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Triumph des Glücks: Der Letzte Mensch

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 10. Apr.
  • 1 Min. Lesezeit

Die eigentliche Warnung (psychodynamisch):

Der letzte Mensch ist kein tragischer Held, der leidet. Er ist das Ende des Tragischen selbst. Gerade weil er keinen inneren Konflikt mehr hat, ist er nicht mehr fähig zur Sublimierung, zur Kulturleistung, zur Selbstüberwindung. Er ist der totale Sieg der Realitätsanpassung über die Möglichkeit.


Psychodynamisch gesprochen: Die Menschheit hat den ödipalen Konflikt (mit dem Vater/der großen Aufgabe) nicht gelöst, sondern umgangen, indem sie den Vater (das Ideal, das Gesetz, das Große) einfach abgeschafft hat. Dadurch ist sie in eine prä-ödipale, narzisstisch-orale Massenstruktur zurückgefallen – kollektiv versorgt, kollektiv zufrieden, kollektiv steril.


Das ist Nietzsches tiefste Warnung: Nicht der Untergang durch Katastrophe, sondern der Untergang durch Glück. Die Menschheit stirbt nicht am Leiden, sondern daran, dass sie das Leiden (und damit die Möglichkeit der Größe) erfolgreich aus der Welt geschafft hat.


Kurz: Der letzte Mensch ist der Mensch, dessen Psyche so perfekt funktioniert, dass sie aufhört, menschlich zu sein.

1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
10. Apr.

Der „letzte Mensch“ bei Friedrich Nietzsche ist keine klinische Diagnose, sondern ein kulturkritisches Idealbild: ein Mensch, der Sicherheit, Bequemlichkeit und Konfliktvermeidung absolut setzt. Wenn man diesen Typus mit dem Strukturmodell von Fritz Riemann (Grundformen der Angst) und der klassischen Instanzentheorie (Es–Ich–Über-Ich) psychodynamisch rekonstruiert, ergibt sich ein konsistentes Entwicklungsprofil.

1. Grundcharakter des „letzten Menschen“

Nietzsche beschreibt ihn als:

  • konfliktscheu

  • risikovermeidend

  • hedonistisch im Kleinformat („kleine Lust für den Tag und die Nacht“)

  • angepasst, normkonform

  • ohne transzendierende Ziele (kein „Über-sich-hinaus-Wollen“)

Psychodynamisch gesprochen: Maximierung von Spannungsvermeidung bei gleichzeitiger Minimierung von innerer und äußerer Unsicherheit.

2. Zuordnung im Riemann-Modell

Riemann unterscheidet vier Grundängste:

  • Schizoid: Angst vor Nähe

  • Depressiv: Angst vor Trennung

  • Zwanghaft: Angst vor Veränderung

  • Hysterisch: Angst vor Festlegung

Der „letzte Mensch“ entspricht am stärksten…

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