Brustkrebs
- Martin Döhring

- 10. Juni 2020
- 2 Min. Lesezeit
Gerne habe ich mal die Geschichte zum Besten gegeben, wie ich als Student in die Chirurgie Vorlesung gekommen bin, und diese verstört verlassen musste, weil nicht über praktische Chirurgie doziert wurde, sondern hoch akademisch über das Krankheitsbild Brustkrebs.
Jeder 20te Frau erkrankt an Brustkrebs. Weiterhin sind diese Tumoren eigen, d.h. es fehlen häufig Gruppeneigenschaften. Vor 20 Jahren war eine Sensation die Unterscheidung zwischen HER-positiven und negativen Tumoren. HER 2 meint „human epidermal growth factor receptor 2“, eine gemeinsame Oberflächeneigenschaft einiger Brustkrebstumoren.
In diese Zeit fällt auch der damals neue Einsatz von Ultraschall als Untersuchungsmethode sowie die operativen Maßnahmen der eingeschränkten Radikalität.
Für hormon-sensitive Tumoren gab es neuerdings das Medikament Femara.
Ich war mal als Mediziner „member of staff“ in einem Universitätskrankenhaus in London. Zu meinem Erstaunen wurden dort Reihenuntersuchungen gemacht mit Mammografie, als Screeningmaßnahme. Auf meine Nachfrage hin, sagte man mir, das müsse so sein, weil jeder 1000te Brustkrebs durch Röntgen gefunden würde. Ob dies die Reihenuntersuchungen rechtfertigt, darüber kann man geteilter Meinung sein.
Früher wurde bemängelt, dass diejenig en, die die Mammografie veranlassen, leider nicht diejenigen sind, die diese sicher beurteilen können. Gesucht wird auf den Bildern nach Mikrokalzifizierungen.
Die wichtigste diagnostische Maßnahme ist übrigens die Eigenabtastung der Brüste durch die Frau.
Leider ist es bei Brustkrebs so, dass die Erkrankung zur frühen Mikro-Metastasierung neigt.
Deshalb ist die Behandlung multimodal, d.h. Kombination aus OP mit Chemotherapie, gegebenenfalls mit Radiatio. Auch präventiv und adjuvant. In bestimmten Fällen wird also die Patientin einer vorbeugenden Strahlentherapie unterzogen.
Das grundsätzliche Prinzip ist eigentlich Diagnose Sicherung mit Bildgebung und Histologie Gewinnung durch Feinnadelbiopsie. Operativ werden auch die Wächterlymphknoten begutachtet.
Die Einstufung erfolgt nach TNM. (Tumor Art und Größe, Nodus Lymphknotenbefall oder nicht, Metastasierung oder Nicht). Der Tumor selbst wird vollständig entfernt, früher konsequent mit Mamma-amputation und Achselausräumung.
Bei genetischer Disposition mit einem Risiko der Entwicklung eines Mamma-Ca wird eine prophylaktische Mamma-Amputation empfohlen und angeboten mit dem Hinweis auf die Frühmetastasierung (so geschehen bei Angeline Jolie).
Bei einem HER2-positiven Brustkrebs ist eine Therapie mit Antikörper langfristig sinnvoll. Dies ist ein spezifisches Medikament.







Die Behandlung von Brustkrebs hat durch molekularbiologische Erkenntnisse eine Revolution erfahren. Heute geht es immer weniger um "die" Brustkrebs-Behandlung, sondern um maßgeschneiderte Therapien, die auf die spezifischen molekularen Eigenschaften des Tumors einer jeden Patientin zugeschnitten sind.
Hier sind die wichtigsten Hightech-Behandlungsverfahren aus der Molekularbiologie:
1. Gezielte Therapien (Targeted Therapies)
Diese Medikamente greifen gezielt bestimmte Moleküle („Targets“) an, die für das Wachstum und Überleben der Krebszellen entscheidend sind.
· Anti-HER2-Therapie:
· Ziel: Das HER2-Protein, das bei etwa 15-20% aller Brustkrebsfälle in hoher Anzahl vorkommt (HER2-positiv) und die Zellen sehr aggressiv wachsen lässt.
· Therapien:
· Trastuzumab (Herceptin®): Ein monoklonaler Antikörper, der sich von außen an HER2 heftet und das Wachstumssignal blockiert.
· Pertuzumab (Perjeta®): Ein weiterer Antikörper, der an einer and…
Die Forschung zu mRNA-basierten Impfstoffen gegen Krebs, einschließlich Brustkrebs, macht große Fortschritte. Diese Impfstoffe sind darauf ausgelegt, das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen zu aktivieren. Hier sind einige wichtige Punkte:
1. **Individualisierte mRNA-Impfstoffe**: Diese Impfstoffe werden speziell für den Tumor eines Patienten entwickelt. Die mRNA enthält Anweisungen für das Immunsystem, um Proteine zu erkennen, die spezifisch für die Krebszellen des Patienten sind¹².
2. **Kombinationstherapien**: In klinischen Studien werden mRNA-Impfstoffe oft in Kombination mit anderen Therapien wie Checkpoint-Inhibitoren getestet. Diese Kombinationen haben gezeigt, dass sie das Rückfallrisiko und die Sterblichkeit signifikant reduzieren können¹².
3. **Aktuelle Studien**: Unternehmen wie Moderna und BioNTech führen derzeit klinische Studien durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Impfstoffe zu testen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen eine…
Die Standardtherapie für HER2-positives, östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom umfasst in der Regel eine Kombination aus zielgerichteten Therapien und Chemotherapie. Hier sind die wichtigsten Komponenten:
1. **Zielgerichtete Therapie**:
- **Trastuzumab (Herceptin)** und **Pertuzumab (Perjeta)** sind monoklonale Antikörper, die den HER2-Rezeptor blockieren und das Tumorwachstum hemmen¹².
- **Phesgo** ist eine Fixdosiskombination aus Trastuzumab und Pertuzumab, die subkutan verabreicht wird und eine einfachere Anwendung ermöglicht¹.
2. **Chemotherapie**:
- Häufig wird eine Chemotherapie mit **Docetaxel** in Kombination mit den oben genannten Antikörpern eingesetzt¹.
3. **Hormontherapie**:
- Da der Tumor östrogenrezeptor-positiv ist, wird oft eine Hormontherapie mit **Tamoxifen** oder **Aromatasehemmern** wie **Letrozol** oder **Anastrozol** hinzugefügt².
Diese Kombinationen haben sich als sehr effektiv erwiesen, sowohl im Frühstadium als auch bei metastasiertem Brustkrebs, und können das Gesamtüberleben signifikant verlängern¹².
Die häufigste Manifestation ist im jeweils oberen äußeren Quadranten der Mammae.
Im Jahr 2014 erkrankten 69220 Frauen an Brustkrebs, im gleichen Jahr verstarben 17000 Frauen an Brustkrebs.