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Methylphenidat - die bisherige Therapie bei ADHS

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 21. März 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Ich erk

läre Ihnen gerne die Wirkung von Ritalin bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung). Es ist wichtig zu verstehen, dass dies eine komplexe neurobiologische Wirkweise ist, die hier vereinfacht dargestellt wird.

Grundlage: Was passiert bei ADHS im Gehirn?

Bei Menschen mit ADHS wird davon ausgegangen, dass ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn vorliegt, insbesondere von Dopamin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe sind entscheidend für Funktionen wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Impulskontrolle und Motivation. Sie werden von einer Nervenzelle ausgeschüttet, wandern über einen kleinen Spalt (Synapse) zur nächsten Zelle und lösen dort ein Signal aus.

Bei ADHS scheint es, dass:

  1. Zu wenig dieser Botenstoffe im synaptischen Spalt verfügbar sind.

  2. Die Botenstoffe zu schnell wieder von der ausschüttenden Zelle aufgenommen werden (durch sogenannte Transporter-Proteine), bevor sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Dies führt dazu, dass das Gehirn Schwierigkeiten hat, Reize zu filtern, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Impulse zu kontrollieren. Es entsteht eine Art "Rauschen" im Gehirn, das die Verarbeitung wichtiger Informationen erschwert.

Wie wirkt Ritalin (Wirkstoff: Methylphenidat)?

Ritalin ist ein Stimulans. Das klingt zunächst paradox, da man eine hyperaktive Person nicht "stimulieren" möchte. Die Wirkung bezieht sich jedoch auf die Aktivierung spezifischer Hirnareale, die für die Regulation von Aufmerksamkeit und Verhalten zuständig sind.

Der Wirkmechanismus funktioniert folgendermaßen:

  1. Blockierung der Wiederaufnahme: Methylphenidat blockiert die Transporter-Proteine, die für die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt zurück in die Nervenzelle verantwortlich sind. Man kann sich das vorstellen, als ob man die "Rückhol-Türen" für diese Botenstoffe schließt.

  2. Erhöhung der Konzentration: Da die Botenstoffe nicht mehr so schnell abtransportiert werden, reichern sie sich im synaptischen Spalt an. Die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin steigt.

  3. Verbesserte Signalübertragung: Durch die höhere Konzentration der Botenstoffe können die Signale zwischen den Nervenzellen effektiver übertragen werden. Das "Rauschen" wird verringert, und wichtige Signale werden klarer.

Die Auswirkungen auf die Symptome:

Durch die Erhöhung der Dopamin- und Noradrenalinsignale im Gehirn, insbesondere in Regionen wie dem Präfrontalen Cortex (zuständig für Planen, Entscheiden, Impulskontrolle), können sich die typischen ADHS-Symptome verbessern:

  • Verbesserte Aufmerksamkeit und Konzentration: Es fällt leichter, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren, Ablenkungen auszublenden und Details zu beachten.

  • Verringerte Hyperaktivität: Die motorische Unruhe nimmt oft ab. Betroffene fühlen sich innerlich ruhiger.

  • Bessere Impulskontrolle: Das Gehirn kann "erst denken, dann handeln". Es fällt leichter, abzuwarten, nicht dazwischenzureden und überlegte Entscheidungen zu treffen.

  • Bessere Organisation: Die Fähigkeit, Aufgaben zu planen, Zeit einzuteilen und Dinge zu strukturieren, kann sich verbessern.

Wichtige Hinweise:

  • Keine Heilung: Ritalin heilt ADHS nicht. Es lindert die Symptome, solange der Wirkstoff im Körper aktiv ist. Nach dem Abklingen der Wirkung kehren die Symptome in der Regel zurück.

  • Individuelle Reaktion: Nicht jeder Mensch mit ADHS spricht gleich gut auf Ritalin an. Die Dosierung muss individuell angepasst werden, und manchmal wirken andere Medikamente besser.

  • Nebenwirkungen: Wie jedes Medikament kann auch Ritalin Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Herzrasen oder Stimmungsschwankungen. Diese sind oft vorübergehend oder können durch eine Dosisanpassung reguliert werden.

  • Ärztliche Begleitung: Die Diagnose von ADHS und die Verschreibung von Ritalin müssen zwingend durch einen qualifizierten Arzt (z.B. Kinder- und Jugendpsychiater, Psychiater) erfolgen. Eine engmaschige Kontrolle der Wirkung und möglicher Nebenwirkungen ist notwendig. Ritalin fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, was strenge Vorschriften für die Verschreibung und Anwendung bedeutet.

  • Multimodale Therapie: Die medikamentöse Behandlung mit Ritalin ist oft am wirksamsten, wenn sie Teil eines umfassenden (multimodalen) Therapiekonzepts ist. Dazu gehören auch Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie), Psychoedukation (Aufklärung über die Störung) und Unterstützung im sozialen Umfeld (Schule, Familie).


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ritalin wirkt, indem es die Verfügbarkeit wichtiger Botenstoffe im Gehirn erhöht, dadurch die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert und so dem Gehirn hilft, Aufmerksamkeit, Impulse und Verhalten besser zu regulieren.

5 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 3 Tagen

Ich ergänze und schärfe sie auf neurobiologischer Ebene – insbesondere dort, wo Vereinfachungen typischerweise zu Missverständnissen führen.

🧠 Neurobiologische Kernmechanik von ADHS


ADHS ist kein bloßer „Mangel“ an Dopamin oder Noradrenalin, sondern eher eine dysregulierte Signalökonomie in spezifischen Netzwerken:

  • Frontostriatale Schleifen (präfrontaler Cortex ↔ Basalganglien)

  • Mesokortikales Dopaminsystem

  • Locus-coeruleus–Noradrenalin-System

Präzisierung:

  • Es geht weniger um absolute Konzentrationen, sondern um ein zu niedriges Signal-Rausch-Verhältnis (signal-to-noise ratio).

  • Dopamin wirkt hier als Verstärker relevanter Signale, Noradrenalin als Filter für Störreize.

👉 Ergebnis: Relevante Reize gehen im „neuronal noise“ unter.

⚙️ Wirkmechanismus von Methylphenidat (Ritalin)


Meine Beschreibung stimmt im Prinzip, aber entscheidend ist die Feinabstimmung der Neurotransmission:

1. Selektive Transporterhemmung

  • Blockade von:

    • DAT (Dopamin-Transporter)

    • NET (Noradrenalin-Transporter)

  • Besonders relevant im präfrontalen Cortex, wo Dopamin teilweise über den NET reguliert…


Bearbeitet
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Martin Döhring
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24. Mai 2020

Chloroquin ist wahrscheinlich kaum wirksam gegen Covid19.

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Die Firma Bosch hat heute bekannt gegeben, einen Antikörperschnelltest gegen das Coronavirus und 10 andere Atemwegserkrankungen (WHO Leitlinie) entwickelt zu haben.

Dieser Test benötigt nur 2,5h bis zum Testergebnis.

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Martin Döhring
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