neurologisch psychiatrische Untersuchung
- Martin Döhring

- 26. Okt. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Hier ist ein strukturiertes Untersuchungsschema, wie es in der neurologisch-psychiatrischen Untersuchung verwendet wird. Es dient der Ausbildung und Dokumentation und ersetzt keine klinische Beurteilung.
Skript zur neurologisch-psychiatrischen Untersuchung eines Patienten
I. Begrüßung und Orientierung
„Guten Tag, mein Name ist … Ich möchte heute eine neurologisch-psychiatrische Untersuchung durchführen. Dabei werde ich Ihnen einige Fragen stellen und verschiedene Funktionen Ihres Nervensystems überprüfen. Sind Sie damit einverstanden?“
II. Allgemeiner Eindruck
Bereits beim Betreten des Untersuchungsraumes beobachten:
Körperhaltung
Gang
Mimik
Gestik
Blickkontakt
Kleidung
Körperpflege
Bewusstseinslage
spontane Sprache
Motorik
Tremor
auffällige Bewegungen
III. Psychopathologischer Befund
Bewusstsein
wach
schläfrig
somnolent
soporös
komatös
Orientierung
Prüfen:
Wie heißen Sie?
Wo befinden wir uns?
Welches Datum haben wir heute?
Welcher Wochentag ist heute?
Warum sind Sie hier?
Orientierung:
zur Person
zum Ort
zur Zeit
zur Situation
Aufmerksamkeit
Bitte zählen Sie von 100 jeweils 7 herunter.
oder
Buchstabieren Sie „WELT" rückwärts.
Gedächtnis
Kurzzeitgedächtnis
Ich nenne Ihnen drei Wörter:
Apfel
Tisch
Blume
Bitte merken Sie sich diese.
Nach fünf Minuten erneut abfragen.
Langzeitgedächtnis
Fragen nach:
Geburtstag
Beruf
Schulabschluss
historische Ereignisse
Sprache
Beobachtung:
flüssig?
stockend?
Wortfindungsstörung?
Dysarthrie?
Aphasie?
Benennen:
Was ist das?
(Stift, Uhr)
Nachsprechen:
Kein Wenn und Aber.
Lesen
Schreiben
Denken
Gedankenform
geordnet
verlangsamt
beschleunigt
eingeengt
zerfahren
Gedankeninhalt
Fragen nach:
Wahn
Verfolgungsideen
Größenideen
Schuldideen
Wahrnehmung
Hören oder sehen Sie manchmal Dinge, die andere Menschen nicht wahrnehmen?
Haben Sie das Gefühl, jemand spreche mit Ihnen?
Stimmung
Wie würden Sie Ihre Stimmung beschreiben?
Beobachtung:
depressiv
euphorisch
gereizt
ängstlich
affektarm
Antrieb
vermindert
normal
gesteigert
Ich-Störungen
Fragen:
Haben Sie manchmal das Gefühl, Ihre Gedanken würden beeinflusst?
Haben Sie das Gefühl, andere könnten Ihre Gedanken lesen?
Suizidalität
Direkt fragen:
Haben Sie Gedanken, sich etwas anzutun?
Bei Bejahung:
Plan?
Mittel?
Vorbereitung?
frühere Versuche?
IV. Neurologische Untersuchung
Hirnnerven
N. olfactorius
Geruch
N. opticus
Visus
Gesichtsfeld
Pupillen
Fundus (falls möglich)
III, IV, VI
Augenbewegungen
Nystagmus
Diplopie
N. trigeminus
Sensibilität Gesicht
Kaumuskulatur
Cornealreflex
N. facialis
Stirnrunzeln
Augen schließen
Zähne zeigen
Backen aufblasen
VIII
Flüstersprache
Rinne
Weber
IX, X
Gaumensegel
Schlucken
Würgereflex
XI
Kopf drehen
Schultern heben
XII
Zunge herausstrecken
Motorik
Inspektion
Atrophien
Faszikulationen
Muskeltonus
spastisch
schlaff
rigorös
Kraftprüfung
MRC 0–5
Arme
Beine
Reflexe
Bizeps
Trizeps
Radiusperiost
Patella
Achilles
Babinski
Hoffmann
Sensibilität
Prüfen:
Berührung
Schmerz
Temperatur
Vibration
Lageempfinden
Koordination
Finger-Nase-Versuch
Knie-Hacke-Versuch
Diadochokinese
Rebound
Stand und Gang
Romberg
Unterberger
Zehengang
Hackengang
Tandemgang
Aufstehen aus der Hocke
Vegetative Funktionen
Fragen nach
Miktion
Defäkation
Sexualfunktion
Schwindel
Synkopen
Schlaf
V. Zusammenfassung
Abschließend erfolgt eine strukturierte Beurteilung:
Bewusstseinslage
Orientierung
kognitive Leistungsfähigkeit
psychopathologischer Befund
Hirnnervenstatus
Motorik
Sensibilität
Koordination
Reflexstatus
Gangbild
Verdachtsdiagnose
Differentialdiagnosen
weiteres diagnostisches und therapeutisches Vorgehen
Dieses Schema orientiert sich am klassischen neurologischen Untersuchungsablauf sowie am psychopathologischen Befund nach den in Deutschland gebräuchlichen Standards und eignet sich als Leitfaden für Studium, Weiterbildung und klinische Dokumentation.




Bei einer neurologischen oder psychiatrischen Erstabklärung gehören Laboruntersuchungen häufig dazu, um behandelbare oder sekundäre Ursachen neurologischer bzw. psychiatrischer Symptome zu erkennen oder auszuschließen. Allerdings richtet sich die Auswahl nach den Beschwerden und dem klinischen Befund – es gibt kein einzelnes Laborpanel, das jedes neurologische Krankheitsbild ausschließen kann.
Ein häufig sinnvolles Basislabor umfasst:
Parameter
Möglicher diagnostischer Nutzen
Kleines Blutbild
Anämie, Infektion, hämatologische Erkrankungen
CRP (ggf. BSG)
Entzündungen, Infektionen
Elektrolyte (Na, K, Ca, Mg)
Delir, Krampfanfälle, Muskelschwäche, Bewusstseinsstörungen
Nierenfunktion (Kreatinin, Harnstoff, eGFR)
Urämische Enzephalopathie, Medikamentendosierung
Leberwerte (AST, ALT, γ-GT, AP, Bilirubin)
Hepatische Enzephalopathie, Stoffwechselstörungen
Glukose und HbA1c
Hypo-/Hyperglykämie, Diabetes, diabetische Neuropathie
TSH (ggf. fT4)
Hypo- oder Hyperthyreose mit neurologischen oder psychiatrischen Symptomen
Je nach Fragestellung werden häufig zusätzlich bestimmt:
Vitamin B12 (ggf. Holotranscobalamin)
Folat
Ferritin (bei…
… bei einer neurologisch-psychiatrischen Abklärung können sowohl EEG als auch standardisierte Testverfahren (Assessment-Instrumente) sinnvoll sein. Allerdings sollten sie gezielt nach Fragestellung eingesetzt werden, da sie keine allgemeine Ausschlussdiagnostik für alle Erkrankungen darstellen.
Ein sinnvoller diagnostischer Ablauf könnte beispielsweise so aussehen:
Ausführliche Anamnese
Eigen- und Fremdanamnese
Medikamentenanamnese
Alkohol- und Drogenanamnese
Familienanamnese
Sozialanamnese
Körperliche Untersuchung
Neurologische Untersuchung
Hirnnerven
Motorik
Sensibilität
Reflexe
Koordination
Gangbild
extrapyramidale Zeichen
Meningismus
Psychiatrische Untersuchung
Psychopathologischer Befund
Orientierung
Aufmerksamkeit
Gedächtnis
Denken
Affekt
Wahrnehmung
Antrieb
Krankheitseinsicht
Suizidalität
Basislabor
Kleines Blutbild
CRP (ggf. BSG)
Elektrolyte
Glukose und HbA1c
Nierenfunktion
Leberwerte
TSH (ggf. fT4)
Vitamin B12 und Folat
ggf. CK, Ferritin und weitere Parameter je nach Fragestellung
Apparative Diagnostik (bei entsprechender Indikation)
EEG bei Verdacht auf Epilepsie, Enzephalopathie, Delir, Bewusstseinsstörungen oder bestimmten neuropsychiatrischen Symptomen.
MRT…
Let the music play !
Weiblicher Akt, gehört ganz klar zu meinen Top Favoriten, sonst hätte ich die nicht bei mir aufgehangen.