der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom
- Martin Döhring

- 17. Juni 2020
- 2 Min. Lesezeit
Der schwarze Hautkrebs (malignes #Melanom) ist zu Recht gefürchtet. Deshalb gibt es Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt als Kassenleistung.
Verdächtige Hautveränderungen werden aus Sicherheitsgründen mit 30% Überhang herausgeschnitten. Natürlich ist es richtig, diese verdächtigen Stücke ins Labor zwecks Gewebeuntersuchung (Histiologie) einzureichen.
Wenig bekannt ist die hohe Spontanheilungsrate beim malignen Melanom. Bis heute ein Mysterium.
Bekannt ist der Zusammenhang zwischen Sonnenlichtexposition und Erkrankungsrate an malignem Melanom. Australien hat deshalb doppelt so viele Erkrankungsfälle wie wir.
Als angestellter Mediziner bei den Unikliniken Heidelberg, Institut für Dermatologie, konnte ich allerdings in der „Amberg-Studie“, eine dermatologische Untersuchung bei 1000 Siemens Angestellten, keinen aktuellen Fall sehen, nur bereits einen behandelten.
Bekannt ist der Zusammenhang zwischen Sonnenlichtexposition und Erkrankungsrate an malignem Melanom. Australien hat deshalb doppelt so viele Erkrankungsfälle wie wir.
Als „member of staff“ am Westminster Hospital in London konnte ich an chirurgischen Verfahren zur Behandlung des schwarzen Hautkrebs teilnehmen. Es gab dort einmal die Woche nachmittags die Laserbehandlung. Vereinzelte bis zu 1 cm große Metastasen, zum Beispiel auf dem Unterarm, wurden mit dem Laser „weggebrannt“.
Ein dramatisches Verfahren ist die Behandlung mit „hyperthermer Chirurgie“, so nannte man das damals. Bei massiven Befall einer unteren Extremität (Bein) wird dieses Bein komplett vom Blutkreislauf des Körpers mit Chirurgie abgeschnitten. Die Tumormanifestationen werden breibasig flächtig weggeschnitten. Danach wird in Beinarterie mit extrakorporalen Zirkulation eine extrem hochdosierte Chemotherapie für etwa 1 Stunde durchgeleitet, danach gespült und dann das Bein wieder an die normale Blutversorgung angeschlossen, operativ.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird die operativ abgeschnittene Hautfläche mit einem autologen Hauttransplantat, einem „mesh-graf“ versorgt und gedeckt.
In direkt licht exponierten Stellen tritt eher das Basaliom auf, ein invasiv wachsender Tumor, der aber nur semimaligne ist, weil er nicht streut.
Für das Melanom gilt die ABCDE Regel in der Begutachtung verdächtiger Hautstellen: Asymmetrie, Begrenzung (unscharf, polyzyklisch), Color (inhomogen koloriert), Durchmessen (>5mm), Erhabenheit. Bei Verdacht immer rausschneiden, keine Probebiopsie.
Verdächtig sind neu aufgetretene Hautveränderung und sich verändernde Hautmale.







Eine Impfung gegen Metastasen beim malignen Melanom – bzw. gegen deren Entstehung und Wachstum – ist derzeit keine Standardtherapie, sondern ein sehr vielversprechender Forschungsansatz, der intensiv in klinischen Studien untersucht wird.
Man muss hier zwischen zwei Konzepten unterscheiden:
1. Präventive Impfung (wie bei Viren): Eine Spritze, die gesunde Menschen vor der Entstehung von Melanomen schützt, gibt es nicht und ist aufgrund der komplexen Entstehung von Krebs auch nicht in Sicht.
2. Therapeutische Impfung: Das ist das, was Sie meinen. Hierbei wird die "Impfung" nach der Diagnose verabreicht, um das eigene Immunsystem des Patienten gezielt gegen den Tumor und seine Metastasen zu aktivieren und so das Wiederauftreten (Rezidiv) zu verhindern oder bestehende Metastasen zu bekämpfen.
Wie funktionieren therapeutische Krebsimpfungen beim Melanom?
Seltsamerweise gibt es nicht nur den schwarzen Hautkrebs, sondern auch den weißen Hautkrebs. Dieser heißt Merkelzellkarzinom. Die Firma Merck entwickelte dagegen den PD-L1 Antikörper Avelumab.
….von der Firma BMS gibt es den Antikörper Nivolumab als Therapie beim fortgeschrittenen Melanom. Dieser ist ein Checkpoint Inhibitor.
Sollte ein verdächtiges Mal auftreten oder entdeckt werden, sollte ein Hautarzt dieses untersuchen. Er kann dann entscheiden, ob es entfernt wird und einer Gewebeuntersuchung unterzogen werden soll .