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Demenz

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 20. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

... copyright by martin wilhelm döhring ...
... copyright by martin wilhelm döhring ...

**Ausführliche Darstellung des Krankheitsbildes Demenz**


### Was ist Demenz?

**Demenz** ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein **Syndrom** (eine Sammlung von Symptomen), das durch eine chronische, meist fortschreitende Störung der höheren Hirnfunktionen gekennzeichnet ist. Es handelt sich um eine erworbene Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Denkens, der Orientierung, der Auffassungsgabe, des Rechnens, der Lernfähigkeit, der Sprache und des Urteilsvermögens. Das Bewusstsein bleibt im Gegensatz zum Delir (akuter Verwirrtheit) meist klar.


Demenz führt zu einem deutlichen Verlust der Alltagskompetenz und der Selbstständigkeit. Sie ist in der Regel irreversibel und progredient (fortschreitend).


### Häufigkeit

- **Weltweit**: Ca. 57 Millionen Menschen (Stand 2026).

- **Deutschland**: Rund 1,8 Millionen Betroffene (meist ab 65 Jahren). Bis 2050 prognostiziert man 2,3–2,7 Millionen.

- Häufiger bei Frauen (höhere Lebenserwartung + biologische Faktoren).

- Die Alzheimer-Krankheit macht ca. 60–70 % aller Fälle aus.


### Hauptformen / Typen der Demenz


1. **Alzheimer-Demenz** (häufigste Form, 60–70 %)

- **Ursache**: Ablagerung von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Protein (Neurofibrillen) → Untergang von Nervenzellen, besonders im Hippocampus und Cortex.

- **Verlauf**: Langsam schleichend über 8–12 Jahre.

- **Frühsymptome**: Gedächtnisstörungen (besonders Neugedächtnis), Wortfindungsstörungen, Orientierungsprobleme.

- Später: Apraxie (Handlungsstörungen), Agnosie (Erkennungsstörungen), Persönlichkeitsveränderungen, völlige Pflegebedürftigkeit.


2. **Vaskuläre Demenz** (ca. 15–20 %, zweithäufigste)

- Durch Durchblutungsstörungen (Infarkte, Mikrogefäßerkrankungen).

- Oft stufenförmiger Verlauf (nach Schlaganfällen).

- Frühe Störungen: Konzentration, Planung, Tempo („subkortikale“ Symptome).


3. **Demenz mit Lewy-Körpern** (Lewy-Body-Demenz, ca. 10–15 %)

- Ablagerung von Alpha-Synuclein.

- Charakteristisch: Fluktuierende Aufmerksamkeit, visuelle Halluzinationen, Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen, REM-Schlaf-Verhaltensstörung.


4. **Frontotemporale Demenz (FTD)** (ca. 5–10 %, früher Beginn möglich)

- Degeneration von Frontal- und Temporallappen.

- Frühe Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen (Enthemmung, Apathie, Verlust von Empathie) oder Sprachstörungen (primär progressive Aphasie).


5. **Andere Formen**

- Mischdemenzen (z. B. Alzheimer + vaskulär).

- Demenz bei Parkinson, Huntington, Creutzfeldt-Jakob, HIV, Normaldruck-Hydrozephalus usw.


### Symptome – Stadien der Demenz


**Frühstadium (leichte Demenz)**:

- Vergesslichkeit (besonders aktuelle Ereignisse).

- Wortfindungsstörungen, leichte Orientierungsprobleme.

- Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben (Finanzen, Planung).

- Stimmungsveränderungen (Depression, Angst, Reizbarkeit).


**Mittelstadium (mittelschwere Demenz)**:

- Deutliche Gedächtnislücken.

- Verlust der Alltagskompetenz (Kochen, Hygiene).

- Verhaltensstörungen: Unruhe, Aggression, Verfolgungswahn.

- Sprachabbau, räumliche Desorientierung.


**Spätstadium (schwere Demenz)**:

- Verlust der Sprache (Mutismus).

- Inkontinenz, Schluckstörungen.

- Bettlägerigkeit, vollständige Pflegeabhängigkeit.

- Erhöhtes Risiko für Infektionen (Lungenentzündung), die oft zum Tod führen.


### Diagnostik

- **Anamnese** + Fremdanamnese (Angehörige).

- **Kognitive Tests** (MMST, MoCA, DemTect).

- **Bildgebung**: MRT/CT (Ausschluss anderer Ursachen, Atrophiemuster).

- **Labor**: Blut (Vitamin B12, Schilddrüse, Entzündungen), ggf. Liquordiagnostik (Amyloid, Tau).

- Biomarker (PET, Bluttests) gewinnen an Bedeutung.


### Ursachen und Risikofaktoren

- **Nicht beeinflussbar**: Alter, Genetik (z. B. APOE4 bei Alzheimer), familiäre Belastung.

- **Beeinflussbar** (bis zu 40 % Präventionspotenzial): Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Hörverlust, Depression, soziale Isolation, niedrige Bildung.


### Behandlung

Es gibt **keine Heilung** für die meisten Demenzen, aber:

- **Medikamente**:

- Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin) bei Alzheimer und Lewy-Body.

- Memantin (bei mittelschwerer/schwerer Demenz).

- Neue Antikörper-Therapien gegen Amyloid (z. B. Lecanemab, Donanemab) – nur bei früher Alzheimer-Demenz, teuer und mit Risiken.

- **Nicht-medikamentös** (sehr wichtig!): Kognitive Stimulation, Ergotherapie, Musik-/Kunsttherapie, körperliche Aktivität, Strukturierung des Alltags.

- Behandlung von Begleitsymptomen (Depression, Psychosen, Unruhe).

- Angehörigenberatung und -entlastung (z. B. über Alzheimer-Gesellschaften).


### Prognose und Verlauf

Die Lebenserwartung nach Diagnose beträgt im Durchschnitt 5–10 Jahre, abhängig vom Typ, Alter und Begleiterkrankungen. Die Erkrankung führt langfristig zu vollständiger Abhängigkeit und erhöht das Sterberisiko deutlich.


**Wichtig**: Frühe Diagnose ermöglicht bessere Planung, Therapie und Lebensqualität. Demenz ist kein normales Altern!


 
 
 

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
20. Juli

Demenz ist ein großes Spektrum, kein einzelnes Krankheitsbild.

1. Was „Demenz“ überhaupt bedeutet

Demenz ist kein einzelner Name für eine bestimmte Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Zustände, bei denen:

  • Gedächtnis

  • Denken und Urteilsfähigkeit

  • Sprache

  • Orientierung

  • Alltagskompetenz und Verhalten

krankheitsbedingt und fortschreitend beeinträchtigt sind.

Man unterscheidet:

  • Primäre Demenzen: Ursache ist ein Absterben von Nervenzellen im Gehirn (z. B. Alzheimer, Lewy-Body, Frontotemporale Demenz).

  • Sekundäre Demenzen: Demenzsymptome als Folge anderer Erkrankungen (z. B. Alkoholschädigung, Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Hirntumoren).

2. Wichtige Formen im Spektrum

Häufigste Formen:

  • Alzheimer-Demenz ~60–65 % aller Fälle; langsam schleichender Beginn, stetiger Abbau von Gedächtnis und Orientierung.

  • Vaskuläre Demenz Folge von Durchblutungsstörungen im Gehirn (Infarkte, Mikroangiopathie); oft „stufenweiser“ Verlauf.

  • Mischformen Alzheimer + vaskulär Häufig, besonders im höheren Alter.

  • Lewy-Body-Demenz Fluktuierende Aufmerksamkeit, visuelle Halluzinationen, Parkinson-Symptome.

  • Frontotemporale Demenz Frühe Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen, oft weniger Gedächtnisbetont,…

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