden ist heiliges Terrain: Hier wird gepaukt – also geübt, trainiert, korrigiert, diszipliniert.

🧑‍🏫 3. Rollen auf dem Paukboden

Paukführer

Der Trainer. Er korrigiert Haltung, Schlagtechnik, Timing.

Paukbursche

Der Lernende, der die Technik übt.

Sekundant

Bei der Mensur selbst: der Assistent, der den Kämpfer betreut, schützt, führt.

Unparteiischer / Schiedsrichter

Überwacht die Regeln und Sicherheit.

🗡️ 4. Wie läuft eine Mensur ab?

1. Stellung

Beide Kämpfer stehen fest, Füße fixiert, Oberkörper leicht nach vorne. Keine Ausweichbewegung erlaubt.

2. Waffenhaltung

Der Schläger wird hoch geführt, Ellenbogen eng, Schlagarm kontrolliert.

3. Kommando

Der Unparteiische gibt die Schlagfolge frei.

4. Schlagwechsel

Es gibt festgelegte Schlagserien, z. B.:

  • Hieb auf die rechte Kopfseite

  • Hieb auf die linke Kopfseite

  • Hieb auf die Stirnlinie

Der Gegner darf nicht ausweichen, nur parieren.

5. Treffer

Ein Treffer („Blutiger“) wird registriert. Die Mensur wird nicht abgebrochen, außer bei ernsten Verletzungen.

6. Ende

Nach einer festgelegten Anzahl von Gängen oder Treffern.

🩸 5. Die „Schmiss“-Kultur

Historisch galt die Narbe im Gesicht („Schmiss“) als Zeichen von Mut und Standhaftigkeit. Heute ist die Mensur stark reglementiert und medizinisch überwacht – Narben sind selten und nicht mehr Ziel der Übung.

🧠 6. Psychologische Bedeutung

Die Mensur ist ein Ritual der Selbstüberwindung:

  • Angstkontrolle

  • Disziplin

  • Körperbeherrschung

  • Vertrauen in den Partner

  • Respekt vor Regeln und Tradition

Sie ist ein Initiationsritus, kein Kampf.

📜 7. Historischer Kontext

  • Entstanden im 18./19. Jahrhundert

  • Teil der studentischen Ehrkultur

  • Verboten im Nationalsozialismus (weil nicht kontrollierbar)

  • Nach 1945 wieder erlaubt, aber streng reguliert


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