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Kreuzzug, Kreuzritter und Märtyrer

  • Autorenbild: Martin Döhring
    Martin Döhring
  • 18. Okt. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Apr.


Was bedeutet das Papstwort „Gott will es so“ im Kontext der Kreuzzüge?

(„Deus vult“ – der Schlachtruf des Ersten Kreuzzugs, 1095)

Der Satz „Gott will es so“ war kein theologischer Satz, sondern ein psychologischer und politischer Einsatzbefehl, der drei Funktionen gleichzeitig erfüllte:

1) Legitimierung von Gewalt durch moralische Überhöhung

Wenn ein Papst sagt:

„Gott will es so“ dann wird ein menschlicher Befehl in einen göttlichen Auftrag verwandelt.

Das bedeutet:

  • Gewalt wird nicht nur erlaubt, sondern heilig.

  • Töten wird zu einem Akt des Gehorsams.

  • Zweifel werden zu Sünde.

Damit entsteht eine moralische Immunisierung: Wer gehorcht, ist gut. Wer zweifelt, ist böse.

2) Auflösung des individuellen Gewissens

Psychologisch bedeutet der Satz:

„Du musst nicht mehr selbst entscheiden — Gott entscheidet für dich.“

Das entlastet das Individuum von:

  • Schuld

  • Verantwortung

  • moralischer Ambivalenz

Es entsteht ein Zustand, den Freud später als „Regression in die Masse“ beschreibt: Das eigene Über-Ich wird externalisiert und an die religiöse Autorität abgegeben.

3) Kollektive Identität und Ekstase

Zeitgenössische Berichte beschreiben, wie die Menge beim Konzil von Clermont 1095 in eine Art kollektive Trance fiel, als der Ruf „Deus vult!“ durch die Menge ging.

Das war:

  • Identitätsverschmelzung

  • religiöse Ekstase

  • Gruppendynamik

  • moralische Entlastung

Der Einzelne fühlte sich plötzlich:

  • stark

  • erwählt

  • getragen

  • gerechtfertigt

Das ist genau das, was Nietzsche später „Rausch der Herde“ nennt.

Psychologische Deutung nach Freud, Nietzsche und Berne

Freud – Projektion & Schuldentlastung

„Gott will es so“ erlaubt es, eigene aggressive Impulse nach außen zu projizieren. Die Gewalt wird zu einem rituellen Akt der Reinigung.

Nietzsche – Priesterliche Machttechnik

Für Nietzsche ist der Satz ein Paradebeispiel für:

  • moralische Umwertung

  • Instrumentalisierung des Heiligen

  • Macht durch Schuld

Der Priester verwandelt menschliche Ziele in „göttliche“.

Berne – Drama Triangle

Der Satz setzt das kulturelle Spiel in Gang:

  • Kirche = Retter 

  • Kreuzritter = Persecutor

  • „Ungläubige“ = Victim 

Ein vollständiges Drehbuch, das Rollen, Moral und Handlung vorgibt.

 Kurz gesagt:

„Gott will es so“ war der perfekte psychologische Hebel, um:

  • Gewalt zu heiligen

  • Gewissen auszuschalten

  • Massen zu mobilisieren

  • Macht zu stabilisieren

  • Schuld zu externalisieren

Es war weniger ein Satz über Gott —und mehr ein Satz über Menschen, Macht und Psyche.

7 Kommentare


Martin Döhring
Martin Döhring
20. Apr.

Viktor E. Frankl hat den Begriff „moderne Kreuzritter“ nicht als festen theoretischen Terminus verwendet, aber seine existenzanalytische Haltung erlaubt eine ziemlich klare Rekonstruktion dessen, was er damit gemeint hätte.

🧠 Frankls Perspektive: „Wille zum Sinn“ vs. Ideologische Vereinnahmung

Im Zentrum steht sein Konzept des Willens zum Sinn:

  • Der Mensch sucht Bedeutung, nicht primär Lust (Freud) oder Macht (Adler).

  • Diese Sinnsuche ist existenziell notwendig – aber auch anfällig für Missbrauch.

👉 Genau hier setzt seine implizite Kritik an „modernen Kreuzzügen“ an.

⚠️ 1. Gefahr der Instrumentalisierung

Frankl warnt davor, dass Menschen:

  • sich totalen Ideologien unterwerfen

  • ihre persönliche Verantwortung abgeben

  • zu Werkzeugen eines Systems werden

Das wäre für ihn der Kern des „modernen Kreuzritters“:

Ein Mensch, der glaubt, im Namen eines höheren Sinns zu…

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Martin Döhring
Martin Döhring
25. Mai 2022

Wenn ihr das tut, werdet ihr keine der Krankheiten bekommen, mit denen ich die Ägypter bestraft habe. Denn ich bin der HERR, der euch heilt! 2.Mose 15,26

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Martin Döhring
Martin Döhring
10. Mai 2022

In China, in Wuhan, wurde 2016 ein neues Virenforschungszentrum eingerichtet.

Natürlich wurden in diesem Labor auch echte Virenstämme gehalten, auch Corona.

Es gab dazu Publikationen in der internationalen Fachliteratur.

Zeitnah mit dem Ausbruch der Corona/Mers-Cov2-Epidemie konnte China quasi aus dem Stand heraus eine komplette Genomsequenzierung des Corona-Virus international publizieren. Also war die Genomsequenz den Chinesen bereits vor dem Ausbruch bekannt!

Ich darf vermuten, ich verstehe ein kleines bißchen mehr von Medizin und vor allem von Viren als der amtierende „Gesundheitsminister“, qua früherer Berufstätigkeit und Ausbildung. Den „Bundesgesundheitsminister“ halte ich für eine Katastrophe im Amt.


Man hat mir an der Universität unmissverständlich klar gemacht, dass nicht das Heil des Patienten äußerstes Ziel des Arztes ist, sondern die Beachtung dessen Willens.


Leider…


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Martin Döhring
Martin Döhring
24. Okt. 2020

Gestern und heute gab es nennenswerte Versuche, Deutschland in die seuchensozialistische Diktatur zu führen!

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Martin Döhring
Martin Döhring
24. Okt. 2020

Anscheinend wirkt Fluoxetin (Prozac) ganz gut bei Covid19. Kein Wunder, denn Corona wurde ja zum Angstporno hoch gehyped. Und Fluoxetin ist ein Medikament gegen Angst.

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