top of page
  • Google+ Social Icon
  • Twitter Social Icon
  • LinkedIn Social Icon
  • Facebook Social Icon

PAC-Modell: Die Struktur des bösartigen Narzissten

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 15. Aug. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr.


Das von mir skizzierte psychopathologische Profil – eine Mischung aus schizoiden Zügen, Narzissmus, Kriminalität und Sadismus – deutet in der klinischen Psychologie auf das hin, was Kernberg als „Bösartigen Narzissmus“ (Malignant Narcissism) bezeichnet, kombiniert mit einer antisozialen Struktur.

In der Transaktionsanalyse (TA) ist dies eine der größten Herausforderungen, da die Beziehungsfähigkeit (die Basis der TA) hier oft nur als Werkzeug zur Manipulation genutzt wird.

1. Analyse der frühkindlichen Entwicklung: Die Kälte des Überlebens

Bei einer solchen pathologischen Struktur ist die Primärbeziehung meist durch extreme Ambivalenz, Kälte oder Grausamkeit geprägt.

  • Das schizoide Fundament: Das Kind erlebte die Bezugspersonen als invasiv, gefährlich oder emotional völlig unerreichbar. Der Rückzug in eine innere Welt war die einzige Rettung.

  • Der narzisstische Schutzwall: Da die reale Welt keinen Schutz bot, wurde ein „Größen-Selbst“ erschaffen. „Ich brauche niemanden, ich stehe über allen.“

  • Genese des Sadismus: Oft gab es frühe Erfahrungen von Ohnmacht und Missbrauch. Sadismus ist der Versuch, die Rolle vom leidenden Opfer zum allmächtigen Täter zu verkehren. Das Kind lernt: „Schmerz zuzufügen ist die einzige Art, eine Verbindung zu spüren, ohne selbst verletzt zu werden.“

  • Skript-Einschärfungen (Injunctions): „Existiere nicht (als du selbst)“, „Sei nicht nah“, „Vertraue niemandem“.

2. PAC-Modell: Die Struktur des bösartigen Narzissten

Hier ist das Instanzen-Modell oft schwer verzerrt:

  • Das „Eingeschlossene“ Kind-Ich (kK): Ein tief verletzter, aber hochgradig abgespaltener Kern. Er ist für den Therapeuten fast unerreichbar.

  • Das „Gefügige/Manipulative“ Kind-Ich (mK): Der Teil, der lernt, wie man Menschen liest, um sie zu benutzen. Es wirkt oft charmant (der „Trickster“).

  • Das destruktive Eltern-Ich (dEL): Hier residiert der Sadismus. Es ist ein introjiziertes „Monster-Elternteil“, das dem Individuum sagt: „Zerstöre sie, bevor sie dich zerstören.“

  • Das kontaminierte Erwachsenen-Ich (ER): Die Logik und der Verstand werden ausschließlich zur Planung von Manipulationen oder Straftaten genutzt (instrumentelle Aggression).

3. Therapeutisches Konzept: „The Frame is the Therapy“

Die Therapie erfolgt hier nicht über Empathie (die wird oft als Schwäche verachtet oder zur Manipulation genutzt), sondern über Struktur und Konfrontation.

  1. Vertrag (Contracting): Absolute Klarheit. Keine Behandlung bei laufenden Straftaten oder Gewalt gegen den Therapeuten.

  2. Keine Rettung: Der Therapeut darf nicht in die Rolle des „Retters“ im Drama-Dreieck schlüpfen. Der Klient wird versuchen, den Therapeuten zum Opfer oder zum Komplizen zu machen.

  3. Spiegelung der Wirkung: Fokus auf die Konsequenzen des Verhaltens (Gefängnis, Einsamkeit, Machtverlust), nicht auf das „Gefühl“ der Opfer.

  4. Integration des dEL: Ziel ist es, das destruktive Eltern-Ich zu isolieren, damit das Erwachsenen-Ich die Kontrolle übernimmt.

4. Therapie-Skript (Beispiel: Konfrontation bei Manipulation)

Szenario: Der Klient (K) erzählt grinsend, wie er einen Mitarbeiter im Büro so manipuliert hat, dass dieser einen Nervenzusammenbruch erlitt und nun die Schuld für einen finanziellen Fehler des Klienten trägt.

Klient (K): „Er ist einfach schwach. Ein Parasit. Jetzt hat er bekommen, was er verdient, und ich bin sauber aus der Sache raus. Es war fast lustig zu sehen, wie er gezittert hat.“

Therapeut (T): (Neutral, kein Entsetzen zeigen – das wäre Nahrung für den Sadismus) „Sie nutzen gerade Ihr Erwachsenen-Ich, um mir sehr detailliert zu zeigen, wie präzise Sie Menschen zerstören können. Was ist das Ziel dieses Berichts hier bei mir?“

K: „Ich dachte, wir sind ehrlich zueinander? Sind Sie nicht beeindruckt, wie ich das System schlage?“

T: (Konfrontation des Narzissmus) „Ich sehe Ihre strategische Intelligenz. Aber ich sehe auch, dass Sie gerade versuchen, mich zu einem Komplizen zu machen. Wenn ich Sie bewundere, habe ich aufgehört, Ihr Therapeut zu sein. Dann bin ich nur ein weiteres Werkzeug in Ihrem Spiel.“

K: (Wird aggressiv/kalt) „Sie halten sich wohl für was Besseres. Ich könnte Ihre Karriere mit einem Telefonat beenden.“

T: (Präsenz des nährenden, aber starken Eltern-Ichs/ER) „Das ist die Drohung Ihres destruktiven Eltern-Ichs. Wenn Sie mich einschüchtern, bricht unsere Zusammenarbeit hier ab. Das ist die Regel. Wovor schützt Sie diese Aggression gerade? Vor der Tatsache, dass wir hier über Ihre Isolation sprechen?“

K: (Kurzes Schweigen, Blickkontakt wird vermieden – schizoider Rückzug) „Mir ist das alles egal.“

T: „Das ist der schizoide Teil. 'Egal' ist sicher. Aber 'Egal' bringt Sie nicht weiter. Wollen wir untersuchen, wie Ihr Bedürfnis nach Macht eigentlich ein Käfig ist, in dem Sie ganz alleine sitzen?“

5. Prognose und Fazit

Bei dieser Konstellation ist eine „Heilung“ im klassischen Sinne (Empathie für andere entwickeln) oft unrealistisch. Das Ziel ist meist „Soziale Anpassung aus Eigeninteresse“.

Der Klient lernt im Idealfall durch die TA, dass Aggression und Sadismus langfristig zu seinem eigenen Nachteil führen (Verlust von Freiheit, Status, Ressourcen). Die Therapie ist ein ständiger Machtkampf, der durch die unerschütterliche Integrität des Therapeuten gehalten werden muss. Nur wenn der Therapeut „unzerstörbar“ bleibt, kann das Kind-Ich des Klienten langsam beginnen, Vertrauen als Konzept überhaupt in Erwägung zu ziehen.


3 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
21. Juni 2025

Außerhalb gelagert.

Gefällt mir

Martin Döhring
Martin Döhring
26. Okt. 2021

Gemessen an den Umständen, wundert es mich , dass ich dieses Bild überhaupt malen konnte.

Gefällt mir

Martin Döhring
Martin Döhring
15. Aug. 2021

Großformat , etwa 1,3 x 1,8m

Gefällt mir
SIGN UP AND STAY UPDATED!
  • Grey Google+ Icon
  • Grey Twitter Icon
  • Grey LinkedIn Icon
  • Grey Facebook Icon

© 2023 by Talking Business.  Proudly created with Wix.com Martin Döhring Engelstrasse 37 in D-55124 Mainz

bottom of page