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Der Held der Geschichte

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 17. Dez. 2019
  • 2 Min. Lesezeit

Man könnte meinen, unsere Gesellschaft, die Politik, die verläuft tatsächlich dialektisch. Medienkonsum nährt diesen Verdacht. Allerdings hätte dies unter Umständen schreckliche Auswirkungen auf Ökologie, Ökonomie, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Vielleicht hat Marx doch Recht, zusammen mit Hegel, in dem sie unterstellen, die menschliche Geschichte verläuft nach einem dialektischen Muster.

Verläuft die Menschheitsgeschichte linksdialektisch, nach Marx, so würde sich die Menschheit irgendwann im utopischen Kommunismus befinden. Auch wenn Niemand Hand an die Nummer legt (Agitprops sind überflüssig sagt Marx selbst). Verläuft die Geschichte rechtsdialektisch, so gibt es irgendwann den einen großen Herrscher, durchaus populistisch legitimiert.

Für gläubige Christen ist zum Beispiel Jesus Christus der Heiland. Er ist auch derjenige, der den primären Sündenfall der Menschheit, der Genuss der verbotenen Frucht, hinweg nimmt.

Sokrates war der Meinung, die Seele sei unsterblich, und deshalb müsse man den Tod nicht fürchten, allerdings müsse man sich moralisch einwandfrei verhalten, sonst würde die Seele leiden. Nun gibt es aber keine einheitliche Moralvorstellung, selbst die christlichen Amtskirchen unterscheiden sich an der Stelle schon.

Einen weiteren Helden der Geschichte konzipierte Nietzsche mit dem Zarathustra. Er nahm den antiken, historischen persischen Philosophen Zarathustra, den er erneut in einem umfassenden Szenenspiel prosaisch losschickte, um den „Urfehler“ zu beseitigen: Die Erfindung oder Unterscheidung von Gut und Böse. In dem Werk „also sprach Zarathustra“ gewinnt Zarathustra zum Schluss. D.h. er kann sich als „Philosophen-Fürst“ etablieren.

Aufgeklärte moderne Philosophen wie Bertrand Russell oder auch Kant haben bereits gesagt, man könne Taten von Menschen eigentlich gar nicht zweifelsfrei moralisch beurteilen, weil die Moral selbst transzendentaler Natur ist, und den Verstand übersteigt.

In diesem Sinne würden Anhänger Nietzsches sich idealtypisch seinem „Zarathustra“ annähern.

Bei Christen wahrscheinlich eher nicht beliebt.

Eine Besonderheit bei Nietzsche ist die Annahme einer Willensmetaphysik. Grob simpel gesagt, kann man sagen, analog zu Sokrates, der Wille macht den Menschen gut.

Mit dem „Zarathustra“ hat Nietzsche einen „lepper messiah“ geschaffen, einen weltlichen Messias, der den Gottesbezug als Rechtfertigung nicht benötigt.

Nietzsche sah den Philosophenherrscher übrigens nicht als direkt Regierenden, sondern als jemanden im Hintergrund, der Kraft seiner Ideen und Gedanken den tatsächlichen Regenten lenkt.

Aufgrund der Willensmetaphysik dürfte Nietzsche auch bei Marxisten nicht beliebt sein, denn der Marxismus benötigt für seine Ausbreitung das Element, dass möglichst viele Menschen gleicher Meinung sind. Unter gesunden und sogar paradiesischen Bedingungen wird dies jedoch nicht der Fall sein. Siehe auch : „Hominus hominem lupus est“

 
 
 

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Martin Döhring
Martin Döhring
23. Jan. 2020

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