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der blinde Fleck und die Makula

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Der blinde Fleck und die Makula – zwei sehr unterschiedliche Zonen im Auge

-> Das menschliche Auge besitzt zwei funktionell völlig verschiedene Spezialbereiche der Netzhaut: den blinden Fleck (Papille) und die Makula (Gelber Fleck). Beide liegen dicht beieinander – erfüllen jedoch gegensätzliche Aufgaben.

1. Der blinde Fleck (Papille)





Der blinde Fleck ist die Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt. Anatomisch heißt er Papilla nervi optici oder Optikuspapille.

Warum ist er blind?

In diesem Bereich gibt es:

  • keine Photorezeptoren (keine Stäbchen, keine Zapfen)

  • keine lichtempfindlichen Zellen

  • nur Axone der Ganglienzellen, die zum Sehnerv gebündelt werden

Licht, das auf diese Stelle trifft, kann nicht registriert werden. Dennoch bemerken wir kein Loch im Sichtfeld.

Warum fällt das nicht auf?

Das Gehirn interpoliert fehlende Informationen:

  • Binokulares Sehen (beide Augen überdecken sich)

  • Kortikale Ergänzungsmechanismen im visuellen Cortex

  • Musterfortsetzung (predictive coding)

Der blinde Fleck liegt etwa 15° temporal vom Fixationspunkt entfernt.

2. Die Makula (Gelber Fleck)





Die Makula lutea ist das funktionelle Zentrum des scharfen Sehens. Im Zentrum der Makula liegt die Fovea centralis.

Molekulare und zelluläre Besonderheiten

In der Fovea:

  • Extrem hohe Dichte an Zapfen (bis 150.000/mm²)

  • Keine Stäbchen

  • Minimale Streuung durch verdrängte Nervenzellschichten

  • Spezielle Carotinoide (Lutein, Zeaxanthin) → gelbliche Färbung

Diese Pigmente wirken:

  • antioxidativ

  • als Blaulicht-Filter

  • protektiv gegenüber oxidativem Stress

Funktioneller Gegensatz

Blinder Fleck

Makula

Keine Rezeptoren

Maximale Zapfendichte

Kein Seheindruck

Höchste Sehschärfe

Anatomischer Austrittspunkt

Funktionelles Sehzentrum

Keine Farbwahrnehmung

Farb- und Detailsehen

Pathologische Bedeutung

Während der blinde Fleck physiologisch normal ist, ist die Makula klinisch hochrelevant:

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

  • Diabetische Makulopathie

  • Makulaforamen

  • Makulaödem

Schäden an der Makula führen zu:

  • Verlust des zentralen Sehens

  • Leseschwierigkeiten

  • Verzerrtes Sehen (Metamorphopsien)

Peripheres Sehen bleibt meist erhalten.

Neurobiologische Perspektive

Interessant ist der Kontrast:

  • Der blinde Fleck ist ein anatomischer „Mangel“, den das Gehirn kompensiert.

  • Die Makula ist eine extreme Spezialisierung, deren Ausfall das gesamte visuelle System subjektiv destabilisiert.

Das visuelle System zeigt hier ein Prinzip biologischer Optimierung: Ressourcen werden im Zentrum maximiert – während Randbereiche funktional reduziert sind.


1 Kommentar


Martin Döhring
Martin Döhring
vor 4 Tagen

### Der blinde Fleck in der Netzhaut des menschlichen Auges


Der blinde Fleck, auch als Papilla nervi optici oder Mariotte-Fleck bekannt, ist ein physiologischer Bereich auf der Netzhaut (Retina), an dem der Sehnerv (Nervus opticus) das Auge verlässt. An dieser Stelle fehlen Photorezeptoren (Lichtsinneszellen wie Stäbchen und Zapfen), weshalb hier keine visuellen Informationen aufgenommen werden können. Das führt zu einem kleinen, absoluten Gesichtsfeldausfall (Skotom) im Gesichtsfeld, der etwa 5–6° horizontal und 7–8° vertikal misst. Die Position liegt anatomisch etwa 15° nasal (nasenwärts) der Fovea centralis (Stelle des schärfsten Sehens), was im Gesichtsfeld temporal (schläfenwärts) und leicht inferior (unterhalb) der Mitte erscheint.


Im Alltag bemerken wir den blinden Fleck normalerweise nicht, da das Gehirn die Lücke durch Informationen aus dem umliegenden…


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