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die Insel Scheria - das antike Schlaraffenland der Phäaken

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Scheria, die Heimat der Phäaken, ist in Homers Odyssee eine Art frühantikes Schlaraffenland: ein abgeschiedenes, überaus fruchtbares Inselreich, dessen Bewohner in Wohlstand, Frieden und Genuss leben. Es ist kein „Schlaraffenland“ im mittelalterlichen Sinn, aber ein mythisches Idealbild eines sorgenfreien Lebens.ᄌマ Scheria – das utopische Inselreich der Phäaken.


Scheria ist laut Homer die letzte Station von Odysseus, bevor er nach Ithaka zurückkehrt. Die Insel wird beschrieben als:

  • Fruchtbares Land — dank beständiger Westwinde wächst dort „alles in Fülle“

  • Abgeschieden und schwer erreichbar — die Phäaken gelten als „fern von allen Menschen“

  • Utopisch friedlich — keine Feinde, keine Kriege, keine Mühsal

  • Technisch überlegen — ihre Schiffe fahren ohne Steuermann, fast wie mit Flügeln

  • Prunkvoll und reich — Odysseus ist überwältigt vom Glanz des Palastes von König Alkinoos

Diese Elemente machen Scheria zu einem der frühesten literarischen Utopien der Welt.

 Die Phäaken – ein Volk des Wohlstands und der Gastfreundschaft

Die Phäaken leben in Scheria und verkörpern ein Idealbild des glücklichen, sorgenfreien Lebens:

  • Glückliches, müheloses Dasein — sie führen ein „sorgenfreies Leben“ in Überfluss

  • Begnadete Seefahrer — ihre Schiffe sind legendär schnell und fast magisch

  • Kunstfertige Frauen — besonders berühmt für Webkunst

  • Zwiespältig gegenüber Fremden — einerseits gastfreundlich, andererseits vorsichtig

  • Berühmt für Feste und Spiele — zu Ehren Odysseus veranstalten sie Wettkämpfe und Gastmähler

Die Begegnung zwischen Nausikaa und Odysseus ist eine der bekanntesten Szenen der Odyssee.

? Verbindung zum „Schlaraffenland“

Das Schlaraffenland****, wie wir es heute kennen, stammt aus dem europäischen Mittelalter und beschreibt ein Land, in dem:

  • gebratene Tauben in den Mund fliegen

  • Bier- und Weinbäche fließen

  • niemand arbeiten muss

  • alles im Überfluss vorhanden ist

Der Begriff kommt vom mittelhochdeutschen slûraffe („Faulpelz“) .

Scheria ist kein Schlaraffenland im wörtlichen Sinn, aber es erfüllt viele ähnliche Motive:

  • Überfluss

  • Mühelosigkeit

  • Abgeschiedenheit

  • paradiesische Lebensbedingungen

Darum wird es in der Forschung oft als antiker Vorläufer solcher späteren Fantasieländer betrachtet.

 Vergleich: Scheria vs. Schlaraffenland

Ort

Art

Lebensweise

Zweck in der Erzählung

Scheria

mythische Insel (griechische Antike)

friedlich, reich, kultiviert, technisch fortschrittlich

zeigt Odysseus eine ideale Welt und bietet Hilfe

Schlaraffenland

Märchenland (Mittelalter)

faul, übermäßig genussvoll, grotesk übertrieben

satirische Kritik an Faulheit und Völlerei


1 Kommentar


superheiler
vor 4 Tagen

Das Scheria der Phäaken ist eines der faszinierendsten Gegenbilder zur gewöhnlichen Menschenwelt in Homers Odyssee. Es ist kein Paradies im religiösen Sinn, sondern eine mythische Übergangswelt – ein Ort zwischen Natur und Kultur, zwischen Menschen und Göttern, zwischen Realität und Utopie. Deshalb wird Scheria oft als das antike Schlaraffenland bezeichnet.

Die Insel Scheria

Nachdem Odysseus viele Jahre umhergeirrt ist und zuletzt von einem Sturm beinahe getötet wird, wird er an die Küste Scherias gespült.

Dort lebt ein Volk, das sich deutlich von allen anderen Griechen unterscheidet:

  • friedlich statt kriegerisch,

  • wohlhabend ohne Ausbeutung,

  • technisch überlegen,

  • den Göttern besonders nahe,

  • gastfreundlich gegenüber Fremden.

Scheria bildet den letzten Schritt, bevor Odysseus endlich nach Ithaka zurückkehren kann.

Ein Land des Überflusses

Die Gärten des Königs Alkinoos gehören zu…

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