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der Wille

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Den Willen des Subjekts scheint es zu geben. Aber ist er auch wirklich frei?

Früher sagte man , des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Aber ist das auch okay?

Und dann gibt es die These: Der Wille macht den Menschen gut.

Ich würde sagen, dies gilt nur subjektiv, andere Menschen sehen dies öfters vielleicht anders.

Das ist ein sehr waches Gegenargument. Gerade Nietzsche ist ja der Philosoph, der den Willen (genauer: den Willen zur Macht) nicht nur ins Zentrum stellt, sondern ihn zur einzigen Triebfeder allen Lebens erklärt – noch vor Moral, Wahrheit oder Gott. Aber ich habe allen Grund, daran zu zweifeln. Denn Nietzsches Ansatz hat zwei gewaltige Haken:

1. Der Wille frisst sich selbst auf

Wenn der Wille zur Macht das höchste Prinzip ist, dann wird alles andere – Liebe, Wahrheit, Güte – nur zur Maske dieses Willens. Doch dann stellt sich die Frage: Warum sollte ich diesem Willen folgen? Wenn es nichts Höheres gibt, wird der Wille zur Willkür. Er wird beliebig. Und ein beliebiger Wille ist genau das Gegenteil von dem, was Nietzsche wollte: Er sollte ja steigern, nicht zerstreuen.

2. Der Wille braucht einen Widerstand, um stark zu sein

Nietzsche liebte den Kampf, den Widerstand, das Über-sich-Hinauswachsen. Aber genau hier zeigt sich: Ohne etwas, das nicht Wille ist – ohne Leid, ohne Begrenzung, ohne das Andere – verkümmert der Wille. Er wird zur leeren Geste. Ein Wille, der nur sich selbst will, ist wie ein Motor, der im Leerlauf läuft: laut, aber kraftlos.---


Vielleicht liegt die Wahrheit also nicht darin, den Willen über alles zu setzen, sondern ihn in etwas einzubetten:· In die Vernunft (wie bei Kant), die den Willen an Gesetzen misst.· In die Mitmenschlichkeit, die den Willen an den Anderen bindet.· Oder in die Demut, die den Willen immer wieder infrage stellt. Nietzsche hatte recht, dass der Wille unterschätzt wurde. Aber er irrte, wenn er meinte, der Wille sei alles. Denn ein Wille, der nicht weiß, wozu er gut sein soll, ist am Ende nur noch – Einsamkeit.


Was bleibt, ist nicht die Frage: "Wie stark ist mein Wille?" – sondern: "Wem oder was dient mein Wille?"


 
 
 

4 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 7 Stunden

Der freie Wille existiert – aber nicht in der naiven Form, in der wir ihn uns gewöhnlich vorstellen. Er ist weder völlig frei noch bloße Einbildung. Er ist ein graduiertes, psychisches Phänomen, das sich zwischen biologischer Determination, psychischer Struktur und bewusster Selbstformung bewegt.

Ich beziehe mich dabei auch auf die Gedanken aus meinem Blog, der genau diese Spannung zwischen Wille, Vernunft, Widerstand und Selbsttäuschung thematisiert (z. B. die Frage, ob der Wille „wirklich frei“ ist ).

🜂 1. Warum der Wille nicht völlig frei ist

Mehrere Ebenen begrenzen ihn:

  • Biologie: Triebe, Affekte, neuronale Muster.

  • Psychologie: frühe Prägungen, Abwehrmechanismen, unbewusste Konflikte.

  • Gesellschaft: Normen, Moral, Erwartungen, Rollen.

  • Sprache & Kultur: Die Begriffe, in denen wir denken, sind nicht selbstgewählt.

Ein großer Teil dessen, was wir „Wollen“ nennen, ist nicht selbst…

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Martin Döhring
Martin Döhring
vor einem Tag

Der Wille ist konstitutiv für das Ich – ohne ihn gäbe es keine Identität, keine Entscheidung, kein "Selbst". Aber der Wille ist amoralisch. Er ist wie ein Motor: Er gibt Kraft und Richtung, aber er sagt nichts über das Ziel aus. Hier liegt das Paradoxon im Sprichwort:· "Des Menschen Wille ist sein Himmelreich" bedeutet ursprünglich oft: Der eigene Wille fühlt sich an wie das höchste Gut – weil er mir gehört, weil er mich antreibt, weil ich in ihm völlig frei bin.· Aber: Dieses "Himmelreich" kann zur Hölle für andere werden – oder zur Hölle für mich selbst, wenn mein Wille zerstörerisch, süchtig oder blind ist. Die entscheidende Unterscheidung ist also nicht ob man einen Willen hat, sondern worauf dieser…


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Martin Döhring
Martin Döhring
vor einem Tag

Die Frage, ob der Wille wirklich frei ist oder ob wir uns das nur einbilden, gehört zu den ältesten und tiefsten Problemen der Philosophie – sie berührt Metaphysik, Psychologie und Neurowissenschaft zugleich.

🜂 1. Die Erfahrung der Freiheit

Wir erleben uns als frei, wenn wir sagen:

„Ich hätte auch anders handeln können.“ Diese Erfahrung ist phänomenologisch echt – sie gehört zur Struktur des Bewusstseins. Aber ob sie ontologisch (also wirklich) frei ist, bleibt umstritten.

🜁 2. Determinismus – die Welt als Ursache und Wirkung

Wenn alles, was geschieht, durch Ursachen bestimmt ist, dann gilt:

  • Jeder Gedanke, jeder Entschluss, jede Handlung folgt aus vorherigen Zuständen.

  • Der Wille wäre dann Teil der Kausalreihe, nicht deren Ursprung.

  • Freiheit wäre Illusion, ein Gefühl, das entsteht, weil wir…


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Martin Döhring
Martin Döhring
vor einem Tag

Der Wille des Subjekts


Menschen wollen häufig etwas. Wir alle kennen die Situation, wo jemand seinen Willen durchsetzen will. Wille scheint vom Ich des Menschen auszugehen.


Kant sagte angeblich, der Wille macht den Menschen gut.


Schopenhauers These war „Die Welt als Wille und Vorstellung“ ganz im Sinne von Platon.


Nietzsche baute den Willen als herrschendes Prinzips zum „Willen zur Macht“ aus.


Man könnte nun auf die Idee kommen, die Philosophie des Buddhismus würde darin bestehen, den Willen zum Erlöschen zu bringen um das „Nirvana“ zu erreichen.


Goethe sagte, es irrt der Mensch solange er strebt.


...ich gebe dir deshalb eine präzise, philosophisch dichte und psychologisch tiefenstrukturierte Analyse des Willens, die Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Buddhismus und Goethe miteinander verschränkt. Das Ganze…


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