Blutgerinnung
- Martin Döhring

- 16. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

...ich erkläre dir Schritt für Schritt die Gerinnungssysteme, die Laborparameter und die Bedeutung bei Marcumar-Therapie.
1. Blutgerinnung – Überblick
Die Gerinnung läuft in einem Kaskadensystem ab (Gerinnungsfaktoren I–XIII).Es gibt zwei Aktivierungswege, die beide in den gemeinsamen Endweg münden:
a) Endogenes System („intrinsisch“)
Aktivierung durch Kontakt mit negativ geladenen Oberflächen (z. B. Glas, Kollagen bei Gefäßverletzung).
Wichtige Faktoren: XII, XI, IX, VIII.
Messbar über aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit).
Relevant für: Heparin-Therapie.
b) Exogenes System („extrinsisch“)
Aktivierung durch Tissue Factor (Gewebefaktor, Faktor III), der bei Gewebsverletzung freigesetzt wird.
Wichtige Faktoren: VII, X.
Messbar über Quick/Prothrombinzeit (PT) bzw. INR.
Relevant für: Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar, Warfarin).
c) Gemeinsamer Endweg
Aktivierung von Faktor X → Umwandlung von Prothrombin (Faktor II) zu Thrombin.
Thrombin wandelt Fibrinogen (Faktor I) zu Fibrin → Bildung eines stabilen Blutgerinnsels.
2. Quick-Wert & INR
Beides misst das exogene System (Faktor VII) + gemeinsamen Weg (X, V, II, I).
Quick-Wert:
Gibt die Prothrombinzeit als Prozentwert an (Norm: ca. 70–120 %).
Niedriger Quick = langsame Gerinnung = höhere Blutungsneigung.
INR (International Normalized Ratio):
International standardisierte Angabe der Gerinnungszeit.
Norm: 1,0 (bei Gesunden).
Unter Marcumar: Ziel-INR je nach Indikation:
2,0–3,0 (z. B. Vorhofflimmern, Lungenembolie, Thrombose).
2,5–3,5 (z. B. mechanische Herzklappen).
? Vorteil INR: weltweit vergleichbar, unabhängig vom Testlabor.
3. Einstellung mit Marcumar (Phenprocoumon)
Wirkmechanismus: Marcumar hemmt die Vitamin-K-abhängige γ-Carboxylierung der Faktoren II, VII, IX, X sowie Protein C und S.
→ Die Gerinnungsfaktoren sind zwar vorhanden, aber nicht funktionsfähig.
Beginn: Wirkung tritt erst nach 2–3 Tagen ein, da vorhandene Faktoren erst abgebaut werden müssen.
Kontrolle: Regelmäßige Messung von INR (früher Quick).
Einstellung:
Start mit Standarddosis, nach 2–3 Tagen Kontrolle des INR.
Dosis schrittweise anpassen, bis Ziel-INR erreicht.
Häufige Kontrollen am Anfang, später alle 4–6 Wochen.
⚠️ Wichtig:
Enge therapeutische Breite → Gefahr von Blutungen (zu hohe INR) oder Thrombosen (zu niedrige INR).
Wechselwirkungen mit Ernährung (Vitamin K-reich: Spinat, Kohl), Medikamenten und Alkohol.
Zusammenfassung
Endogenes System (Faktoren XII, XI, IX, VIII): gemessen mit aPTT → wichtig bei Heparin.
Exogenes System (Faktor VII + Tissue Factor): gemessen mit Quick/INR → wichtig bei Marcumar.
Quick = %-Angabe (historisch), INR = internationaler Standard.
Marcumar hemmt Vitamin-K-abhängige Faktoren → regelmäßige INR-Kontrolle, Ziel 2–3 (oder 2,5–3,5 bei Klappen).




Simone Döhring MA und Martin Wilhelm Döhring
Engelstrasse 37 in D-55124 Mainz
Telefon: 06131 382110
Kanzlei
RA Ewald Roth
Wiesbaden
Mainz, 17.02.2025
Bitte um Mandatsannahme
Antrag auf bereits gestellten Erbschein im anhängigen
Nachlassfall Ernst Robert Kilian
AG Rüdesheim AZ 8 VI 306/21 K (2021)
Bezug: OLG Frankfurt AZ 20 W 263/21
Beschluss OLG Ffm AZ 20 W 175/23 vom 7.2.2024 eingegangen am 13.2.2024
Sehr geehrter Herr Roth,
Frau Döhring würde sich freuen, wenn Sie ihr Mandat in dem Nachlassfall Ernst Robert Kilian übernehmen würden.
Herr Ernst Robert Kilian ist der im Oktober 2020 verstorbene Onkel von Frau Döhring.
Die Nachlassmasse besteht im wesentlichen aus der Immobilie Wiesenstrasse 6 in Geisenheim, in 2018 mit Wert €165.000 taxiert.
Anhängig ist…