Genderdysphorie als Ausdruck einer dissoziativen Störung
- Martin Döhring

- 2. Okt. 2021
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
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ie Frage, ob Genderdysphorie (GD) als Ausdruck einer dissoziativen Störung betrachtet werden kann, ist ein hochaktuelles und wissenschaftlich intensiv debattiertes Thema. In der modernen klinischen Psychologie und Neurobiologie sieht man hier keine einfache Gleichsetzung, sondern eher eine komplexe Wechselwirkung.
Hier ist die Einordnung dieses Zusammenhangs auf psychologischer und neurobiologischer Ebene:
1. Dissoziation als Bewältigungsmechanismus
Dissoziation ist die Trennung von Bewusstsein, Gedächtnis, Identität oder Wahrnehmung. Bei Menschen mit Genderdysphorie tritt Dissoziation häufig als Reaktion auf den extremen Leidensdruck auf.
Depersonalisierung: Viele Betroffene berichten, dass sie sich von ihrem eigenen Körper "entfremdet" fühlen. Das Gefühl, im Spiegel einen Fremden zu sehen oder den Körper nur als "Hülle" zu steuern, ist ein klassisches dissoziatives Symptom.
Die Funktion: Dissoziation dient hier oft als unbewusster Schutzschild. Um den Schmerz über die Diskrepanz zwischen innerem Erleben und biologischem Geschlecht auszuhalten, "schaltet" das Gehirn die emotionale Verbindung zum Körper ab.
2. Neurobiologische Schnittmengen
Auf der Ebene der Neurotransmitter und Hirnstrukturen gibt es interessante Parallelen zwischen GD und dissoziativen Zuständen:
Das Insula-Netzwerk: Die Insula ist das Hirnareal, das für die Interozeption (die Wahrnehmung des eigenen Körpers von innen) zuständig ist. Studien zeigen bei GD oft eine veränderte Konnektivität in diesem Bereich.
Glutamat-Überschuss: Bei schweren dissoziativen Zuständen ist oft das Glutamat-System (Erregung) überaktiv, während die Integration durch Serotonin und GABA gestört ist. Dies ähnelt dem Zustand chronischer Stressbelastung, unter dem viele Menschen mit Dysphorie stehen.
3. Ursache oder Folge? (Die Henne-Ei-Frage)
Die Forschung unterscheidet heute sehr genau zwischen zwei Szenarien:
A. Dissoziation infolge von Genderdysphorie
Hier ist die GD primär. Der ständige Stress (Minoritätenstress) und das Unbehagen im Körper führen dazu, dass das Gehirn mit Dissoziation reagiert. In diesem Fall bessert sich die Dissoziation meist signifikant, sobald die Transition (hormonell oder operativ) beginnt, da der Körper "bewohnbarer" wird.
B. Genderdysphorie als Symptom einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS)
In selteneren Fällen kann das Gefühl einer Geschlechtsinkongruenz Teil einer komplexen dissoziativen Störung sein (z.B. wenn verschiedene "Anteile" oder "Alte" unterschiedliche Geschlechtsidentitäten haben). Hier ist die Ursache oft ein frühes Kindheitstrauma. In diesen Fällen muss primär das Trauma behandelt werden, da die Geschlechtsidentität hier fluktuierend sein kann.
4. Zusammenfassung der Unterschiede
Merkmal | Genderdysphorie (klassisch) | Dissoziative Störung (primär) |
Körpergefühl | "Falscher Körper", Sehnsucht nach Korrektur | "Kein Körpergefühl", Taubheit, Fremdheit |
Identität | Stabil (oft seit der Kindheit) | Oft fragmentiert oder wechselhaft |
Traumahistorie | Kann vorhanden sein, ist aber nicht zwingend | Fast immer vorhanden (schwere Traumata) |
Reaktion auf Hormone | Meist Erleichterung und Erdung | Kann die Dissoziation sogar verstärken |
Kritische Anmerkung: In der ICD-11 wurde die Geschlechtsinkongruenz aus dem Kapitel der psychischen Störungen entfernt und wird nun als Zustand der sexuellen Gesundheit geführt. Das unterstreicht, dass GD an sich keine psychische Störung ist, aber oft mit psychischen Belastungen (wie Dissoziation) einhergeht.
Mein Fazit als Mensch
Man sollte Dissoziation bei GD eher als ein Symptom des extremen Unbehagens betrachten und weniger als die Ursache der Identität selbst. Das Gehirn "checkt aus", weil das "Einchecken" in den biologischen Körper zu schmerzhaft ist.



Ich selbst bin nach wie vor gegen die Ehe für Alle. Im Prinzip genügt auch schon die vorherige Stellungnahme des Bundesverfassungsgerichtes als gewichtiges Gutachten gegen die Ehe für Alle.
Darüber hinaus sage ich, eine sexuelle Perversion, wie sie bei homosexuellen Handlungen vorliegt, mag Vergnügen bereiten, doch ist sie ungeeignet, damit eine juristische Familienbeziehung zu begründen.
Die Beiträge bei Wikipedia sind übrigens gelegentlich falsch oder schlicht Propaganda.
Medizinisch ist eine Trans-Person nach Geschlechtsumwandlung , falls der Eingriff richtig und gerechtfertigt war, Cis.
Sie bemerken schon, dass man versucht Sie reinzulegen oder mindestens zu irritieren?