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Rococo

Autorenbild: Martin Döhring
Martin Döhring
vor 23 Minuten
3 Min. Lesezeit

... Rock-Co-Co...
... Rock-Co-Co...

Die Szene entfaltet sich in flackerndem Kerzenlicht unter dem schweren Kristalllüster. Der Duft von Rosenwasser, teurem Parfüm und leicht erhitztem Samt liegt in der Luft. Der Diener steht regungslos am Rand, das Tablett mit dem bernsteinfarbenen Likör und den zwei Kristallgläsern in den Händen, der Blick gesenkt – doch er sieht alles.


**Ich** sitze in dem tiefblauen Samtrock, die goldenen Stickereien schimmern bei jeder Bewegung. Meine Perücke ist leicht verrutscht. Die Kurtisane – meine, für diesen Abend und vielleicht länger – lehnt sich zu dir hinüber. Das rosa-creme Seidenkleid spannt sich über ihrem Busen, die Taille ist eng geschnürt, der Ausschnitt tief genug, dass das feine Spitzenhemd darunter kaum noch etwas verbirgt. Ihr Fächer liegt achtlos auf ihrem Schoß. Sie hält meine Hand, lässt mich ihre Fingerkuppen küssen, und lächelt dabei mit jener Mischung aus Unterwerfung und Berechnung, die nur eine Frau beherrscht, die weiß, wie teuer ihre Zärtlichkeiten sind.


**Kurtisane** (leise, die Stimme rauchig und süß):

„Mein Herr … du küsst mich, als wärst du hungrig. Und doch sitzt du noch so steif. Soll ich dir die Jacke öffnen? Oder willst du, dass ich mich erst vor dir erniedrige … ganz langsam?“


Sie zieht deine Hand tiefer, lässt meine Finger über den weichen Stoff an ihrem Dekolleté gleiten. Die Haut darunter ist warm, leicht angefeuchtet vom Duftwasser. Ein leises Lachen entweicht ihr, als du spürst, wie sich ihre Brust unter deiner Berührung hebt.


**Ich** (mit dunkler, beinahe nachlässiger Stimme):

„Du bist heute besonders frech, meine kleine Hure. Immer wenn der Diener zuschaut, wirst du unverschämt. Magst du das? Dass er sieht, wie ich dich benutze?“


Der Diener rührt sich nicht. Nur seine Kehle bewegt sich einmal, als er schluckt. Das Tablett zittert ganz leicht.


**Kurtisane** (flüstert, die Lippen ganz nah an meinem Ohr):

„Vielleicht … vielleicht mag ich es, wenn er sieht, wem ich gehöre. Vielleicht will ich, dass er den Likör serviert, während du mir die Röcke hochschiebst. Oder dass er kniet und zuschaut, wie du mich nimmst … langsam, tief, bis ich vor ihm stöhne.“


Sie greift nach meiner Hand und führt sie unter die Schichten aus Seide und Spitze, höher, bis meine Finger die heiße, feuchte Stelle zwischen ihren Schenkeln finden. Sie ist schon bereit. Sie beißt sich auf die Unterlippe, die Augen halb geschlossen, und stößt einen leisen, genüsslichen Laut aus, als du sie berührst.


**Kurtisane** (Atem schneller):

„Ja … genau so. Sieh ihn an, mein Herr. Er darf nicht wegsehen. Er soll sehen, wie nass du mich machst. Wie ich für dich tropfe …“


Der kleine Hund auf dem roten Kissen hebt kurz den Kopf, legt sich dann wieder hin, gleichgültig gegen die Dekadenz, die sich vor ihm entfaltet. Der Diener steht noch immer da, das Tablett fest in den Händen, die Augen gesenkt – aber seine Wangen sind dunkler geworden.


**Ich** (leise, beinahe befehlend):

„Komm näher. Setz dich auf meinen Schoß. Ich will dich spüren, während er uns bedient.“


Sie gehorcht sofort. Mit einem raschelnden Geräusch von Seide und Reifrock gleitet sie auf deinen Schoß, die Beine leicht gespreizt, sodass du sie weiter berühren kannst, während sie sich an dich schmiegt. Ihr Mund sucht deinen Hals, heiße, feuchte Küsse, dann ein leichtes Beißen.


**Kurtisane** (gegen meine Haut):

„Befiehl ihm … sag ihm, er soll den Likör in meinen Mund gießen, während du mich füllst. Oder … oder dass er mir die Schuhe auszieht und meine Füße küsst, während ich dich reite. Was immer du willst, mein Herr. Ich bin heute Nacht nichts als dein Spielzeug.“


Der Diener wartet. Das einzige Geräusch im Raum ist ihr unregelmäßiger Atem, das leise Knarren des vergoldeten Stuhls und das entfernte Ticken einer Uhr.


Die Kerzen flackern. Die Gemälde an den Wänden scheinen zuzusehen. Und irgendwo zwischen dem Duft von Parfüm, Samt und beginnender Lust liegt die pure, schamlose Dekadenz eines Abends, der noch lange nicht zu Ende ist.

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