Antikörper gegen Multiple Sklerose
- Martin Döhring

- 23. Juni 2020
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Die Multiple Sklerose - gerne als MS abgekürzt – ist ein besonders heimtückisches Krankheitsbild. Erste Patienten mit diesem Krankheitsbild kannte ich bereits vor meinem Studium.
Frauen sind mit 60% der Patienten deutlich stärker betroffen. Im schlechtesten Fall müssen Betroffene durch die Krankheitsauswirkungen in den Rollstuhl, Krämpfe drohen, Demenz und Dysphorie.
Die MS führt zur Demyelinisierung von Markscheiden von Nerven. Entmarkung der weißen Substanz und Narbenbildung Gliose (Skleroseherde). Eine fortgeschrittene Erkrankung lässt sich deshalb auch mit einem MRT vom Gehirn nachweisen.
Möglicherweise führt eine frühere Infektion mit HHV6 (humanes Herpes Virus Typ6) durch eine immunogene Reaktion zu dieser Erkrankung. Richtig beweisend gilt immer noch eine Laboruntersuchung einer Liquor Probe, die mit einer Rückenmarkskanalpunktion gewonnen wird.
Interferon wird seit Jahren erfolgreich in der Therapie eingesetzt. Alternative zu Interferon ist seit einigen Jahren das Medikament Glatiramer, ein synthetisches Polypeptid mit Wirkung auf die T-Zellfunktion. Können Interferon oder Glatiramer nicht gegeben werden, stehen Immunglobuline zur Verfügung.
Ein Zentralskotom wird gelegentlich als Zufallsbefund als Erstmanifestation einer MS durch den Augenarzt festgestellt. Was den Augenarzt vor die schlimme Aufgabe stellt, den Patienten als erster aufklären zu müssen. Der Gesichtsfeldausfall entsteht durch eine Affektion des Sehnerven.
Ein Bekannter von mir hat vor Jahren Chemotherapie mit Azathioprin, Prednisolon und Cyclophosphamid in der Behandlung seiner MS an einer Universitätsklinik erhalten, danach war er 10 Jahre lang schubfrei. Cyclophosphamid wird heute bei chronisch progredientem Verlauf gegeben.
Weitere Optionen bei Versagen der Basistherapie sind immunmodulatorische Therapien mit dem Antikörper Natalizumab oder den Substanzen Fingolimod, Fumarsäure oder Terflunomid.







Multiple Sklerose (Enzephalomyelitis disseminata) ist eine Autoimmunerkrankung.
Sie kann sich als Erstmanifestation mit Sehstörungen oder Kraftlosigkeit in den Beinen äußern. Aufgrund der vielen möglichen Symptome nennt man die MS auch die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“.
Sie ist eine neurologische Krankheit. Multiple Sklerose befällt Nerven. Und zwar peripher wie zentral. Beim zentralen Nervensystem (Gehirn) entstehen durch MS Skleroseherde (Entmarkungsherde), die im CT sichtbar sind, daher der Name. MS befällt Nervenscheiden.
Neuropathologisch ist die MS durch herdförmige (fokale), entzündlich-entmarkende Läsionen im ZNS mit unterschiedlich ausgeprägtem Verlust an Axonen und reaktiver Gliose gekennzeichnet.
In weit höherem Maß führt offenbar die Atrophie der grauen Substanz zur zunehmenden Behinderung